Microsoft-Betriebssystem In sechs Monaten endet der Support für Windows 7

Countdown für Windows 7: Ab dem 14. Januar 2020 gibt es keine Updates mehr für das betagte, aber immer noch weit verbreitete Betriebssystem. Gerade Unternehmenskunden sollten schnell handeln.

Oktober 2009, als Betriebssysteme noch von Models präsentiert wurden.
Nicky Loh/REUTERS

Oktober 2009, als Betriebssysteme noch von Models präsentiert wurden.


Der finale Countdown für Windows 7 läuft. Ab dem 14. Januar 2020, also in genau einem halben Jahr, stellt Microsoft den Support für das Betriebssystem ein. Dann wird es keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr geben. Für so viel Wirbel wie beim Support-Ende von Windows XP vor fünf Jahren dürfte das Aus für Windows 7 allerdings nicht mehr sorgen.

Sicherheitsexperten raten dennoch dringend davon ab, das betagte Betriebssystem weiter zu nutzen. Ohne weitere Updates ist es gegen Angriffsmethoden auf der Basis dann noch entdeckter Sicherheitslücken ungeschützt. Microsoft rät, sich schon jetzt auf einen Systemwechsel vorzubereiten und gibt Tipps für den Umstieg auf Windows 10. Das sei ohnehin das "sicherste Windows aller Zeiten", stellt das Unternehmen heraus.

Dass die Microsoft-Anwender so zögerlich auf das neue System umsteigen hat auch mit Geld zu tun. Im Gegensatz zum Wettbewerber Apple, der seit Jahren seine neuen macOS-Versionen kostenlos verteilt, verlangen Microsoft und seine Partner Geld, um auf dem neusten Stand zu bleiben.

Fotostrecke

34  Bilder
Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10

Zwar hatte Microsoft nach dem Marktstart von Windows 10 das Upgrade von Windows 7 und 8 für geraume Zeit kostenlos angeboten. Doch seit rund zwei Jahren bietet das Unternehmen sein aktuelles System nur noch ab rund 145 Euro zum Herunterladen an.

Einige Fachmedien geben jedoch auch Hinweise, wie Nutzer selbst heute noch kostenlos auf das aktuelle System wechseln können, indem sie etwa das "Media Creation Tool" auf der Website von Microsoft herunterladen. Dazu kommt aber, dass manche Dritthersteller Geld für aktuelle Versionen ihrer Programme verlangen, damit sie auch unter Windows 10 problemlos laufen.

Windows 7 läuft noch auf fast jedem vierten Desktop-PC

Für allzu große Aufregung sollte - anders als bei Windows XP - das Aus von Windows 7 jedoch nicht sorgen. "Unsere Kunden haben aus der Situation bei Windows XP gelernt", sagt Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland. "Wer sich frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigt, minimiert Risiken und Kosten und profitiert von aktuellen Sicherheitsfunktionen und Innovationen."

Damals nutzten nicht nur viele sorglose private Nutzer, sondern auch viele Unternehmen das betagte XP noch weit über das Support-Ende hinaus. In vielen Betrieben konnten alte Programme nur mit dem veralteten Betriebssystem am Laufen gehalten werden. Auch in Geldautomaten steckte oft noch XP und hielt die Sicherheitsexperten damals auf Trab. Heute erwarten die großen Analystenhäuser vielmehr einen Schub für den Absatz neuer Computer. Auch das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer dürfte merklich gestiegen sein.

Microsofts Windows ist auch in Deutschland mit insgesamt 45,6 Prozent das mit Abstand meistverbreitete Betriebssystem auf Desktoprechnern und Notebooks. Das zehn Jahre alte Windows 7 ist noch auf fast jedem vierten genutzten Desktop-PCs aktiv (24,2 Prozent).

Der Nachfolger Windows 8 gilt als gefloppt. Heute hat Microsoft mit seiner aktuellen Version Windows 10 wieder eine solide Softwarebasis geschaffen. Laut Microsoft ist es inzwischen auf 800 Millionen Geräten weltweit installiert.

Nostalgiker, Tüftler und Windows-7-Liebhaber müssen dennoch keinen Kulturschock befürchten. In Fachmagazinen gibt es Tipps, wie man mit zusätzlichen Werkzeugen dem neuen Windows 10 lieb gewonnene Gadgets und das Startmenü verpassen und dem neuen Rechner damit ein Retro-Outfit geben kann.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels wurde neben Windows 8 noch Vista als Nachfolger von Windows 7 genannt. Tatsächlich war Vista jedoch ein Vorläufer. Wir haben die Passage korrigiert.

pbe/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 179 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sven2016 14.07.2019
1. Mehr als ein Hinweis auf die Win10-
Version stellt der Artikel nicht dar. Mit einem Link zu Heise wäre besser gedient. Die Geschichte hat auch damit zu tun, dass mit dem bisherigen virtuellen XP-Modus noch alte 16- oder gar 8-Bit-Programme gelaufen sind, in Tools der Geschäftswelt nicht ganz obsolet. Die Virtual Box führt seit Wegfall des XP bei Microsoft nach einem Update dazu, dass diese Tools schlicht verloren sind.
Interzoni 14.07.2019
2. Danke, hat sich erledigt
Nachdem ich 8 Jahre Ubuntu und Windows 7 parallel laufen hatte und es immer weniger und zum Schluss gar keine Notwendigkeit mehr gab, dem quälend langen Windows-Startprozess zuzuschauen, werde ich Windows 7 ersatzlos streichen.
Dicke_Berta 14.07.2019
3. In allen Zeiten zu Hause
Microsoft Zitat zu Windows 10. "Das sei ohnehin das "sicherste Windows aller Zeiten", stellt das Unternehmen heraus." Diese Formulierung sagt ja alles. Nicht mal in der Lage korrekt zu formulieren aber ein sicheres OS haben wollen? Und das sogar für alle zukünftigen Zeiten mit. Also ist Windows 10 das letzte Windows?
zwischen_durch 14.07.2019
4. Warum umsteigen?
Wenn doch auch heute noch viele Geldautomaten, Infotafeln etc. mit XP laufen.
Crom 14.07.2019
5.
Für Unternehmen ist es viel bedeutender, dass zeitgleich auch Windows Server 2008 R2 sein Supportende erreicht. Clients umzustellen ist heutzutage viel einfacher, weil vieles ja gar nicht mehr direkt installiert ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.