Windows 8.1 Zurück auf Start

Das Gerüchteraten hat ein Ende: Mit dem geplanten ersten Update von Windows 8 kehrt der traditionelle Start-Button zurück. Hersteller Microsoft reagiert damit auf Kritik vieler verärgerter Nutzer. Der Veröffentlichungstermin steht bereits fest.
Windows 8.1: Microsoft bringt den Startknopf zurück

Windows 8.1: Microsoft bringt den Startknopf zurück

Foto: Microsoft/ dpa

Berlin - Mit Windows 8.1 kommt der Start-Button kommt zurück. Das aus früheren Versionen des Microsoft-Betriebssystems bekannte Start-Feld erscheine in der Kachelansicht von Windows künftig auf dem Bildschirm, sobald man die Maus in die untere linke Ecke bewegt, teilte Microsoft am Donnerstag in einem Blog-Eintrag  mit. In der Desktop-Ansicht wird der Startknopf dauerhaft in der Taskleiste eingeblendet. Zudem wird man mit Windows 8.1 festlegen können, dass das System beim Einschalten automatisch in den Desktop-Modus startet.

Mit diesen Änderungen reagiert der Software-Konzern auf teilweise harsche Kritik seiner Kunden. Für Windows 8 hat Microsoft mit vielen seiner Traditionen gebrochen. Das Unternehmen hatte jahrelang den Trend zu mobilen Rechnern und Touchscreens ignoriert. Microsoft-Manager Antoine Leblond schreibt, für genau solche Geräte sei Windows 8 konzipiert. Die deutlichste Änderung war die neue Kacheloptik. Sie macht eine Bedienung per Finger sehr einfach, wird von vielen Nutzern aber gescholten, weil sie nur sehr bedingt für den Umgang mit Maus und Tastatur geeignet ist.

Nun schreibt Leblond: "Wir haben erkannt, dass es heute noch viele Geräte ohne Touch-Display gibt - vor allem im kommerziellen Bereich." Nutzern, die mit Maus und Tastatur arbeiten, solle mit dem Update auf Version 8.1 die Navigation auf dem neuen System erleichtert werden.

Tatsächlich war die Einführung von Windows 8.1 zunächst hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Geräte mit Touchscreen kamen nur schleppend auf den Markt, sind in der Regel rund hundert Euro teurer als solche ohne Touchscreen. Doch nur mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm kann Windows 8 seine Stärken ausspielen. Vor allem Unternehmenskunden halten sich deshalb mit Investitionen in eine Aufrüstung auf die neue Software zurück. Microsoft versuchte den Markt mit den ersten unter der Marke Microsoft angebotenen Computern, dem Surface RT und dem Surface Pro, zu stimulieren.

"Wir haben gerade erst angefangen"

Leblond kündigte in seinem Blogeintrag auch weitere Details der neuen Version von Windows 8 mit dem Codenamen "Blue" an. So werde Windows 8.1 mit dem Internet Explorer 11 ausgestattet sein, der derzeit als einziger Browser speziell auf Touchscreens angepasst sei. Dateien sollen direkt in der Web-Festplatte SkyDrive abgelegt werden können. Auch die Suche über Bing und die Darstellung der Suchergebnisse sei optimiert worden.

Microsoft sei nur wenig mehr als sieben Monate mit Windows 8 auf dem neu eingeschlagenen Weg in die mobile Zukunft der Computernutzung, wirbt Leblond. Es gebe inzwischen neue Geräte, ein starkes Wachstum beim App-Angebot und wesentliche Erweiterungen des Betriebssystems. Microsoft habe bereits Hunderte von Updates für Windows 8 und die verfügbaren Apps herausgebracht. "Wir haben gerade erst angefangen, und das Potential ist gewaltig."

Kostenloses Update

Auf Kritik an der Software geht der Microsoft-Manager nicht ein, sondern betont in bester Marketingsprache nur, man habe viel darüber gelernt, wie Anwender die Software nutzen - und man habe sehr viele Rückmeldungen bekommen. Dass der Konzern nun von seinem bisher eingeschlagenen Weg abweicht und während einer Verzögerung von vielen Monaten längst bekannte Kritikpunkte beseitigt, erwähnt er nicht.

Eine erste Vorschauversion von Windows 8.1 will Microsoft am 26. Juni auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco veröffentlichen. Sie soll allen Anwendern von Windows 8 kostenlos zur Verfügung gestellt werden. In den Handel soll "Windows Blue" im August kommen. Für Nutzer von Windows 8 wird das Update kostenlos sein.

mak/dpa
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