Windows Phone 7 im Praxistest Der verflixte siebte Versuch

Matthias Kremp

Von

2. Teil: Was die Handy-Hardware taugt


Microsoft lässt den Herstellern hier kaum Spielraum, legt klare Grenzen und Fixpunkte fest. Dazu gehört, dass alle WP7-Handys denselben ein Gigahertz schnellen Prozessor benutzen und dieselbe Bildschirmauflösung bieten (WVGA, 800 x 480 Pixel). Außerdem müssen sie eine Kamera mit mindestens fünf Megapixeln Auflösung und mindestens acht Gigabyte eingebautem Speicher haben. Ein Steckplatz für Erweiterungskarten ist dagegen nicht vorgesehen. Dafür allerdings gehören GPS, ein Blitz, ein Kompass und ein Beschleunigungssensor zur Ausstattung.

Angesichts dieser strikten Vorgaben fällt es den Herstellern schwer, klar voneinander unterscheidbare WP7-Handys zu entwickeln. Da lohnt es sich schon, auf Kleinigkeiten zu achten. So sind beispielsweise das E900 von LG und auch HTCs Mozart ab Werk mit 16 GB Speicher bestückt. Ein Merkmal, das wichtig wird, wenn man so ein Gerät mit Musik und Video vollstopfen will. Im Mozart steckt zudem eine Acht-Megapixel-Kamera, ein Extra, das Microsoft erlaubt.

Ansonsten aber erlaubt der Windows-Konzern kaum Abweichungen vom Standard - und die Hersteller halten sich daran. Das Resultat ist meist langweiliger Einheitsbrei. Die Bildschirme haben Diagonalen zwischen 3,2 und vier Zoll, die Geräte sind meist dunkel eingefärbt, die übrigen technischen Daten mit W-Lan, Bluetooth und HSDPA-Datenfunk fast immer identisch.

Dass die Telekom das zum Flaggschiff erkorene Mozart als extravagant bezeichnet, lässt also auf eine ordentliche Portion Realitätsferne schließen. Neben Googles Nexus One gelegt, fällt es schon fast schwer, die Unterschiede zu finden - nicht nur optisch, sondern auch technisch.

Mit innovativer Hardware jedenfalls werden Microsoft und seine Partner keine Kunden locken können. Zu eng ist das Korsett, zu lange ist es her, dass die Eckdaten festgelegt wurden. Nicht mal eine Zweitkamera für Videochats ist vorgesehen. Da wird es der Konkurrenz aus dem Android-Lager und auch Apple leichtfallen, Technik-Aficionados vom Wechsel zu Windows abzuhalten.

insgesamt 72 Beiträge
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Seite 1
Epic Fail 21.10.2010
1.
Oh ja, will alle früheren Fehler vermeiden und macht lauter neue. Microsoft wird schon sehen was die von der Apple Strategie haben werden.
Motorpsycho 21.10.2010
2. Titel, Thesen, Temperamente
---Zitat--- Der größte Haken an Windows Phone 7 aber könnten die geringe Variationsbreite bei den Handys sein. ---Zitatende--- Ich kann mich nicht erinnern, dass SPON dies dem iPhone jemals vorgeworfen hätte.
Currywurst 21.10.2010
3. .
Was ist denn bitte "langweiliger Einheitsbrei" bei der Hardware der WP7-Geräte für ein Argument? Bei IOS hat man gar keine Auswahl, und niemand stört sich daran.
cor 21.10.2010
4.
Zitat von Epic FailOh ja, will alle früheren Fehler vermeiden und macht lauter neue. Microsoft wird schon sehen was die von der Apple Strategie haben werden.
Was wird MS denn davon haben?
Epic Fail 21.10.2010
5. .
Ich will ein richtiges Windows(mit Taskleiste und Multitasking) und kein IPhone ala Microsoft. Was soll das am Ende kleben die jetzt auch noch die Akkudeckel zu, was soll das mit dem festen Speichern? Ich will MicroSD Slots, ich will Upgradebar und Flexible sein! Ich will die Registry bearbeiten können und selber bestimmen wo was wie abgespeichert wird. Und auf garkeinen Fall will ich irgendwas von einem App Store haben. WP7 = setzen 6 (Abgeschrieben)
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