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Wintertipps für Smartphone-User So funktioniert der Touchscreen auch bei Frost

Der Frost stellt Smartphone-Fans auf eine harte Probe, denn mit Handschuhen funktionieren Touchscreens nicht. Soll man nun auf das Handy verzichten oder Frostbeulen riskieren? Der Überblick über mögliche Lösungen - von Handwärmer bis Würstchen-Trick.

Winterwetter macht Smartphone-Usern zu schaffen. Sobald man einen wärmenden Handschuh über seine Finger streift, reagieren die berührungsempfindlichen Bildschirme von iPhone und Co. nicht mehr auf Eingaben. Sie funktionieren nur mit Eingabemedien, die elektrische Ladungen aufnehmen können, so wie menschliche Finger.

Deshalb auf Handschuhe zu verzichten ist bei Temperaturen um minus zehn Grad keine echte Alternative. Nach wenigen Minuten würden die Finger anfangen zu schmerzen, durch die Kälte zusehends bewegungsunfähig werden.

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Eiskalt angefasst: Smartphone-Handschuhe im Test

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Eine pragmatische Lösung sind fingerlose Handschuhe. Die bekommt man für ein paar Euro oder lässt sie sich von seinen Kindern schenken. Am Smartphone funktionieren die prima, weil sie die Fingerkuppen frei lassen, so dass man direkten Kontakt zum Display hat. Aber sie wärmen die Hände eben auch nur bis zu den Fingerkuppen. Bei Temperaturen um den Nullpunkt ist das gut auszuhalten. Ist es kälter, wünscht man sich Handschuhe die ganz geschlossen sind, auch die Fingerkuppen vor Kälte schützen und doch mit Touchscreens funktionieren.

Solche Handwärmer gibt es. Ein typisches Beispiel sind die Touchscreen Gloves von Mujjo . In ihre Spandex-Acryl-Mischung sind hauchdünne Silberfasern eingesponnen. Weil Silber elektrisch leitet, funktionieren sie auch auf Touchscreens. Außerdem geben die Silberfäden den Mujjo-Handschuhen ihren typisch metallisch-melierten Look, weil sie in das gesamte Material eingearbeitet sind. Mit 13,5 Prozent gibt der Hersteller den Anteil an Silbergarn an. Wohl auch, um zu begründen, weshalb die Handschuhe mit 25 Euro (plus Versandkosten) relativ teuer sind.

Dafür funktionieren sie gut. Alle Alltagsaufgaben - Nummern wählen, Texte tippen, E-Mails scrollen - lassen sich damit problemlos erledigen. Für besonders feine Arbeiten, wie etwa Detailbearbeitung von Fotos, sind sie zu grob. Zudem wärmen sie nur leidlich, was wohl auch am Material liegen mag. Wirklich warm werden sie erst in Kombination mit fingerlosen Handschuhen, die man als zweite Schicht überziehen kann.

Mehr Wolle, weniger Silber

Etwas besser wärmen die iTech Gloves von G&BL . Verantwortlich dafür dürfte sein, dass der italienische Hersteller ihnen wenigstens einen Wollanteil von 30 Prozent im Acrylgewebe gegönnt hat. Dafür wird bei diesen Modellen auf Silberfasern verzichtet, was sich auch im Preis widerspiegelt. Laut Pressemeldung sollen sie ab 16 Euro verfügbar sein, im Webshop des Herstellers werden sie für 15 Euro angeboten. Dort hat man die Wahl zwischen fünf verschiedenen Farben und - je nach Modell - bis zu drei Größen.

Welches Material bei den iTech-Handschuhen verwendet wird, um sie leitfähig zu machen, verrät der Hersteller nicht. Anders als die Modelle von Mujjo sind bei ihnen allerdings nur die Kuppen von Mittel- und Zeigefinger sowie die Daumen mit einem leitfähigen Material versehen. Zehnfingertippen auf dem iPad klappt damit also nicht. Aber das ist auch ohne Handschuhe schon schwierig genug.

Die koreanische Lösung

Es gibt allerdings noch eine ganz andere Möglichkeit, sein Smartphone bei frostigen Temperaturen zu bedienen. Und die funktioniert sogar, ohne dass man neue Handschuhe kaufen muss: Würstchen. Hört sich bekloppt an, funktioniert aber. 2010 sorgte diese Erkenntnis für einen regelrechten Würstchen-Boom in Südkorea. Experimentierfreudige iPhone-User hatten damals herausgefunden, dass einzeln verpackte Würstchen der Marke Maxbong elektrostatisch kompatibel zum iPhone-Touchscreen sind. Auf YouTube machten etliche Videos die Runde, die das beweisen - wie jenes vom Würstchen-Trommler .

Der Hype um die alternative Eingabemethode ging damals so weit, dass sich sogar die Behauptung manifestierte, der Trick funktioniere nur mit den koreanischen Maxbong-Würsten. Eine Legende, die vor allem dem US-Zubehörhändler Casecrown zugute kam, der die asiatische Leckerei damals für 99 US-Cent pro Stück an fröstelnde iPhone-Nutzer verkaufte .

Ob ein solch teurer Originalimport nötig ist, haben wir geprüft, mit ordinären Wiener-Würstchen aus dem Supermarkt. Ob der Versuch erfolgreich verlaufen ist, können Sie sich selbst anschauen, im Video zu diesem Artikel.