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MacBook Pro: Neues Apple-Display ist viermal schärfer

Foto: Paul Sakuma/ AP

Entwicklerkonferenz WWDC Apple präsentiert neues Macbook Pro

Einmal alles neu: Apple hat seine Notebooks überholt und verbaut nun "Ivy Bridge"-Prozessoren. Zum Auftakt der Entwicklermesse in San Francisco stellt der Konzern außerdem ein völlig neues Macbook Pro mit hochauflösendem Display vor.

San Francisco - Zum Start der Apple-Entwicklerkonferenz hat das Unternehmen neue Notebooks präsentiert. Marketing-Chef Phil Schiller kündigte am Montagabend deutscher Zeit eine grundüberholte Produktpalette an, die auf Intels neuer Prozessorarchitektur "Ivy Bridge" aufbaut und schnellere USB-Schnittstellen bietet. Die Windows-Konkurrenz hatte solche Notebooks bereits auf der Computex vergangene Woche vorgestellt.

Was die Konkurrenz allerdings nicht hat: hochauflösende Displays. Die nennt Apple Retina, erstmals wurden sie im iPhone 4 und im dritten iPad verbaut. Das neue Macbook Pro mit 15,4 Zoll Bildschirmdiagonale bringt es damit auf eine Auflösung von 2880 x 1800 Pixeln und ist damit etwa viermal feiner aufgelöst als herkömmliche Displays. Der Klapprechner mit Vierkernprozessor Intel Core i7 soll dabei nur rund 1,8 Zentimeter dick sein (siehe Fotostrecke).

Sieben Stunden soll der Akku halten, bis zu 768 Gigabyte auf SSD gespeichert werden können. Das hochauflösende Display wird versorgt von einer Geforce-Grafikkarte von Nvidia - benötigt allerdings auch angepasste Programme, wenn diese nicht plötzlich pixelig aussehen sollen. Das Betriebssystem und einige eigene Anwendungen hat Apple nach eigenen Angaben bereits angepasst, Hersteller wie Adobe sind ebenfalls schon an Bord.

Gezeigt wurde etwa Video-Bearbeitung im HD-Modus - das 1080 Pixel breite Videobild passt dabei ohne jede Verkleinerung in die Oberfläche der Bearbeitungssoftware FinalCut. Das neue Macbook Pro kostet in der Basisversion (8 Gigabyte Arbeitsspeicher, 256 Gigabyte SSD) in den USA umgerechnet rund 1760 Euro, in Deutschland 2279 Euro. Die Top-Version kostet 2899 Euro.

Möglichst viele Nutzer in die Apple-Cloud

Die bereits eingeführten Modelle Macbook Pro und Macbook Air wurden aufgehübscht. Das Air bekommt unter anderem eine bessere Kamera für Videochats, alle Air-Modelle werden mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und SSD-Festplatten von 64 bis 256 Gigabyte ausgeliefert. Das Einstiegsmodell mit 11-Zoll-Display kostet rund tausend Dollar und wurde damit im Preis leicht gesenkt. Das "alte" Macbook Pro bekommt einen neue Grafikkarte von Nvidia mit bis zu ein Gigabyte Arbeitsspeicher - beide Notebook-Reihen sollen sofort verfügbar sein.

In die nächste Version des Apple-Betriebssystems Mac OS X, Nummer 10.8, Codename "Mountain Lion", sollen Twitter, Flickr und Vimeo direkt integriert werden. Von Facebook war zunächst nicht die Rede. Dafür aber von einer weiteren Integration in Apples Datenwolke, die iCloud. Im Webbrowser besuchte Seiten können so zum Beispiel synchronisiert werden und stehen auf einem weiteren Gerät zur Verfügung.

Der vom iPhone bekannte Sprachassistent Siri kommt nun auch auf Apples Notebooks und Desktop-Rechnern zum Einsatz - zumindest ein bisschen, so sollen sich etwa Word-Dokumente diktieren lassen. Mit Hilfe einer Funktion namens "Air Play Mirroring" soll sich der gesamte Bildschirminhalt in HD-Auflösung an einen Fernseher übertragen lassen (dazu wird dann zusätzlich eine an den Fernseher angeschlossene Apple-TV-Box benötigt). Das neue Game Center vereint iOS- und OS-X-Spiele, man soll online mit iPad und Mac gegeneinander spielen können.

Mit dem neue OS X nimmt Apple verstärkt chinesische Kunden ins Visier: Die Eingabe chinesischer Schriftzeichen soll verbessert werden, ein Wörterbuch bereit stehen. In den Apple-Browser Safari wird die chinesische Suchmaschine Baidu integriert. Das neue Mac OS soll im kommenden Monat erhältlich sein - und rund 20 Dollar kosten, für eine beliebige Anzahl privat genutzter Macs. Apple will offenbar sicherstellen, dass möglichst viele seiner 66 Millionen Mac-Nutzer sich in die Apple-Cloud begeben.

iPhone lässt Besitzer schlafen

Die nächste Version des Mobil-Betriebssystems iOS, die im Herbst erscheinen soll, wartet mit einigen Verbesserungen auf - und einer wirklich bahnbrechenden Funktion, mit der man dem Telefon anzeigen kann, dass man nicht gestört werden möchte. So klingelt das iPhone nur noch mitten in der Nacht, wenn ausgewählte Personen anrufen. Nutzer anderer Handy-Marken mögen über diese Nachricht nur müde lächeln, iPhone-Besitzer endlich ungestört schlafen.

Den Kartendienst von Google ersetzt Apple in iOS 6 wie erwartet mit einem eigenen. Der Empfehldienst Yelp ist gleich mit integriert, ebenso Verkehrsmeldungen (zumindest für die USA) und ein Navigationssystem. In Echtzeit sollen anonym Verkehrsdaten gesammelt werden, so dass alternative Routen und Zeitersparnisse angezeigt werden können. Der Navigator hört, wenig verwunderlich, auf Spracheingaben. Integriert in die neue Kartenfunktion sind 3-D-Modelle von Städten - so ähnlich wie Google sie gerade präsentiert hat. Vorgeführt wird die Funktion auf einem iPad, wo der Effekt in Echtzeit berechnet werden soll. Die Auflösung - gezeigt werden "Flyovers" von San Francisco und Sidney - sieht auf den ersten Blick sehr überzeugend aus.

Eingangs hatte Apple-Chef Tim Cook - wie bei solchen Events üblich - Superlative verkündet: 400 Millionen registrierte Nutzer hat der App Store, 650.000 Apps stehen dort zur Auswahl. Fünf Milliarden Dollar hat Apple nach eigenen Angaben an App-Entwickler ausgezahlt. In 100 Ländern ist der Store verfügbar, Cook kündigt 32 weitere Länder an. Den Zahlen zum Trotz lässt sich der Store bisher wenig komfortabel bedienen und nur schwer durchsuchen, wer es mit seiner App nicht in eine Top-Auswahl von Apple schafft, läuft praktisch unter dem Radar.

Noch mehr Geheimniskrämerei hatte Apple-Chef Tim Cook bei einem Auftritt Ende Mai für dieses Jahr versprochen. Zum Mythos der Marke gehört es, dass Produkte nicht lange Zeit im voraus angekündigt werden, sondern so schnell wie möglich nach ihrer Enthüllung auch in den Läden stehen.

mak/ore
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