Nach Warnung aus Litauen BSI findet keine Sicherheitslücken in Xiaomi-Smartphones

Litauens Cyberabwehr hatte vor Schwachstellen und Zensurfunktionen in chinesischen Smartphones gewarnt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat daraufhin eigene Tests angestellt – mit klarem Ergebnis.
Xiaomi-Smartphone Mi 9 (Archivbild)

Xiaomi-Smartphone Mi 9 (Archivbild)

Foto: Jason Lee / REUTERS

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in Smartphones von Xiaomi weder Sicherheitslücken noch Hinweise auf Zensurfunktionen entdeckt. Das teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit und bestätigte einen entsprechenden Bericht des Deutschlandfunks .

Das BSI hatte die Geräte aus China über mehrere Monate hinweg untersucht, weil die litauische Cyberabwehr im vergangenen September vor Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Mobiltelefonen gewarnt hatte. Die Litauer hatten sich konkret auf das Modell Xiaomi Mi 10T 5G bezogen, aber auch das OnePlus 8T 5G und das Huawei P40 5G untersucht.

Im Xiaomi-Modell hatten sie eine in Litauen inaktive, aber zumindest vorhandene Funktion entdeckt, die heruntergeladenes Material zensieren könnte. Demnach würden mehrere Apps, darunter der Mi-Browser, regelmäßig Listen mit verbotenen Ausdrücken herunterladen, wie zum Beispiel »Free Tibet« oder »Long live the democratic Taiwan«. Zum Untersuchungszeitpunkt habe die Liste 449 Begriffe und Kombinationen in chinesischen Buchstaben enthalten. »Das Gerät ist technisch in der Lage, die Funktion jederzeit auf Kommando von außen zu aktivieren und Inhalte zu zensieren, ohne Zustimmung der Nutzer. Wir können nicht ausschließen, dass das auch mit lateinischen Buchstaben funktioniert«, hieß es in der Mitteilung des litauischen Verteidigungsministeriums .

Xiaomi begrüßt die BSI-Stellungnahme

Das BSI jedoch habe in seiner Untersuchung »relevanter Geräte« keine Auffälligkeiten festgestellt, erklärte der BSI-Sprecher. Es sei auch keine Übertragung von Filterlisten festgestellt worden. Deshalb seien keine weiteren Nachforschungen oder andere Maßnahmen bezüglich der Xiaomi-Smartphones erforderlich. Das Ergebnis der Untersuchungen beziehe sich auf Deutschland.

Ein Sprecher von Xiaomi begrüßte die BSI-Stellungnahme. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten das Engagement von Xiaomi für eine transparente und verantwortungsbewusste Geschäftstätigkeit, bei der die Privatsphäre und die Sicherheit der Kunden oberste Priorität hätten. »Sie hat bewiesen, dass wir alle EU- und nationalen Datenschutz- und Sicherheitsgesetze sowie alle geltenden EU-Normen für unsere Produkte einhalten.«

pbe/dpa
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