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12. Oktober 2011, 09:50 Uhr

93.000 geknackte Konten

Neuer Hacker-Angriff auf Sony

Wieder haben Unbekannte zugeschlagen, wieder waren Sonys Online-Netzwerke das Ziel. 93.000 Nutzerkonten seien kompromittiert worden, teilt der Konzern mit. Doch das sei eigentlich nicht so schlimm.

Der japanische Elektronikkonzern Sony ist erneut Ziel eines Hackerangriffs geworden. Im Firmenblog teilte Sonys Chef für EDV-Sicherheit Philip Reitinger mit, dass Unbekannte einen großangelegten Angriff auf das Sony Entertainment Network, das Playstation Network und Sony Online Entertainment durchgeführt haben. Zwischen dem 7. und 10. Oktober habe man eine große Zahl von Versuchen beobachtet, mit offensichtlich gestohlenen Login-Daten und Passworten auf die Sony-Netzwerke zuzugreifen. Insgesamt wurden 93.000 Nutzerkonten kompromittiert.

Sony war erst im April Opfer eines Hackerangriffs geworden. Dabei wurden sensible Daten von weltweit etwa hundert Millionen Kunden des Playstation Network und des Musik- und Filmdienstes Qriocity gehackt. Später räumte der Konzern ein, dass auch Daten aus seinem Online-Spielenetzwerk Sony Online Entertainment gestohlen wurden. Es folgten weitere Angriffe auf Online-Dienste von Sony. Der Konzern stoppte daraufhin zeitweise sämtliche Online-Angebote.

Im aktuellen Fall sind offenbar Daten genutzt worden, die von "anderen Firmen, Seiten oder Quellen" stammen, erklärt Sony-Manager Reitinger. Es sei wahrscheinlich, dass die verwendeten Datensätze nicht aus Sonys Netzwerken selbst kommen. Eine Begründung für diese Annahme liefert der Sicherheitschef nicht. Stattdessen versucht er den Angriff klein zu reden, indem er darauf hinweist, die 93.000 betroffenen Nutzerkonten würden nur 0,1 Prozent der Gesamtkunden der Sony-Netzwerke darstellen.

Ermahnung zu mehr Sicherheitsbewusstsein

Zudem seien die Angreifer nicht an Kreditkarten-Daten gelangt. Die betroffenen Kunden würden informiert und aufgefordert, ihr Passwort zu ändern. Zur Sicherheit seien betroffene Konten vorläufig geschlossen worden. Schließlich belehrt Reitinger Sonys Kunden in seinem Blogpost, dass sie besonders drauf achten sollen, starke Passworte zu verwenden und für jeden Online-Dienst eine einmalige Nutzername-Passwort-Kombination einzurichten.

In den Kommentaren zu Reitingers Mitteilung ist von Unmut oder Erschrecken nichts zu spüren. Stattdessen loben die meisten Kommentatoren, dass Sony seine Kunden dieses Mal so gut und schnell über den Hackerangriff informiert. Nach dem großen Hackerangriff im April hatte sich de Konzern eine Woche Zeit gelassen, bevor er die Öffentlichkeit informierte.

mak/AFP

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