Virtuelle Währung Admin lässt Kunden-Computer Bitcoins für sich rechnen

Geld errechnen mit den Computern Ahnungsloser: Der Mitarbeiter einer Online-Spielefirma hat eine Bitcoin-Software auf die Computer von Kunden geschleust. Er errechnete bis zu seiner Entdeckung umgerechnet fast 3000 Euro.
Bitcoin: Die virtuelle Währung kann jeder auf seinem Rechner erschaffen

Bitcoin: Die virtuelle Währung kann jeder auf seinem Rechner erschaffen

Ein Angestellter des Gaming-Netzwerks ESEA hat einen Bitcoin-Rechner auf die Kunden-Rechnern geschmuggelt. Dort errechnete die Software Einheiten der virtuellen Währung für ihren Schöpfer, wie "Wired" berichtet. Bitcoins werden nicht geprägt oder von einer Zentralbank ausgegeben, sondern errechnet. Das System basiert auf der verteilten Arbeitsleistung Tausender an einem Netzwerk beteiligter Rechner.

Die ESEA betreibt eine Computerspiel-Liga, in der alle Spieler Anti-Betrugssoftware auf ihrem Rechner installieren müssen. Dieses Programm überwacht bei den 14.000 zahlenden Kunden, dass sie bei "Counter-Strike" nicht schummeln.

Die leidtragenden User bemerkten die Veränderung vor allem dadurch, dass ihre Rechner mehr arbeiteten als gewöhnlich. Ein erzürnter Gamer  soll sich sogar beschwert haben, die Bitcoin-fördernde ESEA-Software habe seine Grafikkarte zerstört.

Die Netzwerk-Verantwortlichen  reagierten auf den am Dienstag entdeckten Nebenerwerb ihres Mitarbeiters recht konfus. Zunächst, so "Wired", erklärten sie, es habe sich um eine Art verspäteten Aprilscherz gehandelt. Am Mittwoch führte Mitgründer Eric Thunberg einen technischen Fehler als Ursache an, doch diese Angaben hätten auf unzureichenden Erkenntnissen beruht, so Craig Levine: "Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Angelegenheit weitaus ernster war, als wir zunächst geglaubt hatten."

Die ESEA hatte im April für kurze Zeit die Einführung einer Zusatzoption zum Errechnen von Bitcoins erwogen. Unternehmensmitgründer Craig Levine  berichtet, das Konzept sei wieder begraben worden. Ein Angestellter habe heimlich eine modifizierte Version des Codes an die Kundenrechner ausgeliefert. Die Software soll bis zur Entdeckung 30 Bitcoins errechnet haben, umgerechnet derzeit an die 2800 Euro.

Die ESEA will den erschlichenen Betrag aus eigenen Mitteln der amerikanischen Krebsgesellschaft ACS spenden. Außerdem sollen für April 2013 angemeldete "Premium-Kunden" einen Gratismonat erhalten, darüber hinaus entschuldigte sich das Unternehmen  bei allen von der Manipulation Betroffenen.

meu
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