Übernahme für eine Milliarde Dollar Twitch geht an Amazon, nicht an Google

Twitch stand eigentlich auf der Wunschliste von Google. Doch der Onlinehändler Amazon ist dem Internetriesen zuvor gekommen: Für rund eine Milliarde Dollar übernimmt er das Spiele-Streamingportal.

Erfolgreiche Plattform für Spielemitschnitte: Twitch

Erfolgreiche Plattform für Spielemitschnitte: Twitch


San Francisco - Auf der Video-Website Twitch können Fans Gamern live beim Spielen zuschauen und sich darüber auslassen, wie wer spielt. Manchmal verfolgen Tausende Zuschauer die Spiele, bei Turnierspielen sind es bis zu 300.000 Fans. Vor drei Jahren ist Twitch mit solchen Videoübertragungen groß geworden. Nun hat Amazon die Website gekauft. Rund eine Milliarde US-Dollar hat der Online-Händler dafür ausgegeben. Der Kaufpreis liegt bei rund 970 Millionen Dollar in bar, wie Amazon mitteilte.

Als wahrscheinlicher Käufer war zuvor seit Mai Google gehandelt worden. Der Internet-Konzern mit seiner mächtigen Videoplattform YouTube sei aber wegen möglicher Probleme mit Wettbewerbshütern besorgt gewesen, berichtete das Magazin "Forbes" unter Berufung auf informierte Personen.

Das "Wall Street Journal" hatte am Montag wenige Stunden vor Bestätigung des Deals einen Preis von mehr als einer Milliarde Dollar genannt. Beim Online-Dienst "The Information", der als erster Amazon als Käufer nannte, hieß es, auch Google habe rund eine Milliarde Dollar bezahlen wollen.

Twitch war im Jahr 2011 als Nischenangebot gestartet. Der Dienst gewann aber schnell Popularität vor allem bei jungen Internetnutzern. Der Dienst kam zuletzt auf rund 55 Millionen Nutzer, von denen eine Million Videos im Netz platzierte.

Amazon macht sich mit dem Kauf zum größeren Konkurrenten von Google. Laut Medienberichten will der Online-Händler demnächst auch ein eigenes System zur Vermarktung von Werbeplatz im Internet starten. Amazon hat auch ein eigenes Geschäft mit Online-Spielen auf Basis des Betriebssystems Android.

Fotostrecke

7  Bilder
Populärer Videodienst: Was das Besondere an Twitch ist

kha/dpa/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mark_Ellos_1 25.08.2014
1. Interessant
Bin gespannt was Amazon damit anstellen will/wird. In das aktuelle Produkt-Portfolio passt es ja nicht richtig hinein.
schmusel 26.08.2014
2.
In dem Moment ab dem die streams mit Werbung zugepflastert werden, ist Twitch auf dem Weg in die Tonne und eine der zahlreichen clones wird (für eine Weile) zum neuen Liebling der Massen. Mal sehen ob Amazon genau so viel Geduld mit der kommerziellen Entwicklung von Twitch hat, wie es Google seinerzeit mit Youtube hatte - bevor das grosse Werben losging.
Quantus 26.08.2014
3. Auch gut
Auch wenn ich viel von google halte finde ich es doch ganz gut, dass auch noch andere Firmen als google und ab und an mal Apple große Technik/Internet-Firmen übernehmen. Mit Twitch lässt sich noch vieles machen, und viele Twitcher laden ihre Highlights später bei Youtube hoch, schon irgendwie beruhigend wenn nicht alles aus einer Hand gelenkt wird.
Jack 26.08.2014
4.
Schade für die Twitch-Angestellten. Die wären bei Google sicher besser dran gewesen als jetzt bei Amazon.
Wunderläufer 26.08.2014
5. Krake Amazon
Amazon wird immer mehr zum allumfassenden Dienstleister bzw. Datenkrake. Hoffentlich kommt bald der große Knall
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.