Angespielt Deus Ex - Human Revolution

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Schleichen oder schießen? Computer hacken oder Gewalt anwenden? "Deus Ex: Human Revolution" stellt Spieler mit jedem Level, mit jedem Abschnitt vor diese Überlegungen und füllt damit ein schweres Erbe grandios aus. Schließlich gilt der von Spieleguru Warren Spector entworfene erste Teil der Reihe, das 2000 erschienene "Deus Ex" als eines der stilbildenden Spiele des Jahrzehnts. Es definierte Handlungsfreiheit in Spielen neu, ließ Spieler ihren Weg gehen und bot dazu eine Hintergrundgeschichte, die sich in ihrer Ernsthaftigkeit wohltuend von anderen abhob. Ein zweiter Teil, "Invisible War", setzte mit fragwürdigen Veränderungen zwar alles daran, die Reputation des Erstlings zu zerstören, schaffte das aber nicht.

Jetzt also "Human Revolution", zehn Jahre später. Mit seinen Vorgängern hat es nur noch den Titel gemein, die Protagonisten sind komplett ausgetauscht worden und mit ihnen das Thema. Ging es in den ersten Teilen um Verschwörungstheorien, so ist es nun Transhumanismus, die Vorstellung also, man könne den Menschen mit technischen Erweiterungen verbessern. Als Science Fiction-Thema funktioniert das sehr gut und hat auf das Spiel ganz praktische Einflüsse: Die Optimierung des menschlichen Körpers wird über so genannte Augmentierungen gelöst. Das können verbesserte Augen, eine erhöhte Sprungkraft oder auch Hilfen für das Hacken von Computern sein. Sogar die eigenen sozialen Fähigkeiten lassen sich augmentieren - wer bezahlt, kann sich besser in die Avatare der Spielwelt hineinversetzen. Solche Optimierungen kann man nach und nach in seinen Protagonisten, den Sicherheitsmann Adam Jensen, einbauen und ihn so zu einer Figur nach dem eigenen Geschmack formen.

Ohne Verschwörung kommt "Deus Ex: Human Revolution" allerdings nicht aus: Kämpfe zwischen Befürwortern und Gegnern der Augmentierungen überschatten eine Welt, die nicht ganz überraschend an "Blade Runner" erinnert. Düstere Farben und Dunkelheit sind die bestimmenden Merkmale dieser Welt.

Über eines aber muss man sich im Klaren sein: Das Spiel macht es einem nicht leicht. Gerade am Anfang ist man von den Möglichkeiten leicht überfordert, verhakt sich in der Steuerung und zweifelt immer wieder am eingeschlagenen Weg.

Doch hat man den eine Weile verfolgt, kann man eines der besten Spiele des Jahres erleben.

"Deus Ex: Human Revolution" von Square Enix, für PC, Xbox 360 und Playstation 3, ab 45 Euro; USK: Ab 18 Jahren

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