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Angespielt: Goat Simulator

Foto: Coffee Stain Studios

Videospiel "Goat Simulator" Hier fliegen die Ziegen

Der "Goat Simulator" sorgt unter Videospielern derzeit für Verwunderung, Ärger, aber auch viel Spaß. Der bizarre Titel ist eine Art Physikdemonstration in einer offenen Welt. In der Hauptrolle: eine äußerst destruktive Ziege.

Ich ramme ein Auto mit meinen Hörnern, es explodiert. Ich renne durch einen Zaun auf ein Fabrikgelände, als Belohnung für meinen Einbruch bekomme ich Extrapunkte. Auf dem Bildschirm erscheint "Fuck the Police". Ich schlecke mit der Zunge an einem Laster, der bleibt kleben, und ich ziehe ihn hinter mir her. Ich ramme in eine Zapfsäule, die Tankstelle explodiert, und "Michael Bay!" blinkt in verschiedenen Farben auf. Ich bin eine Zerstörungsmaschine, der Härteste der Harten. Ich bin, nun ja, eine Ziege.

"Goat Simulator", der Ziegensimulator war nie als Spiel geplant. Eigentlich sollte er dazu dienen, Entwickler des schwedischen Coffee Stain Studios mit einer neuen Software vertraut zu machen. Dummerweise stellte das Studio aber einen kurzen Clip ins Netz, auf dem zu sehen war, wie eine Ziege Gegenstände umwirft. Innerhalb kürzester Zeit stiegen die Zuschauerzahlen in schwindelerregende Höhen. Immer mehr Scherzbolde verlangten einen richtigen "Goat Simulator". Coffee Stain gab nach. Das Ergebnis ist - wie nicht anders zu erwarten - ziemlicher Schwachsinn.

Doch der Schwachsinn funktioniert ziemlich gut. Anleihen an Skater-Spiele wie "Tony Hawk" sind spürbar, Open-World-Spiele wie "Grand Theft Auto" werden zitiert, Alltagssimulationen wie der "Landwirtschafts-" oder der "Bussimulator" persifliert.

Und dennoch ist der "Goat Simulator" bei allem Unfug und aller Unfertigkeit - er ist tatsächlich voller kleiner Bugs, die wiederum zum Experimentieren einladen - ein wunderbarer kleiner Spielplatz. Auf dem man testen kann, wie weit Autos fliegen, wenn man sie anschubst, ob man Laster tatsächlich eine Rutsche hochziehen kann, was man tun muss, um Hunderte Meter in die Luft zu fliegen oder auch wie viele Menschen man opfern muss, um eine satanische Ziege zu werden. Unklar bleibt immer, was man eigentlich davon hat. Man könnte auch sagen, der "Goat Simulator"  lädt zum Spielen in seiner ursprünglichsten, völlig unreglementierten und ziellosen Form ein.

Er ist die durchdachte Ausführung eines betrunkenen Witzes. Nicht unbedingt nachhaltig, aber sehr viel tiefgehender, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Das sagen die anderen: Erwartungsgemäß spaltet der "Goat Simulator" die Rezensentenschaft. Während etwa die US-Seite "IGN"  schreibt, der Simulator sei "kaum ein Spiel, aber eine Menge Spaß" empfahl der britische "Guardian" , auf den Rat der Entwickler selbst zu hören - und das Spiel lieber nicht zu kaufen.


"Goat Simulator" von Coffee Stain Studios, für PC, ca. 10 Euro

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