Angespielt Meuchelmörder und schnelle Autos

Assassin's Creed: Brotherhood


Das Grundrezept der "Assassin's Creed"-Reihe ist simpel: Man nehme eine Prise Schwert und Degen, einen Löffel Dan-Brown-Verschwörungstheorie und füge das mit riesigen Spielwelten zusammen, in denen man sich frei bewegen kann, sowohl auf dem Boden als auch auf den Dächern und Wänden der Häuser. Heraus kommt ein Spiel mit phantastischer Grafik, mit einer Atmosphäre, die es tatsächlich schafft, ein Abbild vergangener Zeiten zu beschwören. Der größte Spaß aber ist immer die Bewegungsfreiheit. Keine Mauer, die nicht erklommen werden kann, kein Dach, das nicht die Möglichkeit bietet, einen gewagten Sprung auf das Nachbarhaus zu machen, oder sich zumindest mit einem Bauchkribbeln in den nächsten Heuhaufen fallen zu lassen.

Kein Wunder, dass sich die Spiele der Reihe gut verkaufen und Hersteller Ubisoft fleißig neue Teile produziert. Mit "Brotherhood" nun den dritten in ebensoviel Jahren. Das Erstaunliche: Im Gegensatz zum üblichen Gesetz der Serie, das besagt, je mehr Teile in schneller Reihenfolge, desto öder die Spiele, überrascht "Brotherhood". Denn es ist das mit Abstand beste und ausgefeilteste der Reihe.

Selbstbewusst sind die Entwickler hier vorangegangen. Haben die Renaissancewelt des Vorgängers nach Rom geholt und ein straffes Spiel geschaffen, in dem es kaum Leerlauf gibt. Vielfältig sind die Missionen, auch wenn immer noch im Zentrum steht, dass man einen Assassinen spielt, einen Meuchelmörder, weshalb die wesentlichen Aufgaben vor allem darin bestehen, Gegner möglichst kunstvoll ins Jenseits zu befördern. Immer wieder elegant sind die Läufe, die der Assassine Ezio über die Dächer Roms macht, die Art, wie er Türme erklettert, um neue Gebiete zu sichten. Beeindruckend, wie er raubvogelhaft auf den richtigen Moment lauert, um sein Opfer zu töten. Leicht von der Hand geht das. Die Steuerung ist spürbar verbessert, auch wenn es immer wieder Momente gibt, in denen Ezio in die falsche Richtung springt.

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Angespielt: Assassin's Creed: Brotherhood
Es sind neue Elemente im Spiel, die etwas von dem Zauber des Schleichens nehmen, den die ersten Teile hatten. Türme, die bisher vor allem heimlich erklommen werden mussten, müssen jetzt erobert, Hauptleute getötet und die Türme nach dem Ersteigen angezündet werden. So werden Stadtteile Roms unter den Einfluss von Ezio gebracht. Das ist mehr Machtdemonstration als heimliches Erkunden. Genau wie auch das Töten von Wachen inzwischen nicht mehr dazu dient, unerkannt zu bleiben, sondern auch als Nachschublieferung betrachtet werden kann: Sie tragen anders als in den Vorgängern immer Dinge mit sich, die man gerade dringend gebrauchen kann. Und auch die namensgebende Bruderschaft ist eine Neuerung. Mit einem Pfiff kann Ezio andere Assassinen rufen und ihnen den Mord an einem Opfer befehlen. Das bringt neue taktische Möglichkeiten und ermöglicht es ihm, sich nicht einmal die Hände schmutzig zu machen.

"Brotherhood" ist in vielem deutlich besser als die Vorgänger, selbst die Geschichte wirkt kohärenter und wird ab einem Punkt mit einem sehr geschickten Kniff vom Spiel selbst in die Hand genommen, damit sie nicht durch das Abarbeiten von Nebenmissionen an Fahrt verliert. Eine Eigenschaft, die sonst sehr viele der Sandkastenspiele haben. "Brotherhood" ist das, was die beiden Vorgänger versprachen: Ein gewaltiges Epos, das eine spannende Geschichte ohne Tiefsinn erzählt und gleichzeitig ein Sandkastenspiel mit unzähligen Möglichkeiten.

"Assassin's Creed: Brotherhood" von Ubisoft, für PC, Playstation 3 und Xbox 360, ab 40 Euro; USK: Ab 16 Jahren



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
Ty Coon, 10.12.2010
1. Einverstanden, aber ...
Zitat von sysop"Assassin's Creed: Brotherhood" erobert Rom, "Need for Speed: Hot Pursuit" die Straße. "Gran Turismo 5" sammelt Autos, während "Call of Duty" den kalten Krieg nachstellt und "Red Dead Redemption: Undead Nightmare" Zombies in den Western holt. Die wichtigsten Spiele des Monats von Carsten Görig. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,733244,00.html
Warum muß hier gesagt werden, in der Simulation von "Gran Turismo" komme der Spaß zu kurz? Dem Autor sei seine Meinung gegönnt, aber ich habe mit diesem Spiel mehr Spaß als mit allen anderen Rennspielen zuvor. Mir ist das fast noch zuviel Arcade und zuwenig Simulation. Mein unmaßgeblicher Senf dazu ...
vali.cp 10.12.2010
2. ...
Zitat von Ty CoonWarum muß hier gesagt werden, in der Simulation von "Gran Turismo" komme der Spaß zu kurz? Dem Autor sei seine Meinung gegönnt, aber ich habe mit diesem Spiel mehr Spaß als mit allen anderen Rennspielen zuvor. Mir ist das fast noch zuviel Arcade und zuwenig Simulation. Mein unmaßgeblicher Senf dazu ...
Weil die Artikel hinsichtlich Games etc lediglich die Datenbank füllen sollen. Inhaltlich kann man das @papierkorb schieben. Kriterien, die für Games üblich sind, werden hier bewusst, wahrscheinlich weil den Verfassern gar nicht mal bekannt, nicht beachtet. Bevor ich den Artikel zu Black Ops angeklickt habe, wusste ich unmittelbar womit er eingeleitet wird. Kennt man ja... Das hat schon fast das amazon-Rezension-Niveau, wenn sich unmündige Kiddis über Spiele auslassen. Sachlich gänzlich am Thema vorbei, aber wen interessiert. Der gewöhnlich spon Leser jenseit der 40 kennt sich da eh nicht aus, fällt entsprechend auch nicht auf ;)
So_Lu 10.12.2010
3. titel
Eine objektive Meinung zu CoD wäre hier wohl angebracht. Grafik, Spielspaß, Missionen etc. Der Artikel sagt mir das der Autor nicht auf Egoshooter steht die von Krieg handeln. Diejenigen die der Artikel interessiert werden leider enttäuscht. also: Singleplayer soll nichts besonderes sein, paar neue Missionarten und halt viel Action, nix neues für CoD Kenner. Aber der Multiplayer wird wohl wieder rausholen ;)
Fischlord 10.12.2010
4. CoD objektiv oder subjektiv? -.- wohl eher subjektiv
Zitat von So_LuEine objektive Meinung zu CoD wäre hier wohl angebracht. Grafik, Spielspaß, Missionen etc. Der Artikel sagt mir das der Autor nicht auf Egoshooter steht die von Krieg handeln. Diejenigen die der Artikel interessiert werden leider enttäuscht. also: Singleplayer soll nichts besonderes sein, paar neue Missionarten und halt viel Action, nix neues für CoD Kenner. Aber der Multiplayer wird wohl wieder rausholen ;)
sehe ich genauso. Eine konstruktive Kritik ist das nicht und es werden immter nur solche Szenen genommen. Es herrscht in dieser Welt keine objektive Ausseinandersetzung mit Egoshooter, sie sind angeblich "schlecht", dass diese das Teamverhalten deutlich positiv beeinflussen kann und das man über solche Spiele sogar soziale Kontakte knüpfen kann wollen die meisten gar nicht sehen.... Sry SPIEGEL aber gerade von euch hätte ich eine bessere und objektiver Meinung zugetraut
joka_110 10.12.2010
5. angespielt passt
denn so wirklich hat sich der Autor mit den Spielen offensichtlich nicht beschaeftigt. GT5 als herzlos zu bezeichnen ist einfach eine unglaubliche Frechheit und das nur weil man nicht gleich mit der groessten Kiste alle Rennen fahren kann. Pah! Alle GT Teile sind so aufgebaut und das spiel scheint trotz der grossen Langeweile gut anzukommen.# Die CoD Kritik ist natuerlich das allerletzte. Es gibt wahrscheinlich ne interne Order boese Egoshooter generell zu verreissen weil sie gewaltverherrlichend und etwas hirnlos sind. NA UND?! Der Multiplayer Modus rockt trotzdem total.
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