Angespielt The Legend of Zelda: Windwaker HD

"Windwaker" war einst das umstrittenste Spiel der "Zelda"-Reihe. Radikal brach es mit den ästhetischen Gepflogenheiten der Serie, ersetzte detaillierte Zeichnung durch knallbunte Manga-Optik. Jetzt hat Nintendo "Windwaker" in HD neu aufgelegt - ein Klassiker, an den richtigen Stellen verbessert.

Nintendo

Eigentlich wollte ich ja nur meine Schwester holen. Doch auf dem kurzen Weg dorthin fange ich Schweine, schaue den Wellen zu und hüpfe von Fels zu Fels, um einen großen Edelstein zu sammeln. Als ich meine Schwester endlich gefunden habe, beobachten wir, wie ein Vogelwesen ein Mädchen in den Wald fallen lässt. Und das Abenteuer beginnt. Erneut.

Zehn Jahre ist es her, dass "The Legend of Zelda: Windwaker" das erste Mal erschienen ist. Damals auf dem Gamecube. Jetzt ist das Spiel überarbeitet und für die WiiU neu aufgelegt worden. Hochauflösende Grafik ist das erste, das einem auffällt. Änderungen im Gameplay sind so dezent eingefügt, dass man sie kaum bemerkt. Doch sie geben dem Spiel den Schliff, der es in die heutige Zeit überführt.

Als "Windwaker" das erste Mal herauskam, waren die Spieler gespalten. Viele lehnten es wegen des niedlichen Designs ab, der Comic-Grafik, die aus dem Protagonisten Link eine Manga-Figur mit großen Augen macht. Zu groß war der Bruch mit den Vorgängern der bekannten Nintendo-Serie. Andere aber waren hingerissen. Ich auch. Und bin es wieder. Eigentlich wollte ich nur kurz ins Spiel hineinschauen. Eine Stunde war geplant. Das hat nicht geklappt. In einer Stunde war ich ja nicht mal aus Präludien raus. Der Insel, auf der alles anfängt. Ein kleiner Ort mitten im großen Meer.

Erneut das Böse besiegen

Das Meer, das Link bald befahren wird. Auf der Suche nach seiner Schwester, auf der Suche nach Antworten. Das Meer, in dem viele Inseln liegen, die erforscht werden wollen und die mit einem Schiff erreicht werden. Dort wird er mit Gegnern kämpfen, die sich in lila Wölkchen auflösen, wird Höhlen erforschen und Puzzles lösen. Es ist das Meer, über das ich so gerne fahre, weil immer dann, wenn man das Segel aufspannt, Musik beginnt, die alles umfasst: die Wehmut des Aufbruchs, den Wagemut, die Hoffnung auf Abenteuer und gute Wiederkehr.

Eine Stunde? Bis ich das erste Mal in meinem Schiff sitze, dauert es deutlich länger. Vorher betrete ich das erste Mal die vergessene Festung, scheitere und muss an einem anderen Ort weitermachen. Groß und stark werden mit Link, dem Abenteurer in seinem grünen Gewand, mit dem er selbst nicht glücklich ist, auf das aber seine Großmutter so stolz ist. Ich lerne wieder, mit dem Taktstock den Wind zu lenken, dem Wirbelsturm auszuweichen und freue mich über den Fisch, der ab und an aus dem Wasser auftaucht. Ich werde weiterspielen. Noch mal das Böse besiegen.

Fazit: "Windwaker" ist ein Abenteuer, das immer noch fesseln kann. Das mich dazu bringt, alle Winkel der Spielwelt zu erkunden, immer wieder Entdeckungen zu machen. Verborgene Gegenstände zu finden und verschrobenen Charakteren zu begegnen. Niedlich? Das ist es immer noch. Ein Klassiker, an den richtigen Stellen verbessert, an wichtigen so gelassen, wie es sich gehört.


"The Legend of Zelda: Windwaker HD" von Nintendo für WiiU; ca. 55 Euro; USK: Ab 6 Jahren



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
horst_meiermann 13.10.2013
1.
Wenn der Autor mehrfach über sinnvolle Verbesserungen spricht, soll er diese auch benennen.
westenmax 13.10.2013
2. Mehr modernisierte Klassiker
Durch die kontinuierliche Verbesserung der Videospieleplattformen, veralten die Design-Technologien im ungeheuren Ausmaß rasend. Design, das gestern noch Millionen gefesselt hat, ist heute nur noch ein schlechter Scherz. Dummerweise sind die Spiele von Prinzip, Handlung und Inszenierung in vielen Fällen wunderschöne Meisterwerke. Aber außer alte Adventure-Klassiker, wo das Design bereits Mitte der 90er seinen Höhepunkt erreicht hat, der sich bisher nicht mehr verbessern konnte, tut sich kein Publikum die anderen klassischen Meisterwerke mehr an. Obwohl dort ebenfall sehr viel Arbeit in Story, Inszenierung und Soundtrack geflossen ist. Ein richtiggehender, traurigstimmender Verfall. Wieso kommen sowenige Studios auf die Idee und passen die alten Spiele auf die neuen Technologien an? Ich würde gerne mal Spiele ausprobieren, die ich einst verpasst hatte, die mich heute aber alleine wegen unterirdischem technischem Design abstoßen? Und nicht für einen neuen Massenmarkt taugen? Da diese Spiele bereits fertig waren, sollten sich die Kosten für neue Grafikengines und Modellierungen in engen Grenzen halten. Vielleicht einigen sich die Entwickler auch eines Tages auf eine strikte Trennung zwischen Spielverlaufsskripts und Design? So dass es anderen Entwicklerteams ein jahrzehnt später leicht fällt, veraltete Stücke nahtlos zu ersetzen?
marvelousgenki 13.10.2013
3. Must have oder für Neueinsteiger?
Ich sehe mich als sehr großen Fan der Zelda-Reihe, zögere aber stark bei der Überlegung mir das Remake zu kaufen. Das Original habe ich auf dem GC bereits mehrmals durch gespielt und fürchte, dass allein ein "HD" im Titel nicht reicht um auch für einen alten Hasen noch aufregend zu erscheinen. Wenn Story, Karten, Dungeons und Rätsel gleich bleiben, kommt es eben wirklich auf die wenigen Veränderungen, die hier leider nicht im Detail genannt werden.
Subco1979 13.10.2013
4.
"ersetzte detaillierte Zeichnung durch knallbunte Manga-Optik" Manga-Optik (vermutlich meint der Autor Manga-Stil) sind also undetaillierte Zeichnungen. Und Mangas sind immer knallbunt. Tipp: Einfach mal einen lesen und den Artikel dann korrigieren.
williamwallace88 13.10.2013
5.
Zitat von marvelousgenkiIch sehe mich als sehr großen Fan der Zelda-Reihe, zögere aber stark bei der Überlegung mir das Remake zu kaufen. Das Original habe ich auf dem GC bereits mehrmals durch gespielt und fürchte, dass allein ein "HD" im Titel nicht reicht um auch für einen alten Hasen noch aufregend zu erscheinen. Wenn Story, Karten, Dungeons und Rätsel gleich bleiben, kommt es eben wirklich auf die wenigen Veränderungen, die hier leider nicht im Detail genannt werden.
Story, Karten, Dungeons und Rätsel bleiben fast unverändert. Die Neuerungen in "HD" dienen fast ausschließlich dazu das allgemeine Gameplay simpler und schneller machen. z.B. kann man nach Beendigung des ersten Dungeon bei der nächtlichen Auktion auf Port Monee ("Windfall" im englischen) ein verbessertes Segel ersteigern, das die Geschwindigkeit beim Segeln verdoppelt und angeblich auch die Windrichtung automatisch ändert, sodass man dies nicht ständig manuell tun muss. Befindet man sich im Boot kann man die Bordkanone, den Kran und den Taktstock auch mit dem Steuerkreuz bedienen und muss nicht ständig pausieren um die Belegung der Knöpfe zu ändern. Man beginnt das Spiel mit einer Geldbörse die maximal 500 anstatt 200 Rubine fasst, sodass man zur Entschlüsselung der Triforce-Karten kein Geldbörsen Upgrade mehr benötigt. Es müssen übrigens nur noch drei Triforce-Karten gefunden und entschlüsselt werden. Die restlichen Triforce Teile können direkt dort gefunden werden, wo man im Original die verschlüsselten Karten fand. Zum Zielen kann man jetzt auch die Motion Control der Wii benutzen, das GamePad kann zur Darstellung des Spiels verwendet werden, sodass man keinen Fernseher mehr benötigt. Außerdem gibt es nun zwei Schwierigkeitsstufen. Im "Hero-Mode" verursachen alle Gegner den doppelten Schaden und es gibt im gesamten Spiel keine Herzen, sodass man sich nur durch Tränke oder Feen heilen kann. Es gibt zahlreiche weitere kleine Änderungen, am besten auf Google nach "wind waker hd neuerungen" suchen. Fans des alten Spiels werden mit "HD" sicher ihre Freude haben. Wer aber vom alten Spiel schon nicht so begeistert war, sollte sich sein Geld lieber sparen
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