E-Sport einfach erklärt Was ist eigentlich... "Apex Legends"?

Innerhalb von 24 Stunden wurde "Apex Legends" zum meistgesehenen Spiel auf Twitch - nach einer Woche spielten es schon über 25 Millionen Menschen. Worum geht es in dem Battle-Royale-Shooter?

Von Dominik Schott


1. Worum geht es in "Apex Legends"?

Szenario: In einer fernen Zukunft tragen Banditen, Abenteurer und Gesetzlose ihre Streitigkeiten in einem sportlichen Wettkampf auf Leben und Tod aus. Schauplatz ist ein fruchtbares, industriell erschlossenes Tal am Rande der Galaxie.

Genre: Battle-Royale-Shooter

Spielmodi: Überlebenskampf zwischen maximal 20 Dreierteams.

Im Kern ist "Apex Legends" ein klassischer Battle-Royale-Shooter: Bis zu 60 Spieler landen in Dreierteams zeitgleich auf der Spielkarte namens "Kings Canyon" - ein dicht bebautes, fruchtbares Tal mit vielen betretbaren Häusern, Bunkern und Türmen. Am Boden angekommen müssen die unbewaffneten Spieler ihre Umgebung nach Ausrüstung und Munition durchsuchen. Ziel des Spiels ist es, bis zuletzt am Leben zu bleiben.

Damit sich die Spieler nicht überall auf der Karte verstecken und abwarten können, bis sie automatisch als Letzte übrig bleiben, verkleinert sich das Spielgebiet alle paar Minuten. Je länger eine Runde dauert, desto kleiner wird die Fläche, auf der sich die Überlebenden bewegen und verstecken können.

Diese mittlerweile klassische Spielformel frischt "Apex Legends" mit einigen Ideen auf, die einzigartig für das Genre sind: So wählen Spieler vor Rundenstart einen von acht Helden aus, die je zwei besondere Fähigkeiten besitzen und bestimmte Spielweisen erleichtern.

Bangalore beispielsweise ist die klassische Soldatin, die ihre Position mit Rauchgranaten verbergen und im Ernstfall einen Artillerieschlag anfordern kann. Die Heldin Lifeline dagegen kann eine Drohne herbeirufen, die Mitspieler heilt - oder direkt die Lieferung hochwertiger Waffen und Ausrüstung via Luftdrohne anordnen. So finden alle Spieler den passenden Helden für ihre bevorzugte Vorgehensweise.

2. Wie kann ich das Spiel spielen?

Plattform: "Apex Legends" ist für PC, Xbox One und Playstation 4 erhältlich.

Preis: Der Battle-Royale-Shooter ist ein "Free to Play"-Titel und kann grundsätzlich kostenlos auf allen Plattformen gespielt werden.

In-Game-Käufe: "Apex Legends" erlaubt den Kauf von kosmetischen Gegenständen und neuen Helden entweder mittels einer Spielwährung, die sich kostenfrei in jeder Runde erspielen lässt, oder mit Echtgeld. Die Echtgeldwährung "Apex Coins" kann in fünf verschiedenen Größenordnungen gekauft werden: Die kleinstmögliche Menge sind 1000 Apex Points für rund 9,99 Euro, das größte Pack mit 10.000 Apex Points Inhalt kostet 99,99 Euro.

Der Entwickler betont, dass es nicht möglich sei, sich mithilfe von Echtgeld Spielvorteile zu erkaufen: Man könne damit nur das Aussehen der Helden anpassen, heißt es, oder neue Helden erwerben.

Altersfreigabe: "Apex Legends" hat keine Jugendfreigabe (USK 18).

3. Wie läuft eine Partie in "Apex Legends" ab?

Hier erklären wir das Prinzip in Bildern:

4. Welche Fachbegriffe sollte man kennen?

  • Respawn Beacon: Wird ein Mitspieler niedergeschossen, haben die noch lebenden Teammitglieder die Möglichkeit, den gefallenen Kameraden ins Spiel zurückzuholen: Jeder eliminierte Spieler hinterlässt ein sogenanntes Respawn Banner, das von den Mitspielern des eigenen Teams eingesammelt und bei einem von 28 Respawn Beacons, bestimmten Orten auf der Karte, abgegeben werden kann. Gelingt das, kehrt der gefallene Mitspieler wieder ins Spiel zurück.
  • Jumpmaster: Zu Spielbeginn übernimmt stets einer der maximal drei Spieler eines Teams die Rolle des Jumpmasters. Dieser entscheidet, wann und wo sein Team das Spielgebiet betritt.
  • Ping: Mithilfe der mittleren Maustaste können Spieler ihren Teamkameraden auf interessante Orte in der Spielwelt oder Gegner aufmerksam machen. Diese Pings sind ein wertvolles Werkzeug, um innerhalb des Teams schnell und effizient zu kommunizieren.

5. Bei wem lohnt sich das Zuschauen?

  • CouRageJD: CouRageJD hat reichlich Shooter-Erfahrung: Er war professioneller Kommentator zahlreicher "Call of Duty"-Turniere und spielte in den vergangenen Monaten auf höchstem Niveau "Fortnite". Nun hat der Streamer "Apex Legends" für sich entdeckt. CouRageJD achtet auf einen freundlichen Umgang mit seinen Zuschauern und ist sich auch nicht zu schade, regelmäßig seine Strategien und Vorgehensweisen zu erklären.
  • Disguised Toast: Eigentlich ist Disguised Toast für sein Talent im Kartenspiel "Hearthstone" bekannt, doch auch ihn hat der Hype um "Apex Legends" nicht verschont. Fast pausenlos kommentiert er seine Spielweise. Das macht es Anfängern besonders leicht, dem Geschehen zu folgen - aber auch Profis können sich hier den ein oder anderen Trick abschauen.
  • AnneMunition: AnneMunition ist bekannt für ein besonders abwechslungsreiches Programm. Sie legte sich bisher auf kein einzelnes Spiel oder Genre fest. In "Apex Legends" hat sie innerhalb kürzester Zeit bereits beachtliche Fähigkeiten entwickelt, die ihre Videos für Anfänger, aber auch erfahrene Spieler sehenswert machen.

6. Welche sind die wichtigsten Turniere?

Kurz nach Release des Spiels traten im Rahmen des "Twitch Rivals"-Turniers Profispieler und Streamer in einer riesigen Schlacht gegeneinander an. Rund 450.000 Menschen verfolgten den offiziellen Turnier-Stream, weit über zwei Millionen Zuschauer sahen direkt ihren jeweiligen Lieblingsstreamern und -sportlern zu. Die Aufzeichnung des Turniers kann auf dem Twitch-Kanal des Veranstalters angesehen werden.

Noch hat der Publisher Electronic Arts keine offizielle E-Sport-Liga für "Apex Legends" angekündigt, doch dieser Schritt wird in Zukunft zweifellos folgen. Bereits jetzt verpflichten erste E-Sport-Teams Profispieler für ihre Kader, um für kommende Turniere möglichst gut vorbereitet zu sein.



insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
benmartin70 18.02.2019
1.
Mal sehen wie lange es diesmal dauert bis wieder mal jemand den Weltuntergang wegen des Spiels und wegen Computerspielen allgemein heraufbeschwört......
Nonvaio01 18.02.2019
2. stimmt das man kein Geld braucht
mein Sohn spielt es, und er hat schon ein paar runden gewonnen, und Geld nutzt er nicht.
Fairplayground 18.02.2019
3. Auf die Sprache achten, Spiegel!
E-Sport, ja geht's noch? Battle-Royal-Shooter? Bitte keine Marktingsbegriffe einer Milliardenindustrie übernehmen. Mit Sport hat diese Ballerei nix zu tun, da kann die Lobby noch so oft die "Auge-Hand-Koordination" abfeiern.
benmartin70 18.02.2019
4.
Zitat von FairplaygroundE-Sport, ja geht's noch? Battle-Royal-Shooter? Bitte keine Marktingsbegriffe einer Milliardenindustrie übernehmen. Mit Sport hat diese Ballerei nix zu tun, da kann die Lobby noch so oft die "Auge-Hand-Koordination" abfeiern.
Es ist unklug das zu trivialisieren was man nicht verstehen kann / oder will.......
andy.cirys 18.02.2019
5. @Fairplayground
Wenn E-Sports Ihrer Meinung nach kein Sport sind, dann sind es Darts, Billard, Curling, Tontaubenschießen usw. wohl auch nicht? Ich sehe da nämlich keinen großen Unterschied...
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