Monatsabo Arcade ausprobiert Das taugt Apples neue Spiele-Flatrate

Apple hat jetzt ein Games-Monatsabo, samt Exklusivproduktionen. Doch lohnen sich dafür fünf Euro im Monat? Wir haben uns quer durchs neue Paket gespielt - und empfehlen zehn besonders gute Titel.

Cornfox & Brothers

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Unter dem Namen Arcade hat Apple seit diesem Donnerstag eine neue Spiele-Flatrate im Angebot. Der Konzern arbeitet dafür mit renommierten Spielestudios wie Konami und Capcom zusammen. Für einen monatlichen Festpreis können Kunden Dutzende Spiele zocken, solange sie wollen. Ob die Games aus dem Spiele-Paket aber überhaupt etwas taugen, wie viel der Service kostet und welche Alternativen es gibt, das erklären wir im Folgenden.

Was ist Apple Arcade?

Apple Arcade ist ein Abo-Service, der sich etwa mit dem Xbox Game Pass oder EA Access vergleichen lässt: Gegen eine monatliche Gebühr können diverse für Apple-Geräte optimierte Spiele heruntergeladen und gespielt werden - dabei sind einige Spiele nur etwa 150 MB groß, während für andere über 3 GB Speicherplatz benötigt werden. Die Spiele können per Touchscreen-Steuerung oder in vielen Fällen auch gut über ein Gamepad gesteuert werden.

Spieleauswahl bei Apple Arcade
Apple

Spieleauswahl bei Apple Arcade

Ein Streamingdienst wie Google Stadia, bei dem die Spiele in der Cloud laufen, ist Apple Arcade nicht. Eine Internetverbindung wird in der Regel nur zum Download der Spiele benötigt. Endet das eigene Monats-Abo, wird der Zugang zu den Spielen aus dem Paket wieder verwehrt - unabhängig davon, ob sie einmal heruntergeladen wurden oder nicht.

Bei unserem Test waren gut 50 Spiele via Apple Arcade abrufbar, das Angebot soll jedoch stetig erweitert werden - auf der Internetseite ist von 100 Spielen im Herbst die Rede. Nutzen lässt sich das Angebot ab dem 19. September auf dem iPhone, ab dem 30. September auf iPad und Apple TV und ab Oktober dann auch auf dem Mac. Auf dem iPhone muss mindestens iOS 13 installiert sein.

Was kostet Apple Arcade?

Zunächst kann Apple Arcade in einem kostenlosen Probemonat getestet werden. Aber Achtung: Kündigt man diesen Probemonat, endet der Zugang zu den Spielen sofort. Eine eher ungewöhnliche und für Kunden ärgerliche Regelung. Nach dem Testmonat müssen zum Weiterspielen 4,99 Euro im Monat bezahlt werden.

Der eigene Account kann - hier wiederum gibt sich Apple wieder kundenfreundlich - mit bis zu fünf Familienmitgliedern geteilt werden. So kann etwa eine Person auf dem iPad spielen, während eine andere dafür Apple TV nutzt. Speicherstände sind zwischen den Geräten kompatibel: Man kann daher zum Beispiel auf dem iPhone dort weiterspielen, wo man auf dem iPad aufgehört hat - vorausgesetzt, man ist mit derselben Apple-ID eingeloggt.

Was taugen die Spiele?

Was direkt ins Auge fällt: Apple hat bei der Auswahl der Spiele sehr viel Wert auf den Style gelegt, darauf, dass sie cool aussehen. Die Spiele haben größtenteils einen eindrucksvollen Grafikstil, der teils stark ästhetisiert ist, wie etwa in "Sayonara Wild Hearts". Auch der Sound spielt oftmals eine große Rolle, sodass die Spiele besonders mit Kopfhörern ihre Wirkung entfalten.

Die meisten Spiele erschöpfen sich aber nicht in der Ästhetik, sie weisen oft auch Substanz auf - und sind glücklicherweise frei von nervigen In-App-Käufen, wie sie in vielen Mobilspielen üblich sind. Wer bei Apple spielt, muss sich nicht ständig Gedanken machen, ob er zum Beispiel echtes Geld in irgendeine virtuelle Währung umtauschen sollte.

Schon zum Start stehen Spielefans bei Apple Arcarde ganz verschiedene Genres zur Verfügung: Man findet etwa Puzzle-, Survival- und Action-Games, aber auch Rollenspiele. Die Bandbreite der Download-Games reicht vom kurzweiligem Vergnügen für Zwischendurch zum intensivem, länger fesselnden Spielerlebnis mit interessanter Geschichte.

Welche Starttitel stechen besonders hervor?

Unsere Fotostrecke stellt zehn Spiele vor, die beim ersten Antesten einen besonders guten Eindruck hinterlassen haben:

Sind die Spiele exklusiv?

Nicht immer. Im Angebot von Apple Arcade gibt es Spiele, die derzeit nur über diesen Dienst spielbar sind, darunter "Frogger in Toy Town" und "Shinsekai: Into the Depths". Ebenso sind aber auch Titel Teil des Pakets, die auch auf anderen Plattformen verfügbar sind, wenn auch nicht als Mobil-Titel. "Sayonara Wild Hearts" etwa erscheint zeitgleich für Playstation 4 und Nintendo Switch. Es ist davon auszugehen, dass auch zukünftig exklusive Spiele für Apple Arcade erscheinen, da das Unternehmen einige der Spiele selbst finanziert.

Wie sieht die Konkurrenz aus?

Auf Apple-Geräten ist Apple Arcade derzeit die beste Option, zum Festpreis in Dutzende größtenteils sehr hochwertige Spiele hereinzuspielen. Auf dem PC und auf Spielekonsolen jedoch gibt es ähnlich interessante Spiele-Flatrates, etwa von Microsoft, Sony, Ubisoft und Electronic Arts.

Der größte Vorteil von Apple Arcade ist, dass die Spiele hier alle auch unterwegs gespielt werden können, nämlich auf dem iPhone. Man darf in den nächsten Wochen vor allem gespannt sein, wie Google mit seinem eigenen Android-Dienst Google Play Pass auf Apples Vorstoß reagieren wird. Dank interessanter Exklusivspiele und vielen optisch beeindruckenden Titeln ist Apple Arcade auf jeden Fall ein guter Start in die Welt der Spiele-Flatrates gelungen.



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
neurobi 19.09.2019
1.
Ist das Guybrush Threepwood auf dem Bild? Mich nervt schon der Microsoft Game Pass, weil viele Spiele ohne Abo-Zwang nicht laufen. Man gibt also Geld für ein Spiel aus und muss anschließend anschließend noch ein Abo buchen. Spiel kaufen, spielen und gut. Keine Abos, kein login im Internet.
dennisderdenker 19.09.2019
2. @neurobi
Wenn Sie ein Spiel kaufen brauchen Sie kein Abo mehr. Sie müssen kein Spiel kaufen und anschließend ein Abo abschließen. Das Abo ist nützlich wenn man beispielsweise Spiele ausprobieren möchte. So kann ich bei Microsoft für 10 € einen Monat lang 150 Spiele ausprobieren und mir ein Bild machen ohne alles Kaufen zu müssen. Klingt für mich nach einem Fairen Angebot.
Badonkadonks 19.09.2019
3. Was fehlt
in dem Artikel, ist dezidiert herausstellen, an Wen sich das richtet. Oder richten wird. Ebenfalls kein Ausblick, wohin das gehen soll. Nebulös erwähnt, hilft's auch nicht weiter. Herr Kremp, äh, Kreienbrink, Gelegenheitsspieler eher für das Handy oder Tablet, oder vielleicht auch AAA- bzw AA-Titel für den Desktop? Sie erwähnen andere Flatrates, die fahren allerdings andere Titel auf. Also für wen und was kann man in der Zukunft wirklich davon erwarten?
noch_ein_forenposter 19.09.2019
4. @dennisderdenker
Jein. Bei der Playstation z.B. ist es so, dass Sie ein gekauftes Spiel ohne Abo spielen können, allerdings meistens nur offline. Wenn Sie einen Online-Modus nutzen möchten, brauchen Sie in der Regel ein PSN-Abo.
dennisderdenker 19.09.2019
5. @noch_ein_forenposter
Das mag sein das man für die Online-Nutzung zahlen muss, aber das hat ja nichts mit einem Abo zu tun bei dem man Spiele zur Verfügung gestellt bekommt zu tun. Man zahlt für die Online-Funktionen und ein bis zwei Gratis Spiele im Monat sind dabei. Bei einem Spiele-Abo wie hier beschrieben leihen Sie eine Bibliothek aus Spielen welche Sie solange Sie das Abo haben spielen können. Wenn Sie Online Spielen möchten brauchen Sie natürlich auch dafür auf Konsolen eine Mitgliedschaft. Willst du Online Spielen musste halt bezahlen oder auf PC wechseln. Der Kommentar auf den ich verwiesen habe: "Man gibt also Geld für ein Spiel aus und muss anschließend noch ein Abo buchen" stimmt so einfach nicht. Kauf ein Spiel und es ist dein, willst du online spielen musst du bezahlen. Und wenn du ein weiteres Abo wie dieses dazubuchst hast du gleich eine kleine Bibliothek an Spielen zu deiner Verfügung.
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