Apple-Präsentation Super Mario hüpft bald auf dem iPhone

Nach "Pokémon" landet die nächste große Nintendo-Marke auf dem Smartphone: Mit "Run" bekommt die "Super Mario"-Reihe einen Mobilableger. Allzu viel sollten Fans aber nicht erwarten.
Shigeru Miyamoto beim Apple-Event in San Francisco

Shigeru Miyamoto beim Apple-Event in San Francisco

Foto: BECK DIEFENBACH/ REUTERS

Nintendo bringt den bekanntesten Klempner der Welt auf Smartphones und Tablets. Bei der Apple-Präsentation am Mittwoch in San Francisco wurde ein Mobilspiel namens "Super Mario Run" enthüllt, in dem der Spieler die Nintendo-Ikone sicher ans Ende typischer Mario-Level bringen muss. Der Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto stellte das Mobilspiel persönlich vor.

Nach "Pokémon", das von der Firma Niantic entwickelt wurde, kommt mit "Super Mario" damit bald die nächste große Nintendo-Marke aufs Smartphone. Wie "Pokémon Go" wird das Spiel aber simpler daherkommen, als die bekannten Konsolen- und Handheldversionen. Zum ersten Mal könne man ein "Super Mario"-Spiel einhändig spielen, sagte Miyamoto: in der Bahn, aber auch beim Essen eines Hamburgers oder eines Apfels.

Mario läuft in "Run" automatisch nach rechts, der Spieler muss ihn im richtigen Moment springen lassen, indem er das Display antippt. Je länger man tippt, desto höher springt Mario. So kann der Spieler mit dem Klempner Gegner ausschalten, ihnen ausweichen und Münzen einsammeln, was offenbar die Hauptaufgabe ist. In einem "Battle"-Modus soll man die Highscores von Freunden schlagen können.

Ab Dezember verfügbar

Shigeru Miyamoto sagte, mit der iOS-Variante wolle Nintendo so vielen Spielern wie möglich die Chance geben, Mario zu spielen, unabhängig vom Alter. Die Einstiegshürde sei niedriger denn je.

"Super Mario Run" soll im Dezember für iPhone und iPad veröffentlicht werden, Zugriff auf das ganze Spiel soll man zu einem noch nicht bekannten Festpreis bekommen. Kleinere In-App-Käufe, wie sie viele Spielefans hassen, soll es im Spiel offenbar keine geben.

Apple-Chef Tim Cook sagte, er könne nicht stolzer sein, dass Nintendo sich entschieden habe, Mario "als erstes" auf iOS zu bringen. Dank dieses Nachsatzes können Android-Nutzer wohl hoffen, dass das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt auch für ihre Geräte verfügbar sein wird.

Schlechte Klone gibt es viele

Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass sich Nintendo den riesigen Android-Markt entgehen lassen wird. Sowohl auf iOS als auch auf Android-Geräten gibt es bereits eine Menge "Super Mario"-Klone, die mal mehr, mal weniger Spaß machen. Den meisten Spielen fehlt aber der Feinschliff, den man von Nintendo-Spielen gewöhnt ist.

Präsentation von "Super Mario Run"

Präsentation von "Super Mario Run"

Foto: BECK DIEFENBACH/ REUTERS

Vom Namen her erinnert "Super Mario Run" sofort an populäre Handyspiele wie "Temple Run", was wohl eine gewünschte Assoziation ist. Nintendo will damit möglicherweise klarmachen, dass den Spieler hier kein Spiel im gewohnten "Super Mario"-Umfang erwartet, aber eben eins in "Super Mario"-Qualität.

Wie "Pokémon Go" könnte das Spiel unter anderem den Zweck haben, Spielefans anzufixen, so dass sie wieder Lust auf umfangreiche Spiele der Reihe bekommen. Und ein "Super Mario"-Spiel für das Smartphone hat natürlich das Potenzial, sich millionenfach zu verkaufen.

"Pokémon Go" kommt für die Apple Watch

Einige Minuten nach der "Run"-Ankündigung wurde auf dem Apple-Event übrigens noch verraten, dass "Pokémon Go" für die Apple Watch umgesetzt wird. Bislang hat "Go" das Problem, dass der Spieler durchgehend sein Smartphone in der Hand halten muss. Das könnte bei der Apple Watch, die man sowieso am Arm trägt, wegfallen.

"Pokémon Go" soll Apple-Watch-Trägern auch beim Kalorien verbrennen helfen, ein Zähler informiert über den jeweiligen Fortschritt. Taucht in der Nähe des Spielers ein Pokémon auf, soll die Uhr per Vibration darauf hinweisen, ähnlich wie es bisher das Handy macht.

mbö
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