Apple gegen Epic Games 35 US-Bundesstaaten mischen sich in App-Store-Streit ein

Das letzte Wort im Dauerstreit zwischen Epic Games und Apple ist noch nicht gesprochen. Zahlreiche US-Bundesstaaten schlagen sich nun auf die Seite des »Fortnite«-Herstellers – mit grundsätzlichen Bedenken.
Spiegelung des »Fortnite«-Schriftzugs im Apple-Logo: Die US-Regierung verstärkte zuletzt die Wettbewerbsaufsicht bei großen Techkonzernen

Spiegelung des »Fortnite«-Schriftzugs im Apple-Logo: Die US-Regierung verstärkte zuletzt die Wettbewerbsaufsicht bei großen Techkonzernen

Foto: CHRIS DELMAS / AFP

Epic Games, bekannt unter anderem für das Onlinespiel »Fortnite«, bekommt im andauernden App-Store-Streit mit Apple Unterstützung von 35 US-Bundesstaaten . In einer sogenannten Amicus-Curiae-Stellungnahme riefen die Bundesstaaten unter Führung von Utah dazu auf, im Berufungsverfahren das weitgehend zugunsten von Apple ausgefallene Urteil vom vergangenen Jahr zu kippen.

Die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten argumentieren unter anderem, die Interpretation der US-Anti-Monopolgesetze durch die kalifornische Bezirksrichterin Yvonne Gonzalez Rogers gefährde die künftige Durchsetzung von Wettbewerbsregeln. Im Hinterkopf haben sie dabei wohl vor allem eine Klage gegen Google .

Epic Games wollte in dem ursprünglichen Prozess vor dem Bezirksgericht das Recht erstreiten, auf dem iPhone einen eigenen App-Marktplatz betreiben zu dürfen – und scheiterte damit. Epic Games habe nicht beweisen können, dass Apple wie ein Monopolist agiere, urteilte die Bezirksrichterin Gonzalez Rogers. Sie entschied zugleich, dass Apple Entwicklern nicht mehr verbieten darf, Nutzer auf Möglichkeiten zum günstigeren Kauf der Artikel außerhalb des App Store hinzuweisen. Diese Regelung wurde jedoch vom Berufungsgericht bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Auch die US-Regierung äußert sich

Auch Microsoft – einst selbst im Visier von Kartellwächtern – äußerte sich in einer Stellungnahme zugunsten von Epic Games. Der Softwareriese, der mit seiner Xbox-Konsole und diversen Spielestudios im Gaming-Geschäft aktiv ist, verwies unter anderem auf Apples außergewöhnliche Macht als Gatekeeper für den App Store.

Die US-Regierung von Präsident Joe Biden erklärte in ihrem eigenen Beitrag  beim Berufungsgericht, sie unterstütze keine der beiden Parteien. Ihre Forderung, die Anti-Monopol-Vorgaben anders anzuwenden als Richterin Gonzalez Rogers, könnte am Ende aber eher Epic Games zugutekommen. Washington verstärkte zuletzt die Wettbewerbsaufsicht bei großen Techkonzernen.

Dem Journalisten Michael Acton zufolge  werden Stellungnahmen, die eher Apples Sicht der Dinge stützen, zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht.

iOS-Apps gibt es nur im App Store

Bei dem Konflikt geht es letztlich darum, ob Apples hauseigener App Store weiter die einzige Quelle bleibt, aus der Anwendungen auf das iPhone geladen werden können. Im Mittelpunkt stehen auch die Gebühren von 30 oder 15 Prozent, die Anbieter bei digitalen Geschäften über die Apps an Apple zahlen müssen.

Zu Beginn des Streits hatte Epic Games ohne Absprache mit dem iPhone-Hersteller eine Bezahlmöglichkeit in seine »Fortnite«-App eingebaut, die Apples Bezahlsystem umgehen sollte. Nachdem die Funktion aktiviert wurde, warf Apple »Fortnite« wegen des Verstoßes gegen die Vertragsbedingungen aus dem App Store. Dagegen klagte Epic Games.

Mit dem Epic Games Store betreibt das Unternehmen selbst einen Onlinemarktplatz für Computerspiele – mit niedrigeren Gebühren in Höhe von zwölf Prozent .

mbö/dpa

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