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"Assassin's Creed IV": Schrei nach Freiheit

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"Assassin's Creed IV - Schrei nach Freiheit" Freiheitskampf als Add-on

"Schrei nach Freiheit" ist ein Add-on für "Assassin's Creed IV: Black Flag", spielt 15 Jahre später - und ist ernster im Ton. Zwar ist es mutig, dem Thema Sklaverei ein Spiel zu widmen. Doch nach einiger Zeit merkt man: Irgendetwas fühlt sich nicht richtig an.

Zwanzig Aufseher habe ich getötet, der Rest verlässt die Plantage fluchtartig. Niemand hat mich bemerkt, alle Sklaven haben überlebt und fliehen. In ihre Freiheit. Hoffentlich. Und ich habe ein paar Punkte mehr auf meinem Konto. Für jeden Sklaven einen. Ich kann sie eintauschen. Gegen Munitionsbeutel, gegen Waffen, gegen Ausrüstung für mein Schiff.

Manchmal dauert es einige Zeit, bis man feststellt, warum man sich unbehaglich fühlt. Warum man das Gefühl hat, dass etwas nicht richtig ist. Bei "Schrei nach Freiheit", einem Add-on für "Assassin's Creed IV: Black Flag", fällt irgendwann der Groschen: Ein Spiel, das sich gegen Sklaverei ausspricht, benutzt Sklaven als Währung. Und auch wenn ich weiß, dass es sich hierbei um Geschenke aus Dankbarkeit für die Befreiung handelt: Es fühlt sich einfach nicht richtig an. So wie einiges an "Schrei nach Freiheit".

Das spielt 15 Jahre nach "Black Flag" und zeigt eine Episode aus dem Leben von Adéwalé, dem Maat und engen Vertrauten von Edward Kenway. Inzwischen ein Assassine, wird er in den Freiheitskampf in Haiti gezogen. Gemeinsam mit den Maroons, entflohenen Sklaven, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen. Ihre Ziele sind der französische Gouverneur, Sklavenhalter und -händler.

Die Geschichte berührt nur in wenigen Momenten

Unterstützt wird er von der Chefin eines Bordells, die ebenfalls mit dem Widerstand verbandelt ist. Daraus entstehen Missionen, die genau so im Hauptspiel hätten vorkommen können: Verfolgung und Abhören von Personen, Schleichmissionen und Seeschlachten. Komprimierter und ernster im Ton.

Doch genau das ist eines der Probleme: Von "Black Flag" ist man Leichtigkeit gewohnt. Piratenleben aus dem Bilderbuch. Spaß, Abenteuer, Spannung und einen vorlauten Protagonisten. Genau das nach knapp zwei Monaten umzukehren, gelingt nicht. Vor allem, weil Adéwalé blass bleibt. Sein Kampf gegen die Sklaverei kann nur in wenigen Momenten tatsächlich berühren, die angedeutete Liebesgeschichte bleibt eben das: angedeutet.

Und nachdem ich schließlich die letzte Mission erledigt habe, bleiben mehr Fragen als Antworten. Auch weil die Geschichte keinen wirklichen Schlusspunkt setzt, sondern einfach ausläuft. Und ich danach schnell das Hauptspiel starte und als Pirat ein paar Seeschlachten schlage. Was schade ist, da es mutig ist, dem Thema Sklaverei überhaupt ein Spiel zu widmen. Und es dann bei ein paar eindrücklichen Szenen zu belassen.

"Assassin's Creed IV: Schrei nach Freiheit" von Ubisoft, verschiedene Plattformen, ca. 10 Euro (Hauptspiel "Assassin's Creed IV: Black Flag" benötigt; USK: ab 16 Jahren)

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