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Rollenspiel-Klassiker: So sah "Baldur's Gate" aus

Rollenspiel-Klassiker "Baldur's Gate" Das Meisterwerk von der Schwertküste

Eine packende Geschichte, "Dungeons & Dragons"-Regeln und viel Freiheit für die Spieler: "Baldur's Gate" war ein herausragendes Spiel. Mit dem Klassiker begann ein goldenes Zeitalter der Computer-Rollenspiele.

Vor 40 Jahren erschien das einflussreichste Spiel des 20. Jahrhunderts, das Tischrollenspiel "Dungeons & Dragons" (D&D). Es hat Computerspiele entscheidend geprägt, zum Beispiel den Rollenspiel-Klassiker "Baldur's Gate " . Das Spiel erschien 1998 und gilt bis heute als herausragende Computerspiel-Umsetzung der D&D-Regeln.

Darum geht's: Rohstoffgeschäfte, ein Kartell und politische Intrigen - "Baldur's Gate" hat eine für Computer-Rollenspiele ungewöhnliche und interessante Geschichte mit vielen Wendungen. Der starke Plot schränkt den Spieler aber nicht unangenehm ein. Man hat genug Freiraum, um die Schwertküste zu entdecken.

Diese Gegend liegt im Nordwesten der "Dungeon & Dragons"-Welt der "Forgotten Realms". Die Vergessenen Reiche sind eins der am detailliertesten ausgearbeiteten Fantasy-Szenarien überhaupt. Der kanadische Bibliothekar Ed Greenwood begann 1975 damit, diese Welt in Abenteuern, Quellenbüchern und Romanen auszuarbeiten. Er hatte damals das neue Tischrollenspiel "Dungeons & Dragons" entdeckt und entwarf seine eigene Spielwelt.

Der Spieler von "Baldur's Gate" erschafft seinen Charakter zwar völlig frei, doch eine Rolle ist seiner Figur durch die Rahmenhandlung vorgegeben. Der Held oder die Heldin reist mit dem Stiefvater zu einem Versteck. Irgendetwas beunruhigt den alten Magier, doch was, will er seinem Adoptivkind nicht erzählen. Die beiden werden auf der Reise überfallen, die Söldner wollen den Spielcharakter entführen, Gorion verteidigt ihn, besiegt die Gegner, stirbt. Und so beginnt das Spiel: Der Spielercharakter ist allein an der Schwertküste, er wird gesucht und weiß nicht warum. Er muss mehr über seine Herkunft herausfinden.

Spielmechanik: "Baldur's Gate" basiert auf den AD&D-Regeln der zweiten Ausgabe, doch die Entwickler kombinieren die Regeln für rundenbasierte Tabletop-Kämpfe mit einem schnelleren Computerkampfsystem. Standardmäßig laufen Kämpfe in "Baldur's Gate" ähnlich wie in "Diablo": Gegner anklicken, Software rechnen lassen, immer wieder klicken.

Wer taktischer vorgehen will, kann in "Baldur's Gate" die Echtzeit-Action anhalten und selbst bestimmen, wer wen wie und von wo aus angreift. Ist der Spieler mit einer größeren Abenteurergruppe unterwegs, kann man für alle Mitstreiter einzeln festlegen, was sie tun sollen. Für Rollenspiel-Veteranen ist das Kampfsystem von "Baldur's Gate" deshalb ebenso interessant wie für "Diablo"-Spieler, die etwas mehr Tiefe wollen.

Herausragend: "Baldur's Gate" kombiniert sehr unterschiedliche Spielelemente. Einerseits ist die Welt sehr offen: Die Spieler haben viel Entscheidungsspielraum, wohin sie reisen und was sie tun. Anderseits ist der Plot interessant und immer präsent. Die Dialoge sind gut geschrieben. Viele Figuren, die als Nicht-Spielercharaktere die Party ergänzen, bleiben dem Spieler lang in Erinnerung. "Baldur's Gate" hat eine große Spieltiefe, ist aber auch für Einsteiger zugänglich. Man kann vieles kontrollieren und erproben, muss das aber nicht.

Einflussreich: "Baldur's Gate" war der Beginn einer Welle sehr guter und kommerziell erfolgreicher Rollenspiele mit "Dungeons & Dragons"-Lizenz und den offiziellen "D&D"-Regeln, wie es in den Achtzigern "Pool of Radiance" war. Das "Baldur's-Gate"-Studio Bioware veröffentlichte einige Fortsetzungen, danach die "Neverwinter Nights"-Reihe. In den Jahren um die Jahrtausendwende hatten die besten Computer-Rollenspiele eine D&D-Lizenz. Während der Verlag TSR am Konkurs vorbeischrammte und aufgekauft wurde, waren die D&D-Welten auf dem Computer erfolgreicher denn je.

Quelle: Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch "Drachenväter. Die Geschichte des Rollenspiels und die Geburt der virtuellen Welt ."

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