Brettspiel-Empfehlungen Blühende Täler und eisige Höhen

Von Joachim Budde

2. Teil: "K2" - Tödlicher Aufstieg


18 Tage überleben - auf dem K2, dem zweithöchsten Berg der Welt, ist das gar nicht so einfach. Nicht genug, dass die Höhe an den Kräften zehrt. Wenn das Wetter umschlägt, erschwert Schneetreiben das Fortkommen zusätzlich. Da müssen die Bergsteiger ihre Kräfte gut einzuteilen wissen. Zumal andere Teams ebenfalls um den Ruhm kämpfen, als erste auf dem Gipfel 8611 Meter über dem Meeresspiegel zu stehen.

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Neue Brettspiele: "K2" - Tödlicher Aufstieg
All diese Elemente sind tatsächlich enthalten in "K2". Mit einfachen Mitteln und exzellenter Grafik schafft das Spiel eine dichte Atmosphäre auf den Tisch. Jeder Spieler lenkt zwei Bergsteiger den Gipfel hinauf. Wie schnell er sie bewegen kann, das bestimmen die Karten. Zwar hat jeder Spieler einen identischen Satz, aber die Reihenfolge ist zufällig, so wie die Tagesform stets ein bisschen anders aussieht.

Wie gut die Bergsteiger in Form und an die Höhe angepasst sind, wird auf einer Tafel festgehalten. Unterhalb von 6000 Meter sammeln sie noch Kräfte, ab 7000 Meter wird der Weg immer mühsamer, die Punkte gehen wieder verloren. Wer rechtzeitig unterwegs die beiden Zelte aufschlägt, kann darin verschnaufen und Schutz vor Wetterkapriolen suchen.

Je höher man steigt, desto mehr Siegpunkte sichert man sich. Wer nach 18 Tagen die meisten hat, gewinnt. Das ist auch schon das einzig Unstimmige an diesem zügigen Spiel: Die Spieler müssen tatsächlich lediglich die 18 Tage überleben, es reicht, wenn sie sich in einem Zelt auf 6000 Meter unter dem Schneesturm wegducken. Das führt in Wirklichkeit bekanntlich nicht zum Ziel.

"K2" ist ein Spiel für Taktiker. Zum größten Teil hängt der Sieg davon ab, sich die Kräfte richtig einzuteilen und die Tage für den Gipfelsturm zu nutzen, an denen das Wetter mitspielt. Und davon, dass man seine Mitstreiter aufpasst: Denn sie können den Rückweg blockieren, und das bedeutet einen eisigen Tod.

Adam Kaluza: K2, Grafik: Jarek Noco, 1 bis 5 Spieler ab 10 Jahren. Spieldauer: etwa 60 Minuten, Preis: rund 23 Euro (günstigster Preis im Online-Handel)



insgesamt 2 Beiträge
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justus0jonas 29.12.2011
1. das ganze leben ist ein spiel
Das Spielmaterial der Burgen von Burgund umfasst auch Spielpläne, die nur aus dünnem foliertem Papier anstatt Karton bestehen, was den Spielspaß - der für mich als Vielspieler sowieso nicht recht aufkommen mag, weil die Möglichkeiten zu überschaubar sind - zusätzlich trübt. Da im Artikel auch auf Helvetia verwiesen wird: Das Spiel steht ausstattungsmäßig solide da und macht die ersten Partien auch Spaß, ich wüsste aber gerne, wie die Langzeitspielbarkeit aussieht, da die verschiedenen Möglichkeiten auch hier nicht gerade üppig sind. Schade zudem, dass nicht auf Ankh Morpork verwiesen wird, da die renommierten Rezensenten (Dicetower, Spielama) gerade dieses Spiel als Neuerscheinung ans Herz legen.
ekel 29.12.2011
2. BRETTspiel
Schön, dass von drei vorgestellten Spielen immerhin zwei auch wirklich Brettspiele sind. Ich werde auch weiterhin nur Spiele kaufen, die mir von meinem Spieleverkäufer bei uns empfohlen werden. Er kennt alles was er verkauft und weiss inzwischen ganz genau, was etwas für mich sein könnte. Ich kann jedem Spielebegeisterten wirklich nur empfehlen, sich einen echten Spieleladen zu suchen in der Nähe, wo die Verkäufer richtig Ahnung haben.
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