Brettspiel-Empfehlungen Blühende Täler und eisige Höhen

Von Joachim Budde

3. Teil: "23" - Zocken um Strafchips


Karten ablegen von 1 bis 23 - das klingt erst einmal nicht besonders reizvoll. Doch Christoph Behre hat es geschafft, aus dieser simplen Spielidee ein attraktives Kartenspiel für zwischendurch zu bauen: Er hat dem Spiel geschickt ein paar ebenfalls einfache, aber wirkungsvolle Mechanismen hinzugefügt.

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Neue Brettspiele: "23" - Zocken um Strafchips
Grundsätzlich geht es darum, möglichst wenig Minuspunkte zu sammeln. Die handelt man sich ziemlich leicht ein, denn bei "23" gibt es eigentlich nur eine Richtung: aufwärts. Auf eine Eins kommt eine Zwei, auf eine Zwei eine weitere Zwei oder eine Drei, und so weiter. Sobald ein Spieler eine oder mehrere Zahlen überspringt, muss er violette Strafchips nehmen. Ist ihm die Lücke zu groß, darf er passen - das gibt lediglich einen Strafchip - und hoffen, dass jemand die Lücke geschlossen hat, bis er wieder an der Reihe ist.

Es kann aber auch einen taktischen Vorteil bringen, mal die Strafe für einen größeren Sprung auf sich zu nehmen. Denn wenn auf diese Weise die Mitspieler auf Karten sitzen bleiben, wird es für sie möglicherweise noch teurer. Etwa, wenn sie zu einer kleineren Zahl zurückkehren müssen: Jeder Spieler hat nur drei grüne Bonus-Chips, mit denen er die Kartenzahl um bis zu fünf nach unten oder oben korrigieren kann, den Wunsch hat man jedoch deutlich häufiger.

Die Mitspieler zu durchschauen, ist bei "23" wichtig, aber gar nicht so einfach. Denn es gibt von allen Zahlen außer der Eins mehrere Karten, und es sind nie sämtliche Karten im Spiel. Manchmal wächst die Zahl auf dem Ablagestapel sehr schnell, manchmal sehr langsam.

"23" ist ein Spiel für Zocker, denn zum Gewinnen muss man eine ordentliche Portion Glück mit den Karten haben. Das Spiel funktioniert offiziell auch zu zweit, macht aber erst zu dritt oder viert wirklich Spaß.

Christoph Behre: 23, Grafik: Oliver Freudenreich, 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren. Spieldauer: etwa 25 Minuten, Preis: rund 6,50 Euro (günstigster Preis im Online-Handel)



insgesamt 2 Beiträge
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justus0jonas 29.12.2011
1. das ganze leben ist ein spiel
Das Spielmaterial der Burgen von Burgund umfasst auch Spielpläne, die nur aus dünnem foliertem Papier anstatt Karton bestehen, was den Spielspaß - der für mich als Vielspieler sowieso nicht recht aufkommen mag, weil die Möglichkeiten zu überschaubar sind - zusätzlich trübt. Da im Artikel auch auf Helvetia verwiesen wird: Das Spiel steht ausstattungsmäßig solide da und macht die ersten Partien auch Spaß, ich wüsste aber gerne, wie die Langzeitspielbarkeit aussieht, da die verschiedenen Möglichkeiten auch hier nicht gerade üppig sind. Schade zudem, dass nicht auf Ankh Morpork verwiesen wird, da die renommierten Rezensenten (Dicetower, Spielama) gerade dieses Spiel als Neuerscheinung ans Herz legen.
ekel 29.12.2011
2. BRETTspiel
Schön, dass von drei vorgestellten Spielen immerhin zwei auch wirklich Brettspiele sind. Ich werde auch weiterhin nur Spiele kaufen, die mir von meinem Spieleverkäufer bei uns empfohlen werden. Er kennt alles was er verkauft und weiss inzwischen ganz genau, was etwas für mich sein könnte. Ich kann jedem Spielebegeisterten wirklich nur empfehlen, sich einen echten Spieleladen zu suchen in der Nähe, wo die Verkäufer richtig Ahnung haben.
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