Brettspiel-Empfehlungen Blühende Täler und eisige Höhen

Von Joachim Budde

4. Teil: "Burgen von Burgund" - Fürstentümer füllen


Das Tal der Loire im Mittelalter. Von ihren Burgen am Fluss aus überblicken Fürsten ihre Ländereien. Die entwickeln sich prächtig: Dort wächst eine Stadt heran, in den Bergen fördern Minen Erz, auf den Weiden gedeiht das Vieh, und über den Fluss transportieren Schiffe Waren aus den Manufakturen.

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Neue Brettspiele: "Burgen von Burgund"
Klar, dass es nicht so einfach ist, ein prosperierendes Reich zu entwickeln. Die Spieler müssen optimal die Gelegenheiten nutzen, die sich ihnen bieten, und möglichst viele Siegpunkte sammeln. Was sie dafür brauchen, holen sich die Fürsten aus den sechs Depots auf dem zentralen Spielplan und bringen es auf ihr persönliches Tableau.

Woher und wohin genau die Gebäude-, Vieh-, Waren-, Burgen- oder Wissensplättchen kommen - alles hängt von den beiden Würfeln ab. Wer eine Sechs würfelt, darf sich ein Plättchen aus Depot sechs nehmen oder ein Plättchen auf ein Feld seines Tableaus mit einer Sechs legen.

Zum Glück gibt es die Arbeiter, denn sie können die Würfelzahlen nach oben oder unten korrigieren. Das sorgt dafür, dass man tatsächlich an einer Strategie basteln kann. Denn es ist gut, sein Fürstentum planvoll zu füllen. Für jede komplette Stadt, für jede Weide gibt es einen fetten Punktebonus. Wer die Wissenschaft richtig fördert, erntet ebenfalls Punkte-Polster.

Das schöne an diesem Spiel: Die Fürsten können sich gegenseitig die besten Plättchen wegschnappen, schaffen es aber nicht, einander völlig zu blockieren, weil sich immer neue Wege eröffnen.

"Die Burgen von Burgund" ist ein garantierter Erfolg für Vielspieler. Aber auch Gelegenheitsfürsten werden ihren Spaß daran haben, wenn sie eine Partie zum Lernen einkalkulieren. Die Mühe lohnt sich. Außerdem sind für alle Aktionen Hilfen auf das Brett gedruckt. Wenn man die Symbole einmal verstanden hat, kann die Anleitung in der Schachtel bleiben. Das Spiel funktioniert sehr gut - sowohl zu zweit als auch zu mehreren.

Schade: Das Material kann nicht richtig überzeugen. Zwar ist das Spiel üppig ausgestattet, neun unterschiedliche Fürstentümer sorgen für Abwechslung. Aber die Plättchen heben sich schlecht vom Spielplan ab, Gelb und Grün sind kaum zu unterscheiden, und der Verlag hat zu sehr an Größe und Dicke der Plättchen gespart.

Stefan Feld: Die Burgen von Burgund, Grafik: Harald Lieske, 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren. Spieldauer: etwa 30-90 Minuten, Preis: rund 27 Euro (günstigster Preis im Online-Handel)



insgesamt 2 Beiträge
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justus0jonas 29.12.2011
1. das ganze leben ist ein spiel
Das Spielmaterial der Burgen von Burgund umfasst auch Spielpläne, die nur aus dünnem foliertem Papier anstatt Karton bestehen, was den Spielspaß - der für mich als Vielspieler sowieso nicht recht aufkommen mag, weil die Möglichkeiten zu überschaubar sind - zusätzlich trübt. Da im Artikel auch auf Helvetia verwiesen wird: Das Spiel steht ausstattungsmäßig solide da und macht die ersten Partien auch Spaß, ich wüsste aber gerne, wie die Langzeitspielbarkeit aussieht, da die verschiedenen Möglichkeiten auch hier nicht gerade üppig sind. Schade zudem, dass nicht auf Ankh Morpork verwiesen wird, da die renommierten Rezensenten (Dicetower, Spielama) gerade dieses Spiel als Neuerscheinung ans Herz legen.
ekel 29.12.2011
2. BRETTspiel
Schön, dass von drei vorgestellten Spielen immerhin zwei auch wirklich Brettspiele sind. Ich werde auch weiterhin nur Spiele kaufen, die mir von meinem Spieleverkäufer bei uns empfohlen werden. Er kennt alles was er verkauft und weiss inzwischen ganz genau, was etwas für mich sein könnte. Ich kann jedem Spielebegeisterten wirklich nur empfehlen, sich einen echten Spieleladen zu suchen in der Nähe, wo die Verkäufer richtig Ahnung haben.
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