Neue Einschränkungen Jugendliche dürfen in China nur noch drei Stunden pro Woche online spielen

Lediglich an Wochenenden und Feiertagen darf gezockt werden – und immer nur kurz: Mit drastischen Maßnahmen beschränkt China die Möglichkeit von Minderjährigen, an Internetspielen teilzunehmen.
Spielerinnen in einem Internetcafé in China (Archivbild)

Spielerinnen in einem Internetcafé in China (Archivbild)

Foto: NIR ELIAS/ REUTERS

Jugendliche dürfen in China künftig nur noch an durchschnittlich drei Tagen pro Woche für jeweils eine Stunde an Online-Spielen teilnehmen. So sieht es ein neuer Maßnahmenkatalog der chinesischen Regulierungsbehörde vor. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet , dürfen Anbieter solcher Spiele Jugendlichen diese nur noch von Freitag bis Sonntag, von jeweils 20 Uhr bis 21 Uhr, zugänglich machen. Eine Ausnahme sollen chinesische Feiertage sein, an denen zusätzlich jeweils eine Stunde gespielt werden darf.

Der Behörde zufolge soll die »körperliche und geistige Gesundheit« von Jugendlichen geschützt werden, indem die »exzessive Nutzung von Online-Spielen« verhindert wird, wodurch Jugendliche vor einer Abhängigkeit von derartigen Angeboten bewahrt würden.

In einer Art von vorauseilendem Gehorsam hatte der chinesische Tencent-Konzern bereits im Juli von sich aus Maßnahmen eingeführt, die dafür sorgen sollten, dass Jugendliche nachts keine Online-Videospiele mehr spielen können. Das Unternehmen schrieb damals: »Kinder, legt Eure Handys weg und geht schlafen.«

Spielen nur mit Gesichtserkennung

Seither darf bei Tencent nach 22 Uhr nur noch spielen, wer sich per Gesichtserkennung als erwachsen ausweisen kann. Das Unternehmen wollte damit eine 2019 eingeführte Ergänzung des chinesischen Jugendschutzgesetzes durchsetzen. Diese sieht vor, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens keine Online-Spiele mehr spielen dürfen. Die maximale Spielzeit wurde für Wochentage auf eineinhalb Stunden und für Wochenenden und Feiertage auf drei Stunden festgelegt.

Den chinesischen Behörden war der freiwillige Vorstoß des Internetkonzerns augenscheinlich nicht genug. Ohnehin müssen sich Online-Spieler in China unter ihrem Realnamen registrieren, bevor sie an Online-Games teilnehmen können. Die Durchsetzung der Regeln durch die Spieleanbieter soll regelmäßig überprüft werden. Unternehmen, die den Auflagen nicht nachkommen, hätten »gemäß den Gesetzen und Vorschriften« ernsthafte Konsequenzen zu befürchten.

In den vergangenen Monaten hat die chinesische Regierung immer wieder gegen die im Lande erstarkenden Internetkonzerne durchgegriffen. Dem riesigen Internetkonzern Alibaba etwa wurde wegen Marktmissbrauchs eine Rekordstrafe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro aufgebrummt, die Quartalsbilanz rutschte dadurch stark ins Minus. Im August veröffentlichte die Marktaufsichtsbehörde SAMR Regulierungsvorschläge, mit denen die Techkonzerne des Landes in die Schranken gewiesen werden sollen. Vor wenigen Tagen schließlich berichteten mehrere Medien, die chinesische Regierung plane nun auch ein Verbot von US-Börsengängen.

mak
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