Zensur von Videospielen China lässt »unmännliche« Inhalte aus Games entfernen

Aus Angst vor einer »verweichlichten« Gesellschaft geht die Staatsführung nun rigoros gegen Videospielehersteller vor. Auch Fernsehsender haben die Anweisung erhalten, »abnormale Ästhetik« zu bekämpfen.
Spielende Menschen in Peking: »Körperlich schwach und emotional instabil«

Spielende Menschen in Peking: »Körperlich schwach und emotional instabil«

Foto: WU HONG/EPA-EFE/Shutterstock

Der Interventionismus der chinesischen Führung gegen die Techbranche im eigenen Land setzt sich fort. Aus Angst vor einer »verweichlichten« Gesellschaft geht die Staatsführung nun rigoros gegen Videospiele-Hersteller vor und verpflichtet sie zur Entfernung »unmännlicher« Inhalte. »Obszöne und gewalttätige Inhalte sowie solche, die ungesunde Tendenzen wie Geldanbetung und Verweiblichung fördern, sollten entfernt werden«, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwochabend. Unternehmen, die gegen die neuen Vorschriften verstoßen, würden bestraft.

Hinter der Anordnung steht Experten zufolge die konservative, ältere Generation der Kommunistischen Partei, die sich an der androgynen Ästhetik der modernen Jugend- und Popkultur stört. Aus diesem Grund geht Peking schon länger gegen solche Schönheitsideale vor und setzt sich für die Propagierung althergebrachter Geschlechterrollen ein. In Teilen der chinesischen Gesellschaft herrsche die Wahrnehmung vor, dass »feminine Männer körperlich schwach und emotional instabil sind«, sagt der Professor Geng Song von der Universität Hongkong. Daraus folge für die Parteiführung, dass diese Männer ihr Land nicht verteidigen können.

Vor einigen Tagen bereits wurden die chinesischen Fernsehsender angewiesen, sich gegen »abnormale Ästhetik« wie »verweichlichte« Männer zu wehren und mehr vermeintlich typisch männliche Darstellungen ins Programm zu nehmen.

China ist der größte Spielemarkt der Welt. Techunternehmen wie Tencent und Netease machen Millionen mit ihren Videospielen. Doch zuletzt beschränkte die Staatsführung den Zugang zu Onlinespielen für Minderjährige drastisch. Kinder und Jugendliche dürfen neuerdings nur noch drei Stunden pro Woche spielen – und zwar freitags, samstags und sonntags jeweils von 20 bis 21 Uhr.

Möglicherweise gibt es noch weitere Beschränkungen. Informationen der »South China Morning Post« zufolge  haben die chinesischen Regulierungsbehörden derzeit die Freigabe jeglicher neuer Onlinespiele gestoppt.

pbe/AFP
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