"Beyond Earth" Sid Meier schickt "Civilization" ins Weltall

"Civilization" geht neue Wege: Im neuesten Teil von Sid Meiers Strategiespiel-Klassiker finden auch Rollenspielelemente ihren Platz. Nicht nur deshalb ist "Beyond Earth" mehr als ein Aufguss von Bewährtem.


Das Studio Firaxis nimmt den Spieler mit in den Weltraum und in die Zukunft. Denn die Erde, wie wir sie kennen, existiert in "Beyond Earth" nicht mehr, dem neuesten Teil der populären Strategiespiel-Serie "Civilization". Umweltverschmutzung, Erderwärmung und Überbevölkerung haben den Planeten unbewohnbar gemacht. Die einzige Chance für die Menschheit: eine neue Welt finden und sie besiedeln.

Der Spieler steigt genau an diesem Punkt ein. Zunächst entscheidet er sich für einen Sponsoren und kann durch die Wahl einen Vorteil erwerben. Die Panasien-Kooperative produziert etwa schneller, die Afrikanische Union wächst schneller und Brasilia ist militärisch gut aufgestellt. Um den Start zu erleichtern, darf man auch noch weitere Vorteile wählen, beispielsweise eine Forscher-Crew oder einen Tektonik-Scanner zum Aufspüren von Ressourcen.

So sieht "Civilization: Beyond Earth" aus
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"Civilization: Beyond Earth": Der neueste Teil der "Civilization"-Reihe führt den Spieler ins Weltall. Im Multiplayermodus können bis zu acht Spieler gegeneinander antreten.

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Nichts für Ungeduldige: "Civilization: Beyond Earth" ist ein Spiel, dem man sich widmen muss. Dafür belohnt es mit einer langen Spieldauer.

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In Konkurrenz mit vorherigen Serienteilen: Das viel gelobte "Civilization 5" ist vier Jahre vor "Beyond Earth" erschienen, es folgten zwei Addons.

Sind die Startbedingungen geklärt, geht es direkt ins All und auf den Planeten als neuer Heimat der Menschen. Der Aufbau der neuen Zivilisation kann beginnen. Dabei wurden viele Spielelemente vom Vorgänger "Civilization 5" übernommen, darunter die sechseckigen Geländefelder, die Kampfsysteme, die Handelswege oder auch der Ausbau der Städte. Einige Elemente wurden aber auch nur kosmetisch erneuert: Beispielsweise handeln die Kolonien statt mit Gold nun mit Energie, Zufriedenheit wurde durch allgemeine Gesundheit ersetzt.

Gleichzeitig steckt "Beyond Earth" voller Neuerungen. Dazu zählen etwa Rollenspiel-Elemente, die "Civilization"-Schöpfer Sid Meier und seine Entwicklerschmiede ersonnen haben: Der Spieler muss sich etwa entscheiden, ob er tendenziell den Weg einer recht kriegerischen Vorherrschaft einschlägt, oder in friedlicher Koexistenz mit den auf dem Planeten vorgefundenen Aliens nach Harmonie strebt.

Ohne Forschung geht es nicht

Doch egal für welche der insgesamt drei sogenannten Affinitäten sich der Spieler entscheidet: Ohne Forschung geht es nicht. Hier kommt das neue, sogenannte Technologienetz ins Spiel. Ausgehend vom Zentrum seiner Kolonie gilt es, ein Forschungsnetz zu spannen. Dabei muss man auf Symbole achten, die jene Forschungswege ausweisen, die die gewählte Affinität am besten unterstützen. Insgesamt ist der Spieler in seinen Entscheidungen freier als bei den Vorgänger-Teilen, und jedes Spiel verläuft anders. Das steigert im Vergleich zu den Vorgängern den Wiederspielwert deutlich.

Neben dem Fleißweg der Affinitäten gibt es noch zwei zusätzliche Arten, das Spiel zu gewinnen: alle Hauptstädte der Gegner übernehmen oder Kontakt zu mysteriösen Aliens aufnehmen. Welchen Sieg man anstrebt und auf welchem Weg man dorthin gelangt, bleibt - wie bei den bisherigen Teilen der "Civilization"-Reihe auch - dem Spieler überlassen.

Die Mischung aus alten und neuen Spielelementen machen "Beyond Earth" zu einer Art Zwitter irgendwo zwischen eigenständigem Spiel und Add-on im Science-Fiction-Look. Einen langweiligen Aufguss im neuen Gewand liefert Firaxis in keinem Fall ab. Anhänger rundenbasierter Strategiespiele können unbesorgt zugreifen - und eingefleischte Fans der Reihe sowieso.


"Civilization: Beyond Earth" von Firaxis, für Windows, Mac- und Linux-Versionen sollen folgen, ab 40 Euro; USK: Ab 12 Jahren

Das sagen die anderen: Das Fachmagazin "Gamestar" vergleicht "Beyond Earth" mit "Civilization 5" - und in diesem Duell zieht der neue Titel den Kürzeren. "Gutes, aber weniger vielseitiges Civ 5 im All", lautet das Kurzfazit der Redaktion. Das Konkurrenzmagazin "PCGames" meint, "Beyond Earth" sei ein sehr gutes Rundenstrategiespiel geworden, "das eine schöne Alternative zum bisher immer gleich gebliebenen historischen Civ-Setting bietet".

Benedikt Wenck, dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
heinz.wutz 24.10.2014
1. Alpha Centauri?
Ein Verweis auf Alpha Centauri wäre wünschenswert gewesen. Immerhin ist Beyond Earth ja nicht der erste Weltraumableger von Sid Meyers Civilization-Reihe. Mich hätten hier mal die Unterschiede/Weiterentwicklungen zum etwas angespaubten, aber in seiner Spieltiefe immer noch atemberaubenden Spiel interessiert.
mueslix 24.10.2014
2.
"Die einzige Chance für die Menschheit: eine neue Welt finden und sie besiedeln. Der Spieler steigt genau an diesem Punkt ein. Zunächst entscheidet er sich für einen Sponsoren und kann durch die Wahl einen Vorteil erwerben." Danke, ich hab das Interesse beim Wort "Sponsoren" bereits verloren.
NauMax 24.10.2014
3.
Zitat von mueslix"Die einzige Chance für die Menschheit: eine neue Welt finden und sie besiedeln. Der Spieler steigt genau an diesem Punkt ein. Zunächst entscheidet er sich für einen Sponsoren und kann durch die Wahl einen Vorteil erwerben." Danke, ich hab das Interesse beim Wort "Sponsoren" bereits verloren.
Lassen Sie mal Ihr gezwungenes Anti-kapitalistisches Geschwurbel beiseite und betrachten Sie das Ganze einmal nüchtern: Der Sponsor ist eine Nation auf der Erde und eine interstellare Reise muss irgendwie finanziert werden. Deutschland ist übrigens nicht vertreten, da hat Firaxis unsere Stillstandsgesellschaft perfekt simuliert ;-)
kein_gut_mensch 24.10.2014
4. Moment
Zitat von mueslix"Die einzige Chance für die Menschheit: eine neue Welt finden und sie besiedeln. Der Spieler steigt genau an diesem Punkt ein. Zunächst entscheidet er sich für einen Sponsoren und kann durch die Wahl einen Vorteil erwerben." Danke, ich hab das Interesse beim Wort "Sponsoren" bereits verloren.
Mit Sponsor sind keine realen Sponsoren gemeint sondern damit legt man zu Beginn des Spiels fest welche Gruppe man spielt. Früher waren das Nationen bei Civ jetzt heißen die Sponsoren ohne irgendeinen realen Bezug zu vermeintlichen Sponsoren. Es gibt z.B einen Sponsor der heißt "Franco-Iberia" und dadurch erhält man halt bestimmte Vorteile wie in den älteren Civs bei den Nationen. Manche reagieren immer so reflexartig ...
Msc 24.10.2014
5.
Ganz egal wie mittelmäßig und uninnovativ diese Reihe noch wird, kommerziell bleibt sie erfolgreich. Werbung, Werbung, Werbung. Es werden immer noch Neuerungen für super toll verkauft, die andere Spiele schon vor 15 Jahren gebracht haben...
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