"Cloud Chasers" angespielt Mit dem Gleiter in ein besseres Leben

"Cloud Chasers" passt gut in die Zeit. Das Tablet-Spiel erzählt von einer Flucht; von zwei Menschen, die davon träumen, in einem entfernten Land besser zu leben. Doch so spannend die Grundidee ist - dem Spiel fehlt der Feinschliff.

Amelia auf dem Gleiter: Wassersammlung in der Luft
Blindflug

Amelia auf dem Gleiter: Wassersammlung in der Luft


Das Wasser ist alle, Francisco und Amelia liegen in der Wüste. Tot. Gestorben auf der Flucht, auf der Suche nach einem besseren Leben. Dabei habe ich doch alles getan, was nötig war. Habe Wasser gesammelt, bin weitergezogen, habe mich durch Städte gearbeitet, für die Gesundheit der beiden gesorgt. Umsonst. Ich muss von vorn beginnen.

"Cloud Chasers" ist ein Spiel, das den Nerv der Zeit trifft, obwohl es schon seit mehr als einem Jahr in der Entwicklung ist. Das von einem kleinen Studio aus der Schweiz entwickelte Tablet-Game befasst sich mit dem Thema Flucht. Es geht um die Sorgen und Nöte der Protagonisten, um ihren Weg, der voller Gefahren ist und auf dem der Tod an jeder Ecke lauert.

Es lässt die Spieler eigene Geschichten schreiben, setzt ihnen immer neue Ereignisse vor und schickt sie zurück; dahin, wo sie herkommen, oder in den Tod. Und vielleicht auch nach Spire, ins sagenumwobene Land über den Wolken, ins Ziel. Wenn man es denn erreicht. Oder auch nur erreichen will, was zur Geduldsprobe wird.

Die Dronen der Wolkenstadt: Gegner und Boten des gelobten Landes zugleich
Blindflug

Die Dronen der Wolkenstadt: Gegner und Boten des gelobten Landes zugleich

Einfach Wasser aus Wolken ziehen

"Cloud Chasers" ist immer wieder sperrig und störrisch, spielerisch zudem limitiert. Erst einmal lenkt man Francisco und Amelia per Fingerdruck durch die Wüste, bis sie unter einer Wolke stehen. Jetzt gilt es, einen Fluggleiter zu starten und ihn Wasser aus Wolken ziehen zu lassen. Dabei muss man den Erntemaschinen von Spire entwischen.

Landet der Gleiter, geht der Weg weiter, bis zum nächsten Ereignis, das mit einem kleinen Text erzählt wird, bis zur nächsten Wolke oder einer sicheren Stadt.

"Cloud Chasers" macht dabei viel richtig. Es erzählt ohne falsches Pathos, versucht nicht, alle Nuancen einer Flucht darzustellen. Es beschränkt sich auf zwei Menschen und ihren Weg. Auf den Traum, in einem entfernten Land ein besseres Leben führen zu können, auch wenn es gerade dieses Land ist, das ihnen die Lebensgrundlage nimmt, das Wasser klaut. Kurz und knapp stellt es Ursache und Wirkung dar.

Verloren in der Wüste: Francisco und Amelia suchen nach Wasser
Blindflug

Verloren in der Wüste: Francisco und Amelia suchen nach Wasser

Und doch: Etwas mehr Feinschliff hätte dem Spiel gut getan. Die Geschichte holpert, im Text sind viele Fehler, das Gameplay ist auf Dauer eintönig und der Schwierigkeitsgrad recht hoch. Wer die Reise von Francisco und Amelia nachvollziehen möchte, muss auf jeden Fall viel Geduld mitbringen.


"Cloud Chasers" von Blindflug, für iOS und Android, circa 3,50 Euro.

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insgesamt 1 Beitrag
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Spiegelbildlein 20.10.2015
1. Gschmäckle
Der Preis für die App ist überdurchschnittlich hoch und irgendwie hat das dann doch ein "Gschmäckle". Da wird man das Gefühl nicht los, dass hier jemand "Kapital" (klar, die arbeiten auch nicht umsonst, aber warum dann dieses Thema?) aus dem traurigen Thema schlagen möchte. Gleichzeitig bekommen die dann noch kostenlose Werbung durch solche Artikel... Oder wird der Erlös gespendet?
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