"Days Gone" für die PlayStation 4 Die Nacht der Freaker

"Days Gone", das neue Exklusivspiel der PlayStation 4, bietet inhaltlich wenig Neues. Seine Stärke liegt in der Darstellung einer Welt, in der die Menschheit größtenteils untergegangen ist.

Sony Interactive Entertainment

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Kaum etwas stellt den menschlichen Untergang so plastisch dar wie ein verlassener, dreckiger Swimmingpool. Einst die Manifestation menschlicher Dekadenz, Symbol für Überfluss an Geld, Wasser, Zeit. Nun ein dreckiges Loch in der Erde, das nicht einmal Sicherheit bietet vor den nach Fleisch darbenden Menschenwesen, die in "Days Gone" schreiend auf uns zu rennen.

"Days Gone" ist ein neues Exklusivspiel für die PlayStation 4. Und wenn es eines bietet, dann Atmosphäre: diese ständige Bedrohung, die herrscht, wenn die Menschheit größtenteils untergegangen und nur noch der laufende Tod übrig ist.

Sechs Jahre alt

Zunächst zu den handfesteren Aspekten. "Days Gone" ist ein Action-Adventure, das im Nordwesten der USA spielt. Vor allem aber ist das Spiel ein Open-World-Titel, wie sie derzeit oft veröffentlicht werden. Vor allem im sogenannten AAA-Bereich der Blockbuster-Spiele ist die offene Spielwelt noch immer der Heilige Gral, der Spieler mit seinen glänzenden Versprechen der freien Erkundung und Entdeckung locken möchte - und mit teils grotesk langer Spieldauer, denkt man etwa an ein "Assassin's Creed: Odyssey".

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"Days Gone": Kontrollverlust und Waffengewalt

Schon seit sechs Jahren ist "Days Gone" in der Entwicklung. Spielerisch bietet es auch deshalb kaum Neues. Spieler, die oft in Open-World-Spielen unterwegs sind, werden viele der Elemente wiedererkennen - seien es Nebenmissionen, Schleich- und Spürmechaniken oder Crafting-Elemente. Ein wenig spielt sich "Days Gone" wie eine Zusammenfassung der Spieleentwicklungseit 2013.

Auch die Charaktere und Geschichten strotzen nicht gerade vor Einfallsreichtum oder sind - bis auf einige Nebenfiguren - besonders einprägsam. Im Mittelpunkt von "Days Gone" stehen zwei Erzählstränge. Die verlorengegangene Frau des Protagonisten Deacon St. John wird zu Beginn von ihrem Mann getrennt und aufgrund einer Verletzung in ein Lazarett geflogen. Doch aus diesem kehrt sie nicht zurück.

Was geschah, möchte Deacon herausfinden. Dabei trifft er auf den zweiten Strang: die Organisation Nero, die wohl etwas mit der Epidemie zu tun hat, die die Welt heimgesucht hat. Die wenigen Menschen, die es noch gibt, haben sich in Lagern zusammengerottet und sind zumeist mindestens genauso gefährlich wie die Wesen, die früher einmal Menschen waren.

Freaker statt Zombies

Das Z-Wort ist in dieser Besprechung bisher noch nicht gefallen. Das Entwicklerstudio legt Wert darauf, die vagabundierenden Menschenwesen in "Days Gone" nicht Zombies zu nennen, sondern Freaker. Die Unterschiede sind kaum erkennbar. Doch diese Nicht-Zombies machen die Stärke des Spiels aus - das Ende der Zivilisation, das stets durch die Luft wabert.

Preisabfragezeitpunkt:
23.05.2019, 14:40 Uhr
Ohne Gewähr

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Verlag:
Gamesonly_Export
Preis:
EUR 68,80

Wenn die Nacht einbricht, die Freaker aus ihren Nestern kommen und zudem noch Donner über den Baumwipfeln grollt, erweist sich diese Stimmung als der eigentliche Hauptcharakter des Spiels. Oder wenn ein Rehrudel über die Straße läuft und hinter sich ein Rudel von Freakern herzieht. Oder wenn dem Spieler mit seinem Motorrad auf dem Weg zum Lager das Benzin ausgeht, er mit dem letzten Ausrollen die Tore durchquert und diese sich hinter ihm schließen - das Kreischen der vielen Wesen, die er mit seinem Motorenknattern angelockt hat, ist noch lange zu hören.

Das Ende der Sicherheit

Das Gefühl von Sicherheit ziehen viele Menschen aus Kontrolle, Struktur und Alltag. In Videospielen wird all das gern zertrampelt, sei es von Zombies oder anderen Wesen. Dem Spieler wird dafür eine Waffe in die Hand gedrückt und gesagt, dass er damit nun klarzukommen hat. Auch in "Days Gone" ist das so. Schlussendlich ist es die Bewältigung des Kontrollverlusts durch Waffengewalt. Doch selten wird dieser Kontrollverlust so greifbar wie in diesem Spiel.

Ab und zu schaltet sich eine Radiostation in den Funkverkehr ein, den Deacon St. John im Ohr hat. Dann wird da geraunt von einer dunklen Regierung, von Mächten, die der Bevölkerung die Waffen wegnehmen wollten, bevor der Untergang kam. Es sind Verschwörungstheorien aus der alten Welt, die da überlebt haben. Und die wohl auch länger leben werden als jeder Freaker.



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
wohin 25.04.2019
1. Wer zum Teufel....
.....braucht solche bescheuerten Spiele? Haben die Spielemacher gar kein bischen Phantasie? Muss es immer nur um Gewalt, Töten, verfolgen, jagen und gejagt werden gehen? Was sind das für Gehirne, die sich das ausdenken? K r a a a n k in meinen Augen! Versucht doch mal das Schöne dieser Welt in ein Spiel zu packen. Ach so, gibt ja schon zuhauf.
Leser161 25.04.2019
2. Mehrwert
Wenn ich was interessantes über das Spiel erfahre, dann nehme ich auch meinetwegen den nervigen tagespolitischen Seitenhieb. Aber wenn ich dafür nur das Skelett einer Spielbesprechung bekomme, dann ist es das nicht wert.
themasterofdesaster 25.04.2019
3. Ich finds cool...
...Aber ne ps4 kauf ich mir dafür trotzdem nicht.
treime 25.04.2019
4. Zombies heissen jetzt Freakers
Alles andere wie gehabt. Nichts Neues in der Spielelandschaft. Altes unter neuem Namen. Die "Gamer" fallen drauf rein. Selber Schuld, das nix besseres mehr kommt. Traurig, das es heutzutag eLeute gibt, die 60-70€ für ein Spiel ausgeben, bei dem man sich nach 10h sattgesehen hat, bzw. die Story durch ist. Lootshooter? Selber Schuld, wer sowas kauft. SPON ist nicht geeignet für Spiele Reviews. Keine Information über Mikrotransaktionen o.ä. Bäh....
mb2018 25.04.2019
5. Raider heißt jetzt Twix...
Jaja, keine Zombies, sondern Freaker! Also was ganz Neues und Innovatives, was mit den 200 zuvor erschienenen Zombie-Spielen rein gar nix zu tun hat. Nicht nur, dass so ziemlich jeder Shooter mittlerweile einen schon Tradition gewordenen "Zombie-Mode" hat, nein, es werden immer neue Quatsch-Spiele dieser Art mit viel Aufwand entwickelt. Wer will das noch spielen? Wird es nicht mal Zeit für was Neues?
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