"Donkey Kong" umgebaut Pauline rettet jetzt Super Mario

Papa baut einen Klassiker um: 32 Jahre lang rettete Super Mario seine Freundin Pauline aus den Händen eines bösen Affen. Warum nicht andersherum, dachte sich der Vater einer dreijährigen "Donkey Kong"-Spielerin. Er machte für seine Tochter die Dame zur Heldin.

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Weil seine dreijährige Tochter in "Donkey Kong" nur als männlicher Super Mario auf Befreiungsmission durch die Levels springen konnte, hat ihr Vater den Videospielklassiker kurzerhand umgebaut. So erzählt es Mike Mika in einem auf Reddit dokumentierten Beitrag. In seiner Spielversion "Donkey Kong: Pauline Edition" rettet Pauline den Klempner Super Mario aus den Händen eines wütenden Gorillas.

Gleichstellungspolitik am Beispiel eines 32 Jahre alten Videospielklassikers, ein subtiler Hack-Eingriff mit subversivem Potential? In Spiele-Blogs und Nerd-Foren wird das Projekt begrüßt: "Best Dad Ever", heißt es etwa bei Reddit, wo die Geschichte ihren Anfang nahm. Tatsächlich führt der kleine Rollentausch - mehr als ein Tausch der Grafik-Sets ist es ja nicht - vor, wie selbst ein banales "Donkey Kong" auf Rollenklischees basiert (hier das Video).

Erzählt man die Spielstory als eine Lagerfeuergeschichte, treten die Stereotype noch deutlicher hervor, wie das Bewerbungsvideo für die Videospielshow "Game One" von Simon Krätschmer und Daniel Budiman zeigt.

Weil das so gut funktioniert, ist "Donkey Kong: Pauline Edition" freilich nicht das einzige Spiel, das gegen den in der Videospielbranche verbreiteten Sexismus gebürstet ist. Der Kanadier Mike Hoye hatte im Nintendo-Spiel "Legend of Zelda - The Wind Waker" aus dem Spielhelden eine -heldin gemacht. Dazu griff Hoye in den Programmcode ein. In Deutschland wäre das illegal, weil Hoye dazu einen Emulator nutzen musste.

Für Nintendo ist die Angelegenheit zwiespältig - einen glühenden Fan, der sich so viel Mühe macht, ein familienfreundliches Spiel noch familienfreundlicher zu machen, will man vermutlich nicht verprellen. Bei Hoye jedenfalls hat sich Nintendo nicht gemeldet. Anfragen von SPIEGEL ONLINE zum Thema ließ die kanadische Niederlassung des Unternehmens damals unbeantwortet, und auch zum rechtlichen Status des für den Umbau verwendeten Dolphin Emulators wollte man sich bei Nintendo nicht äußern.

fko



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