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Ego-Shooter Australier installieren "Doom" auf Geldautomat

"Doom" ist ein Klassiker - und seit Jahren eine Art Fingerübung für Hard- und Softwarebastler rund um den Globus. Heute läuft der Ego-Shooter nicht nur auf Handys, sondern auch auf E-Readern, Taschenrechnern, E-Pianos - und Geldautomaten.

Der Ego-Shooter "Doom" ist aus vielen Gründen ein historisches Werk. Er wurde teilweise als Shareware verschenkt und doch zum Millionenseller, er wurde als Download über das Netz verteilt, er wurde zum ersten erfolgreichen Multiplayer-Shooter, der über das Internet gespielt werden konnte - und er stellte an die damals verfügbare Hardware hohe Ansprüche und begründete damit die lange Tradition extrem ressourcenhungriger Shooter.

Für heutige Hardware dagegen ist das ursprüngliche "Doom" keine Herausforderung mehr. Unter anderem deshalb - und eben wegen seiner historischen Bedeutung - wird es heute als eine Art Testsoftware benutzt, um immer wieder das Gleiche zu demonstrieren: "Doom" läuft auf fast allem. Das geht auch deshalb, weil es sich der Hersteller id Software zum Prinzip gemacht hat, seine Produkte nach einiger Zeit als Open-Source-Software in die Freiheit zu entlassen.

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Doom: Der Multi-Plattform-Shooter

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Schon vor drei Jahren gelang es Mitgliedern der auf das Umprogrammieren von Taschenrechnern spezialisierten Community Omnimaga  zum Beispiel, "Doom" auf einem ebensolchen zum Laufen zu bringen . Imselben Jahr installierte jemand  "Doom 2" auf einem E-Reader des deutschen Herstellers PocketBook aus Radebeul. Auf anderen Mobilgeräten läuft "Doom" selbstverständlich auch, auf dem iPhone, auf dem Palm Pre und sogar auf dem maximal reduzierten OLPC  des "One Laptop per Child"-Projektes.

Sogar ein Klavier, auf dem man mit der Schrotflinte diese seltsam zweidimensional wirkenden rosa Dämonen beschießen kann, gibt es . Den vorläufigen Endpunkt der "Aber läuft auch 'Doom' drauf?"-Bewegung setzten nun Hardware-Hacker aus Australien. Sie nahmen sich einen ausrangierten Geldautomaten vor und installierten darauf den über 20 Jahre alten Shooter. Nun läuft "Doom" auf dem Automaten - sogar mit Stereosound . Die Tasten neben dem Bildschirm sollen noch zur Waffenauswahl nutzbar gemacht werden, und vielleicht stellen die beiden Bastler ja sogar noch irgendetwas mit dem Quittungsdrucker an.

Dass man Geldautomaten wie ganz normale Computer programmieren kann, ist nichts Neues - immerhin läuft auf den meisten bis heute Windows XP. Selbst das allerdings ist für "Doom" schon ein ultramodernes Betriebssystem - augenscheinlich wurde auf dem Gerät für das Shooter-Experiment zunächst einmal ein MS-Dos-Emulator installiert.

cis
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