DVD-Filmbeileger Blues, Bestien und Barbaren

Singende Hollywoodstars, todbringende Kosmetikerinnen und ein Pionier der Trickfilmtechnik: Wem das nicht genug ist, wird bei den Filmbeilegern zur Monatsmitte auf der Suche nach spannender Unterhaltung spätestens bei soliden Fantasy-Abenteuern oder einer sympathischen Gaunerkomödie fündig.


Computer Bild

"Black Snake Moan", USA 2007. Regie: Craig Brewer. Format: 2,40:1 (16:9). Länge: 111 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,70 Euro.

Als ihr Freund zur Armee geht, flüchtet die labile Rae (Christina Ricci) sich in Sex- und Drogenexzesse. Wenige Tage später liest der ebenfalls von seiner Frau verlassene Eigenbrötler Lazarus (Samuel L. Jackson) sie verletzt von der Straße auf. Der streng gläubige, ehemalige Bluesmusiker beschließt, sie zu bekehren und kettet sie kurzerhand in seinem Haus an.

Der Filmtitel ist von einem Song geborgt, mit dem die Blueslegende Blind Lemon Jefferson (1893-1929) einst den Dämon seiner Blindheit beklagte. Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction") beschwört mit ihm die Abgründe seiner Filmfigur und die seiner Filmpartnerin Christina Ricci ("Sleepy Hollow") gleich mit - übrigens höchstpersönlich selbst singend. Beide zusammen machen diesen ungewöhnlichen Film über Liebe, Sünde, Verrat und Erlösung sehenswert, sein starker Blues-Soundtrack gibt ihm den letzten Schliff. Eine cooler Geheimtipp, der direkt aus den Tiefen des Mississippi-Deltas zu kommen scheint.

Bis 15. Juli im Handel

PC Go Premium

"Intermission", GB/IR 2003. Regie: John Crowley. Format: 1,78 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 12. Heftpreis: 6,99 Euro.

Während der Kleinganove Lehiff (Colin Farrell) zu Recht ins Visier des fiesen Polizisten Jerry (Colm Meany) gerät, macht John (Cilian Murphy) sich das Leben unnötig schwer, als er seine Beziehung zu Deirdre (Kelly Macdonald) verspielt. Eifersüchtig will er nun zusammen mit Lehiff seine Ex entführen, um ihren neuen Lover, einen Bankdirektor, zu erpressen. Gleichzeitig leidet Deirdres Schwester unter den Folgen sexueller Kränkung und Johns bester Kumpel an seinem Single-Dasein - doch durch einen kleinen, Steine werfenden Jungen findet alles eine wundersame Lösung.

Für sein sympathisches Regiedebut konnte John Crowley ("Boy A") gleich eine ganze Reihe prominenter Darsteller verpflichten, von denen man einige eher in millionenschweren Hollywoodproduktionen erwartet. Wer bis zum Abspann durchhält, hört Colin Farrell ("Alexander") sogar noch eine punkige Coverversion des Rock-Klassikers "I Fought the Law" grölen. Ein waschechter, irischer Filmspaß voller verrückter Geschichten.

Bis 4. August im Handel

PC Magazin

"Elvis Has Left the Building", D/USA 2004. Regie: Joel Zwick. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 87 Min. FSK: 6 Jahre. Preis: 6,99 Euro.

Kindgerechte Action (ab 6) finden Eltern in der Liebeskomödie von Joel Zwick, des Machers von "My Big Fat Greek Wedding" (2002). Zwei Jahre nach diesem Mega-Erfolg (5 Millionen Dollar Ausgaben, 369 Millionen Dollar Einnahmen) schickte er seinen Hauptdarsteller John Corbett erneut in den Ring. Doch hier stiehlt ihm Kim Basinger ("L.A. Confidential") als rundherum rosafarbene Erscheinung namens Harmony Jones die Show.

Die seit einem Kindheitserlebnis auf Elvis Presley fixierte Kosmetikverkäuferin hat eine unbewusst tödliche Wirkung auf Imitatoren des "King" und wird deshalb bereits vom FBI gejagt. Auf ihrem Weg zu einer Präsentation trifft sie den smarten Miles (John Corbett) und ein rasant-romantisches Roadmovie beginnt.

Zwicks schwarzhumorige Abrechnung mit dem US-amerikanischen Phänomen der Elvis-Imitatoren war zwar keine neue, aber eine lustvoll umgesetzte Idee. Trotzdem entschied sich die Produktionsfirma in den USA nur für eine DVD-Premiere - vielleicht zu Unrecht, denn nicht nur diverse Gastauftritte bekannter Hollywood-Größen, sondern auch einige bizarre Gags sorgen für kurzweilige Zerstreuung.

Bis 4. August im Handel

Super Illu Extra

"Das Märchen vom Zaren Saltan", SU 1966. Regie: Aleksandr Ptushko. Format: 1,33:1 (4:3). Länge: 81 Min. FSK: o. A. Heftpreis: 3,50 Euro.

Neben seinen regelmäßigen DVD-Beilagen in der ersten Monatsausgabe verbreitet die "Super Illu" in diesem Jahr ab und zu russische und ostdeutsche Märchenfilme aus den sechziger Jahren mit einer Extra-Ausgabe. Mitte Juli finden wir dort eine Woche lang die Verfilmung eines Klassikers aus der Feder des russischen Lyrikers Alexander Puschkin (1799-1837).

Darin wird der gutgläubige Zar Saltan Opfer hinterhältiger Intrigen, die ihn um Frau und Prinzensohn bringen. Doch die beiden sind nicht tot, sondern nur verschollen. Als der Prinz, ohne es zu wissen, einer verzauberten Prinzessin das Leben rettet, wird er zum Fürsten gekrönt und macht sich auf die Suche nach seinem Vater.

Eine kostümreich ausgestattete Produktion Aleksandr Ptushkos (1900-1973), der zahlreiche russische Märchen aufwendig verfilmte, darunter preisgekrönte wie "Die steinerne Blume" (1946) und "Sadko" (1953). Berühmt wurde er bereits 1935 mit "Der neue Gulliver", einem der ersten Spielfilme, der zu großen Teilen aus Puppenanimationen bestand. Viele Erfahrungen aus diesen frühen Jahren der Tricktechnik sind auch in der Produktion über den Märchenzaren Saltan von 1966 zu bewundern, dem vorletzten Film des 1973 verstorbenen Special-Effect-Pioniers Aleksandr Ptushko.

Vom 14.-20. Juli im Handel

TV Movie

"Outlander", USA 2008. Regie: Howard McCain. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 110 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

Im Jahr 709 krachen die Reste eines Raumschiffs in das Gebiet eines Wikinger-Klans. Raumfahrer Kainan (James Caviezel) überlebt als Einziger und begreift schnell, dass ein mörderischer blinder Passagier aus seiner Heimatwelt den Absturz verursacht hat. Doch auf seiner Jagd nach dem Monster wird er von den Wikingern gefangen, die ihn für einen Spinner halten. Erst als das fremde Wesen ihre Siedlung überfällt, glaubt man ihm, und ein opferreicher Kampf ums Überleben beginnt.

Biolumineszierende Bestien, bärenstarke Krieger und ein Held auf dem Weg zu Männerfreundschaft und Familienglück bringen Abwechslung in das fast zwei Stunden lange Abenteuer. Der Plot erinnert stark an erdige Actioner wie "Der 13te Krieger" (1999) oder "Predator" (1987), erreicht aber nicht deren Pfiffigkeit. Howard McCain mischt seinem ersten großen Kinofilm Elemente des nordischen Heldenepos "Beowulf" unter und versetzt den optisch interessanten Set an Schauplätze, die dem zweiten Teil des "Herrn der Ringe" arg ähneln. Dabei macht er genug richtig, um gut zu unterhalten. Schade ist nur, dass der Aufhänger "Raumfahrer trifft Wikinger" weitgehend ungenutzt verpufft. Sauber produzierter Fantasy-Happen mit ausbaufähigem Plot.

Bis 21. Juli im Handel



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