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Fußballsimulation: Die Stärken und Schwächen von "PES 2020"

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"eFootball PES 2020" Dieses Fußballspiel ist schwer zu lieben

Auf dem Platz setzt "Pro Evolution Soccer 2020" Maßstäbe. Doch die Fußballsimulation aus Japan hat viele Altlasten - und bietet dieses Jahr wenig Neues, anders als ihr großer Rivale "Fifa 20".

In "Pro Evolution Soccer 2020" können die Spieler den Ball nun in den Magen gedroschen bekommen - oder in den Schritt, was sie kurz spielunfähig macht. Neu ist zudem die Taktikanweisung "Positionstreue". Und, ach ja, und man kann jetzt gezielt ein taktisches Foul begehen. Es gibt Aufregenderes als solche Anpassungen.

Die zwei etablierten Reihen "Fifa" und "Pro Evolution Soccer" ("PES") bringen zwar jedes Jahr neue Vollpreisspiele hervor. Grundlegende Neuerungen wie ein für "Fifa 2020" angekündigter Straßenfußball-Modus, in dem erstmals männliche und weibliche Figuren zusammen spielen, sind aber seltene Lichtblicke.

Die deutsche Nationalmannschaft in "PES 2020"

Die deutsche Nationalmannschaft in "PES 2020"

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Bei "PES" vom japanischen Hersteller Konami ist diesmal ein verlängerter Spieltitel die größte Anpassung: Konami will sein Spiel unter dem Namen "eFootball PES 2020" stärker als E-Sport-Titel positionieren - und es vielleicht in alphabetisch sortierten Spieleübersichten näher an "Fifa" rücken. Der Konkurrent verkauft sich um ein Vielfaches besser, auch in Deutschland wird "Fifa" von viel mehr Spielern gespielt (und manchmal auch gehasst).

"Der Ball, der rollt schon."

Praktisch - das kann ich mit 15 Jahren "PES"-Erfahrung  sagen - bleibt "PES" aber "PES": eine vom Spielgefühl her grandiose Fußballsimulation, der jenseits der Matches aber der Feinschliff fehlt und die mit dem Onlinezeitalter hadert. Mal wieder.

Ein paar Beispiele:

  • Die omnipräsenten Ladebildschirme könnten dröger kaum sein. Bei "Fifa" versüßen oft Minispiele das Warten, "PES" bietet bestenfalls Tipps in grauen Textkästen.
  • Der Trainingsmodus ist quasi eins zu eins wie der Vorgänger und verlangt eine sehr hohe Frustrationstoleranz.
  • Das deutsche Kommentatoren-Duo nervt gewohnt schnell, mit Sätzen wie "Die Zeit tickt - und die Zeit tickt für sie". Zehn Minuten nach Anstoß bemerkt es: "Der Ball, der rollt schon."
  • Altbekannte Merkwürdigkeiten stecken weiter im Spiel: So enden etwa Partien zwischen Computermannschaften nie 2:1 oder 1:2.
  • Manche interessante "PES"-Modi wie die "Zufallsauswahl-Partie" und "Versus" sind wieder nur offline nutzbar. Online gibt es lieblos konzipierte Herausforderungen wie die "Divisionen", in denen man sich auf unpersönliche Art mit irgendwelchen Spielern irgendwo auf der Welt duelliert. Auch die bei E-Sport-Turnieren genutzte Spielvariante von "PES", in der die Stärken und Formen von Teams angeglichen werden, lässt sich erneut nicht übers Netz gegen Freunde spielen. So viel zum E-Sport-Fokus.
Aua: Da landete ein Ball im Magen

Aua: Da landete ein Ball im Magen

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Die Spiele machen viel Spaß

Das alles ist ärgerlich, denn die Partien in "PES 2020" sind spaßig und fordernd - selbst gegen den Computer, erst recht gegen menschliche Gegner und im "Koop-Modus", in dem zwei oder drei Spieler gemeinsam ein Team übernehmen.

"PES 2020" gibt Spielern das Gefühl, ihre Mannschaft unter Kontrolle zu haben. Gegentore lassen sich nicht immer, aber oft genug mit eigenem Versagen erklären. Tore dagegen muss man sich erarbeiten, was sie umso befriedigender macht.

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Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Gegenüber "PES 2019" ist das Geschehen etwas verlangsamt worden, was dem Spielgefühl gut tut, genau wie der größere Fokus auf die Physis der Spieler, ergänzt um neue Dribbel-Optionen. Die Schiedsrichter scheinen in den Vollversionen wieder weniger kleinlich zu pfeifen als in der Demoversion.

Optisch hat sich kaum etwas geändert. Die Grafik gefällt trotzdem, selbst auf einer normalen Playstation 4. Vor allem die Spieleranimationen sind beeindruckend realitätsnah, Stars oft schon an ihren Bewegungen und ihrem Spielstil zu erkennen. Die Stadionatmosphäre ist indes mau.

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Fußballsimulation: Die Stärken und Schwächen von "PES 2020"

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Kaum Neues bei "MyClub"

In den Modi wurde die "Meisterliga" mit neuen Start-Optionen und Videosequenzen aufgepeppt, die man bald überspringt. Die Spieler-Karriere "Werde zur Legende" und "MyClub", das Pendant zum wichtigsten "Fifa"-Onlinemodus "Ultimate Team", scheinen dagegen zu stagnieren. Neu ist für Online-Spieler lediglich der Modus "Matchday", in dem viele Spieler zugleich aktuelle Derbys nachspielen  und sich dabei auf eine bestimmte Seite schlagen.

An deutschen Teams bietet "PES 2020" nur Bayern München, Bayer Leverkusen und Schalke 04. Frankreichs und Italiens erste Liga beispielsweise sind dagegen mit Originaldaten im Spiel (inklusive Juventus Turin, das in "Fifa 20" "Piemonte Calcio" heißen wird). Alle englischen und spanischen Vereine außer Arsenal, Manchester United und dem FC Barcelona bieten derweil echte Kader, aber Fake-Vereinsnamen . Die meisten Nationalteams sind authentisch vertreten, 2020 liefert Konami noch ein EM-Update nach.

Beim Füllen der Lizenzen-Lücken hilft wie gewohnt ein umfangreicher Editor. Mit ihm lassen sich Originaldaten selbst nachtragen oder Datensets von Dritten einspielen. Der Offline-Teil des Spiels lässt sich so noch stark aufpeppen.

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Am besten mit mehreren auf der Couch

Am besten ist "PES 2020" ganz klar, wenn man Duelle mit Mitspielern neben sich auf der Couch mag. Für Offline-Partien gibt es die spannendsten Spiel-Optionen, E-Sport-Einstellungen inklusive. Hier stellt das Spiel "Fifa 19" und seinen Vorgänger in den Schatten. Spieler mit Onlinefokus haben es dagegen weiter schwer, "PES" zu lieben. Die wenigen Neuerungen, die "PES 2020" bietet, hätte Konami jederzeit per Update nachliefern können.

Für Fans bleibt es ein Spiel, das einen Tick runder wirkt als "PES 2019". Neueinsteiger bekommen eine teils schwergängige, aber sehr ernsthafte "Fifa 2020"-Alternative - wenn auch ohne Bonbons wie Straßenfußball.

Hinweis zum Artikel und zu den Kadern im Spiel

Konami erlaubt "finale Tests" von "PES 2020" erst ab dem 12. September um 16 Uhr, da erst an diesem Donnerstag sämtliche Sommer-Transfers ins Spiel übertragen werden. "PES 2020" ist jedoch bereits am 10. September offiziell erschienen. Auch ein erster Gameplay-Patch ist bereits am Dienstag veröffentlicht worden.

Dieser Artikel ist daher - das erlaubt Konamis Vorgabe - als "Zwischenfazit" des Autors zu verstehen, der das Spiel seit Freitag im Offline- und seit Dienstagmorgen auch im Online-Modus getestet hat. Dass sich seine endgültige Meinung zum Spiel noch grundlegend ändert, wenn Transfers nachgetragen wurden, ist nicht zu erwarten.


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