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Angespielt: Far Cry 4: Die Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis

Foto: Ubisoft

"Far Cry 4: Die Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" Schnell, hart, fesselnd

Die Erweiterung "Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" für den Ego-Shooter "Far Cry 4" versucht etwas Neues. Der Spieler tritt darin nicht nur gegen die wilde Natur und die Truppen eines Diktators an, sondern auch gegen die Uhr.

In 30 Minuten geht mein Hubschrauber in die Freiheit. Ich versuche es auf dem geraden Weg, auch wenn mich Pagan Min, der Diktator von Kyrat, gewarnt hat: Ich soll mir Waffen besorgen, mich ausrüsten, bevor ich es wage, den Landeplatz aufzusuchen. Beim ersten Mal fällt mich ein Tiger an und tötet mich, beim zweiten Mal bin ich unvorsichtig und gerate an eine Gruppe von Mins Truppen. Beim dritten Mal erreiche ich den Landeplatz. Weg komme ich trotzdem nicht. Ich bin zu schwach im Gefecht. Ich gebe auf, fange von vorn an und höre jetzt auf Pagan Min. Nehme verschlungene Pfade.

"Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" ist eine neue Variante von "Far Cry 4", einem der besten Spiele des letzten Jahres. Es ist ein Download-Inhalt, der viele bekannte Elemente nutzt, sie jedoch in einen ganz anderen Zusammenhang setzt. Und damit fesselt. Weil er anders ist als Erweiterungen wie das gerade erschienene "Hurk Deluxe Pack", das nur einige leidlich spannende Missionen hinzufügt und damit zwar Spaß macht, aber wenig essenziell ist.

Der Titel lockt mich erst einmal auf eine falsche Fährte. Es geht nämlich gar nicht um die Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis selbst, die habe ich schon im Hauptspiel geschafft. Es geht darum, was sich daran anschließt: Eine Flucht, eine Rückkehr zu den Rebellen, die mich per Hubschrauber aus einer von Mins Truppen besetzten Gegend holen wollen.

Taktisches Denken ist gefragt

Das Spielfeld ist bekannt: Der nördliche Teil Kyrats, inklusive aller Außenposten, gespickt mit zusätzliche Aufgaben. Jede erledigte dient dazu, die Zeit, die man bis zum Abflug des rettenden Hubschraubers hat, zu verlängern. Ein abgerissenes Plakat bringt eine Minute, ein befreiter Außenposten fünf Minuten und zusätzliche Waffen. Das Problem: Misserfolge werden hart bestraft. Wer stirbt, wird an den Anfang zurückversetzt und muss von vorn beginnen. Speichermöglichkeiten gibt es nicht. Einzig erworbene Waffen und Fähigkeiten bleiben erhalten.

Das ist reizvoll, muss ich doch vor jeder Aufgabe überlegen, ob sich der Aufwand lohnt. Bringt eine Eroberung mehr Zeit als sie kostet? Hilft die neue Waffe tatsächlich? Bin ich jetzt stark genug, die Verteidigung des Landeplatzes in Angriff zu nehmen? "Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" erfordert taktisches Denken, Entscheidungen mit Konsequenzen für mein Spiel - und eine hohe Frustrationsresistenz. Schließlich gibt es immer noch wilde Tiere in Kyrat. Und ein Rudel wilder Hunde oder ein Schneeleopard beenden meinen Weg oft schneller, als ich reagieren kann.

Dennoch: "Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" ist nicht für alle Spieler. Eine Hintergrundstory ist nicht vorhanden, die Spielgeschwindigkeit wird eher vom Spiel als vom Spieler vorgegeben, und der Preis ist mit knapp zehn Euro nicht gerade günstig, wenn man nicht sowieso den Season-Pass besitzt. Ist der aber vorhanden, lohnt sich ein Anspielen auf jeden Fall.


"Far Cry 4: Flucht aus dem Durgesh-Gefängnis" von Ubisoft, Download für Playstation 4 und 3, Xbox One und 360, PC, ca. zehn Euro oder als Teil des Season-Passes für ca. 30 Euro; USK: Ab 18 Jahren.

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