300 Versionen ausprobiert Viele "Flappy Bird"-Klone sind Software-Schrott

Smartphone-Spiele, die Ärger machen: Viele Klone des Hits "Flappy Bird" sind nicht nur langweilig, sondern fallen auch in die Kategorie Schadsoftware. Das ergab eine McAfee-Auswertung, bei der 300 Versionen untersucht wurden.
Screenshot aus dem echten "Flappy Bird": Mancher Klon bringt eine Menge Ärger mit

Screenshot aus dem echten "Flappy Bird": Mancher Klon bringt eine Menge Ärger mit

"Flappy Bird" war eins der beliebtesten Minispiele der vergangenen Monate, auch weil es so herrlich primitiv war. Doch je simpler eine Software ist, desto leichter lässt sie sich nachahmen - bei "Flappy Bird" ist das hundertfach passiert. Nicht erst, als der Entwickler des Originals sein Spiel offline nahm, erschienen praktisch im Wochentakt Dutzende Klone, von "Fly Bird" bis "Flappy Penguin".

Dass die meisten Versionen nicht nur unoriginell, sondern auch Software-Schrott sind, will nun der Virenschutzanbieter McAfee belegen können. Insgesamt 300 Klone des Spiels hat das Unternehmen untersucht, heißt es im neuesten McAfee Labs Threat Report . Davon hätten 238, also fast 80 Prozent, Malware enthalten. So bemerkten die Analysten unter anderem Anrufe ohne Einverständnis des Benutzers, den unerwünschten Versand von SMS-Nachrichten oder eine Standortüberwachung.

In der Stichprobe soll sogar Software gewesen sein, die Superuser-Rechte erlangen kann und damit die Kontrolle über alles bekommt, was sich auf dem Mobilgerät befindet. "Angesichts der Geschwindigkeit, mit denen diese böswilligen Apps veröffentlicht wurden, sowie ihrer Download-Zahlen ist die Situation besorgniserregend", heißt es in dem Bericht.

Ein Problem sei, dass viele Klone mehr Funktionen als das Originalspiel enthalten, schreiben die Analysten. Als Beispiel nennen sie die App "com.touch18.flappybird.app". Zu ihrem "böswilligen Verhalten" soll unter anderem die Installation weiterer Anwendungen ohne Einverständnis des Benutzers zählen, ebenso die Extrahierung von SMS-Nachrichten und GPS-Standortdaten. Insgesamt listet McAfee elf Auffälligkeiten auf.

"Wir tendieren dazu, bekannten Namen im Internet zu vertrauen und unsere Sicherheit aufs Spiel zu setzen, wenn wir etwas unbedingt haben wollen", kommentiert Vincent Weaver , Senior Vice President der McAfee Labs. "Das Jahr 2014 hat uns bereits reichlich Belege dafür geliefert, dass die Entwickler mobiler Schadprogramme genau auf diese Neigung setzen: Sie manipulieren bekannte und legitime Funktionen in mobilen Apps und Diensten, denen wir vertrauen." Nutzer sollten sich die Gefahr bewusst machen, heißt es im Bericht, und darauf achten, aus welcher Quelle sie Apps oder Spiele herunterladen und installieren.

mbö