Epic Games Streit zwischen "Fortnite"-Machern und Apple erreicht nächstes Level

Erst ging es nur um die Verfügbarkeit von "Fortnite" im App Store und viel Geld. Jetzt spitzt sich der Streit zwischen Epic Games und Apple zu - und könnte indirekt auch andere Spiele betreffen.
"Fortnite" auf einem Smartphone: Epic Games hat sich sowohl mit Apple als auch mit Google angelegt

"Fortnite" auf einem Smartphone: Epic Games hat sich sowohl mit Apple als auch mit Google angelegt

Foto: Herwin Bahar / imago images/ZUMA Wire

Die Auseinandersetzung zwischen Apple und der Firma hinter dem Spiel "Fortnite" geht inzwischen weit über das beliebte Onlinespiel hinaus. In den Konflikt hineingezogen wurde nun auch die Grafiktechnologie Unreal Engine, die ebenfalls zu der Entwicklerfirma Epic Games gehört und von diversen anderen Videospielen genutzt wird.

Laut dem Spielehersteller Epic Games hat Apple angekündigt, zum 28. August alle Entwickleraccounts der Firma zu kündigen. Epic beantragte am Montag eine einstweilige Verfügung , um das zu verhindern. Auf Twitter schrieb das Unternehmen, man wolle sich juristisch gegen diese "Vergeltungsmaßnahme" wehren.

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Der Streit zwischen der Spielefirma und dem Techgiganten war ursprünglich um die Verteilung der Einnahmen bei In-App-Käufen auf iPhones und iPads entbrannt. Apple nimmt von Anbietern eine Abgabe von 30 Prozent bei Käufen innerhalb von Apps auf seinen Geräten. Das gilt seit der Einführung des App-Stores 2008. Bis auf wenige Ausnahmen müssen Inhalte in Apps über Apples System laufen.

Epic führte vergangene Woche ein eigenes Bezahlsystem ein und bot damit die Möglichkeit an, virtuelle Artikel in "Fortnite" günstiger bei der Spielefirma selbst zu kaufen. Daraufhin wurde die App von Apple prompt von der Plattform verbannt. Epic hatte umgehend eine 60-seitige Klage parat.

Auch andere Spiele könnten von einer möglichen Sperre betroffen sein

Nun wehrt sich die Firma weiter gegen Apples Vorgehen. Apple mache es Millionen Spielern unmöglich, "Fortnite" künftig weiterzuspielen, da sie sich keine Updates mehr herunterladen könnten, heißt es von Epic Games. Wer das Spiel vor dem Konflikt auf seinem iPhone bereits installiert hatte, kann es aber vorerst weiter spielen.

Weiterhin argumentiert Epic: Ein Ausschluss aus dem Entwicklerprogramm nehme dem Unternehmen die Möglichkeit, seine Grafiktechnologie Unreal Engine  weiter für den Einsatz auf iPhones und iPads anzupassen.

Da die Unreal Engine auch von zahlreichen anderen Videospielentwicklern als Grafikwerkzeug genutzt wird, könnten auch die iOS-Versionen anderer Spiele von einer möglichen Sperre der Entwickleraccounts von der Unreal Engine betroffen sein. Dauert der Streit länger an, könnten App-Entwickler statt Unreal auf Konkurrenzprodukte wie die Grafiksoftware des Rivalen Unity umsteigen. Die Unreal Engine gilt als eine der innovativsten Grafikprogramme in der Videospielwelt und wird für zahlreiche populäre Spiele und Plattformen von Windows über Playstation, Xbox und iOS genutzt.

Apple teilte am Montag mit, der Konzern werde keine Ausnahme für Epic machen. Man würde die Firma zwar gern als Teilnehmer des Entwicklerprogramms behalten. Aber: "Das Problem, das Epic für sich selbst geschaffen hat, kann leicht aus der Welt geräumt werden, wenn sie ein Update ihrer App einreichen, das wieder den Richtlinien entspricht, denen sie zugestimmt haben und die für alle Entwickler gelten."

Epic platzierte den alternativen Kaufweg auch in der Android-App, flog daraufhin aus Googles Play Store und verklagte den Internetkonzern ebenfalls. Auf Android-Smartphones können Apps allerdings auch aus anderen Quellen geladen werden.

juh/dpa/Reuters
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