Notruf-Streich "Swatting" Polizei im Haus - "Fortnite"-Millionär muss Partie unterbrechen

Vor zwei Wochen wurde der Videospieler "Bugha" Weltmeister in "Fortnite" und damit Millionär. Jetzt schickte jemand dem 16-Jährigen die Polizei vorbei - ein alles andere als harmloser Netzstreich.

16-Jähriger mit Pokal: "Bugha" wurde Ende Juli "Fortnite"-Weltmeister
Johannes Eisele / AFP

16-Jähriger mit Pokal: "Bugha" wurde Ende Juli "Fortnite"-Weltmeister


Ausgerechnet der Weltmeister spielt mitten in einer Partie nicht mehr weiter? Diese Livestream-Szene machte am Wochenende in der "Fortnite"-Szene die Runde - samt ihrer unschönen Auflösung. Der Videospieler Kyle "Bugha" Giersdorf, 16 Jahre alt und Millionär, seit er vor zwei Wochen bei der "Fortnite"-WM das Solo-Turnier und damit drei Millionen Dollar gewann, wurde "geswattet" - jemand anderes hat ihm also die Polizei ins Haus geschickt.

"Swatting" ist in der Gaming-Szene seit Jahren ein Problem. Menschen täuschen dabei einen Notfall wie eine Gewalttat bei einer anderen Person vor, mit dem Ziel, dass die Polizei oder direkt ein Swat-Team auftaucht, also eine US-Spezialeinheit etwa für Geiselnahmen oder Amokläufe. Solche Aktionen, die immer mal wieder auch bekannte Spieler treffen, sind in den USA schon tödlich ausgegangen.

Im Fall von "Bugha" kommt die Polizei bei "Bughas" Familie im US-Bundestaat Pennsylvania vorbei, während er gerade auf Plattform Twitch im Team mit anderen Spielern "Fortnite" spielt. Sein Vater will ihn während der Live-Übertragung von der Tastatur wegholen. "Ich wurde geswattet?!", fragt "Bugha" im Videoclip zum Vorfall - woraufhin er zunächst noch kurz weiterspielt. Dann wird ihm offenbar doch der Ernst der Situation bewusst.

"Bugha" hat Glück im Unglück. Als der 16-Jährige nach einigen Minuten wieder in seinem "Fortnite"-Livestream auftaucht, berichtet er, dass ein Polizist ihn gekannt habe. "Sie kamen mit Waffen rein, Bro", sagt er, "das ist beängstigend." Außerdem sagt "Bugha": "Das Internet ist verdammt verrückt." Auf Twitter kommentiert der junge Profi knapp "kinda wild" - "ziemlich wild".

Die von außen gestörte "Fortnite"-Runde hat das Dreierteam um "Bungha" übrigens trotzdem noch gewonnen.

mbö

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
brutus#9 12.08.2019
1. ..
Kindergarten .. mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Diese Streiche werden hoffentlich empfindlich bestraft.
NauMax 12.08.2019
2.
Zitat von brutus#9Kindergarten .. mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Diese Streiche werden hoffentlich empfindlich bestraft.
"Swatting" ist kein Streich, sondern versuchter Mord! Es wird bewusst ein falscher Notruf bei lokalen Polizeibehörden getätigt, in dem eine Geiselnahme oder ein Mord mit einem bewaffneten Täter gemeldet wird. Dadurch ist garantiert, dass die Polizei gleich ein Sondereinsatzkommando ("Special Weapons and Tactics" - kurz: SWAT-Team in den USA) losschickt und nicht erst ein einfacher Beamter "nach dem Rechten" sieht. Diese Teams brechen auch mal ohne Vorwarnung Türen auf und stürmen Räume mit Automatikwaffen im Anschlag, eben weil sie normalerweise Einsätze führen, bei denen dieses Vorgehen erforderlich ist. Dabei sind schon Gamer verletzt und in mindestens einem Fall sogar getötet worden.
Stereo_MCs 12.08.2019
3.
Wenn ich je Hochachtung oder Respekt für die Gamer Szene gehabt hätte, spätestens nach der Nummer wäre er verflogen. Yo Bro, kinda. Nach der Arbeit werde ich dann mal die abendlichen 2x25 Liegestütze machen, in der richtigen Welt.
j.vantast 12.08.2019
4. So etwas kommt dabei heraus
Wenn man durch Spiele zocken Millionär werden kann kommt sowas dabei heraus. Ich habe vor jedem Respekt der sein Geld durch harte Arbeit verdient (Chips fressend vor dem PC zu sitzen zähle ich NICHT dazu). Andererseits kann gerade in den USA sowas ganz schnell tödlich ausgehen da dort bekanntlich erst geschossen und dann gefragt wird.
territrades 12.08.2019
5.
Zitat von j.vantastWenn man durch Spiele zocken Millionär werden kann kommt sowas dabei heraus. Ich habe vor jedem Respekt der sein Geld durch harte Arbeit verdient (Chips fressend vor dem PC zu sitzen zähle ich NICHT dazu). Andererseits kann gerade in den USA sowas ganz schnell tödlich ausgehen da dort bekanntlich erst geschossen und dann gefragt wird.
Die professionellen Youtuber/Streamer arbeiten sicherlich mehr als der gewerkschaftliche angestellte Deutsche. Am Ende sind diese Leute Entertainer, Produzenten und Community Manager in einer Person. Nachdem ein Streamer seinen Stream beendet ist sein Tag noch lange nicht vorbei. Permanent muss man sich neuen Content ausdenken, Kreativität auf Abruf ist gefragt, die Follower wollen auf allen Kanälen bespaßt werden, Twitter, Instagramm, Discord usw. Es gibt natürlich noch die geschäftliche Komponente, Steuern, Sponsorenverträge, Kennzahlen auf den Plattformen usw. Urlaub kann man sich keinen nehmen, dann sind die Hälfte der Follower weg. Der psychologische Stress permanent auf allen Ebenen beleidigt und kritisiert zu werden ist nicht zu unterschätzen. In den deutschsprachigen Medien gab es dazu noch keine Berichte, englischsprachig gibt es aber schon einige Berichte über Arbeitsbelastung und Burnout in der Branche. Und am Ende muss noch das Bild gewahrt werden, dass das alles Spaß macht und man nur faul auf der Couch sitzt ;)
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