Game-Flatrates fürs Smartphone So holen Sie sich zum Fixpreis viele tolle Spiele aufs Handy

Sie haben Lust, interessante Videospiele auszuprobieren, aber keine Konsole zu Hause? Mit Monatsabos für iOS und Android tauchen Sie ab fünf Euro in die Welt des Gamings ab – Blockbuster inklusive.
»Alba: A Wildlife Adventure«: Eines der neueren Spiele bei Apple Arcade

»Alba: A Wildlife Adventure«: Eines der neueren Spiele bei Apple Arcade

Foto: ustwo

Virtuelle Welten erkunden, mit Freunden um Highscores kämpfen: Längst braucht man keinen Gaming-PC und keine Konsole mehr, um spannende Games zu spielen – Streaming-Angebote und Flatrates fürs Smartphone machen es möglich. Mit Abos von Apple, Google und Microsoft lassen sich gegen geringe Pauschalen zahlreiche Titel so lange spielen, wie man zahlt.

Doch was taugen die monatlich kündbaren Spiele-Flatrates der drei Technologie-Riesen? Und welche Vor- und Nachteile der Angebote sollten Mobilspieler vorab kennen? Der Überblick.

Apple Arcade: Klasse statt Masse für iPhone-Besitzer

Was ist das?

Apple Arcade ist eine Spielflatrate von Apple , die sich auf iPhone und iPad sowie Mac und Apple TV nutzen lässt. Der Dienst kostet 4,99 Euro pro Monat, ein Testmonat ist gratis. Zum Flatrate-Paket gehören rund 180 für die Mobilnutzung optimierte Spiele, die es teils nirgendwo anders gibt.

Alle Games kommen ohne Werbung und nervige In-App-Käufe daher, man kann in ihnen also kein weiteres Geld ausgeben. Zudem lassen sich alle Spiele herunterladen und dann – sofern es nicht um Multiplayer-Inhalte geht – auch ohne Internetverbindung offline spielen. Fortschritte in Spielen lassen sich via iCloud zwischen verschiedenen Apple-Geräten synchronisieren . Über Apples sogenannte Familienfreigabe lässt sich das Abo mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen.

Was kann man damit spielen?

Apples Spiele-Abo lockt mit Dutzenden hochkarätigen Titeln. Exklusiv für die Plattform erschienen ist kürzlich das gut 20-stündige, auch durch seine Diorama-Optik aus der Masse hervorstechende Rollenspiel »Fantasian«. Dahinter steckt der durch »Final Fantasy« bekannt gewordene Starentwickler Hironobu Sakaguchi.

Ein Hingucker: »Fantasian« gibt es exklusiv bei Apple

Ein Hingucker: »Fantasian« gibt es exklusiv bei Apple

Foto: Mistwalker

Die Bandbreite an Arcade-Titeln ist groß: Sie reicht von zeitlich aufwendigen und spielerisch fordernden Titeln wie dem Action-Adventure »Oceanhorn 2: Knights of the Lost Realm« bis zu Neuauflagen von Klassikern der Computer- und Handyspiel-Geschichte wie »Pac-Man« und »Frogger«. Auch Handyspiel-Hits wie »Fruit Ninja«, »Threes!« und »Cut the Rope« gehören zum Katalog.

Für spontane Duelle im Heimnetzwerk gibt es mit »SongPop Party« zum Beispiel ein Musikquiz und mit »Lego Brawls« ein Kampfspiel mit Lego-Figuren. Unbedingt ausprobieren sollten Arcade-Abonnenten noch »What the Golf«, »ein Golf-Spiel für Leute, die Golf hassen«, das vor cleveren Einfällen strotzt.

Ebenso empfehlenswert sind die Puzzle- und Entdeckungsspiele des Studios ustwo, das Apple Arcade seinen Klassiker »Monument Valley«, aber auch zwei neuere Titel namens »Assemble with Care« und »Alba: A Wildlife Adventure« zur Verfügung stellt. In »Assemble with Care« repariert man defekte Gegenstände und lernt dabei etwas über deren Besitzer, in »Alba« erkundet man als junge Aktivistin die wunderschöne Natur einer Mittelmeerinsel.

Grob geschätzt ist es von den 180 Arcade-Games bestimmt die Hälfte wert, ausprobiert zu werden – ein guter Schnitt.

Wie steuere ich die Spiele?

Die Spiele lassen sich über den Touchscreen von iPhone oder iPad steuern. Wer will, kann meistens auch einen Gamecontroller nutzen. Halbwegs aktuelle Playstation- und Xbox-Controller lassen sich unkompliziert mit Apple-Geräten verbinden .

Gibt es einen Haken? Oder besondere Vorteile?

Bei seiner Spieleauswahl legt Apple Wert auf Familienfreundlichkeit – allzu brachiale Action oder Themen wie Sex sollte man bei Arcade daher nicht erwarten. Ebenso sind die meisten Games auf Zugänglichkeit getrimmt, was Gelegenheitsspieler freuen dürfte, manche Vielspieler aber vielleicht abschreckt. Spieler aus dem Apple-Kosmos bleiben zudem unter sich: Wer ein Spiel über Apple Arcade spielt, kann in Multiplayer-Partien ausschließlich auf andere Nutzer von Apple-Geräten treffen.

Und noch etwas sollte man bedenken: Manche Titel aus dem Flatrate-Paket kann man wirklich nur via Apple Arcade spielen. Wer von ihnen nicht die Finger lassen will, zahlt fortan Monat für Monat.

Google Play Pass: ein bunter Mischmasch aus der Android-Welt

Google Play Pass: Ein Angebot, das wie zusammengewürfelt wirkt

Google Play Pass: Ein Angebot, das wie zusammengewürfelt wirkt

Foto: SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Was ist das?

Googles Play Pass ist das Android-Pendant zu Apple Arcade. Das Monats-Abo mit Hunderten von Apps kostet 4,99 Euro im Monat, deutlich günstiger ist ein Jahrespaket für 29,99 Euro. Ein Probemonat ist kostenlos. Googles Abo lässt sich mit zahlreichen Android-Geräten nutzen, sofern darauf die Play-Store-Version 16.6.25 oder höher sowie Android 4.4 oder eine neuere Version des Betriebssystems läuft .

Von Apps, die sich auch einzeln kaufen oder als Freemium-Version herunterladen lassen, enthält der Play Pass jeweils eine werbefreie Version, in der etwaige In-App-Käufe bereits automatisch freigeschaltet sind. Über Googles System der Familiengruppe lässt sich ein Abo mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen.

Was kann man damit spielen?

Der Play Pass enthält bekannte Handygames wie »Mini Metro«, »Threes!«, »Reigns: Her Majesty« sowie beide Teile von »Monument Valley«, daneben aber auch Mobiladaptionen von Computerspielen wie »Dead Cells«, »Thimbleweed Park«, »This War of Mine«, »Limbo« und »Terraria«. Teil des Katalogs sind aber auch obskur wirkende Titel wie »Taxi Spiel 2«, »Furious Car Driving 2000« und »Horror Hospital 2«. Ebenso gibt es einige Spiele speziell für jüngere Kinder, die teils nur auf Englisch verfügbar sind.

»Terraria«: Eins der bekannteren Spiele im Play Pass

»Terraria«: Eins der bekannteren Spiele im Play Pass

Foto: 505 Games

Das Angebot wirkt, als werfe Google einem einfach einen riesigen Haufen Spiele vor die Füße, in dem sich bei genauerer Betrachtung sowohl echte Perlen finden lassen, aber auch Spiele, bei denen einem schon der Name und das Vorschaubild klarmachen, dass man sie wohl eher nicht braucht.

Anders als Apple, dessen Arcade-Spiele fast alle ein gewisses Mindestniveau an Produktionsaufwand erahnen lassen, legt Google keinen Wert auf Exklusivtitel. Der Play Pass ist somit eher für Menschen interessant, die in kurzer Zeit einfach mal sehr viele, sonst oft einzeln zu bezahlende Spiele ausprobieren wollen – von Zeitfressern wie Segas »Football Manager 2021 Mobile« bis zu simplen Apps wie »Minesweeper Pro«.

Findet man dabei in der schwer zu überschauenden Masse an Games beispielsweise ein Dutzend für sich interessante Titel, kann es durchaus lohnen, sich den Zugang dazu durch das Monatsabo zu sichern.

Wie steuere ich die Spiele?

Die Mobilspiele werden über den Touchscreen des Android-Geräts gesteuert. Manche, aber längst nicht alle, lassen sich auch per Gamepad bedienen. Wie iOS erkennt auch Android mittlerweile alle gängigen Playstation- und Xbox-Controller .

Gibt es einen Haken? Oder besondere Vorteile?

Eine Besonderheit des Play Pass ist, dass es anders als Apple Arcade kein reines Spiele-Abo ist. Für die fünf Euro pro Monat oder 30 Euro im Jahr schaltet Google seinen Nutzern auch Apps aus Bereichen wie Fotografie, Musik und Effizienz frei, darunter sind Programme wie der Stimmrekorder Plus Profi oder Photo Studio Pro.

Ein Großteil jener Software lässt sich bei Interesse aber auch ohne Abo kostenlos ausprobieren. Dasselbe gilt für manche der Spiele wie etwa mehrere Sudoku-Titel. Wer in sie nur reinschnuppern will, braucht dafür nicht zwingend den Play Pass.

Xbox Game Pass Ultimate: Echte Blockbuster auf dem Handyscreen

Was ist das?

Der Xbox Game Pass Ultimate ist eine plattformübergreifende Flatrate von Microsoft , die viele klassische Videospiele enthält, die sich damit auf dem PC oder auf einer Xbox-Konsole spielen lassen. Das erklärt auch den vergleichsweisen hohen Preis des Angebots von 12,99 Euro pro Monat, wobei der erste Monat nur einen Euro kostet. Teil des Game Pass Ultimate ist mit EA Play auch noch ein weiteres Spielepaket für PC und Xbox. Außerdem enthält der Dienst Xbox Live Gold, ein Abo, das Xbox-Spieler für viele Multiplayer-Games brauchen.

Nun kommt aber das Interessante für Handy-Spieler: Wer die teuerste Variante des Game Pass abonniert, kann damit auch mehr als 200 Spiele auf Android-Handys und Android-Tablets spielen . Die Geräte müssen dafür mindestens über Android 6.0 und Bluetooth 4.0 verfügen.

Das Ganze ist ein Streaming-Angebot: Die Spiele laufen in Microsofts Rechenzentren und werden via Internet auf die Mobilgeräte gestreamt, die technisch sonst gar nicht in der Lage wäre, Blockbuster wie »Doom Eternal« darzustellen. Auf dem Smartphone muss zum Spielen die Game-Pass-App installiert werden.

Der Game Pass Ultimate, der das Spiele-Streaming bald auch auf Apple- und Windows-10-Geräten anbieten soll , ist so das einzige der drei genannten Monatsabos, das einem die ganz großen Titel aufs Handy bringt.

Xbox-Game-Pass-App fürs Handy: Jetzt braucht es noch schnelles Internet

Xbox-Game-Pass-App fürs Handy: Jetzt braucht es noch schnelles Internet

Foto: SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Für die Streams braucht man jedoch dauerhaft schnelles Internet: Microsoft empfiehlt einen Internetanschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit mindestens 10 Mbit/s sowie ein 5-GHz-WLAN oder alternativ eine mobile Datenverbindung mit ebenfalls mindestens 10 Mbit/s (aber Achtung: das Spielen übers Mobilfunknetz geht natürlich aufs Datenvolumen). Offiziell befindet sich der Cloud-Dienst noch in einer Beta-Version, praktisch lässt er sich aber schon recht gut nutzen.

Was kann man damit spielen?

Nach Microsoft-Angaben sind derzeit über 200 Titel zum Streamen verfügbar, darunter neben »Doom Eternal« weitere actionlastige Blockbuster wie »Gears 5«, »Grand Theft Auto 5«, »Control« und »Monster Hunter: World«. Auch etwas nischigere Titel sind verfügbar, wie das gerade zum deutschen Spiel des Jahres gekürte »Desperados III« oder der Indie-Klassiker »Undertale«.

Fans von Sport- und Rennspielen finden Titel wie »Forza Horizon 4« und »NBA2K21«, Rollenspiel-Fans »The Outer Worlds« und Jump'n'Run-Interessierten sei das wundervolle »Ori and the Will of the Wisps« ans Herz gelegt. Zum Cloud-Gaming-Katalog zählen außerdem einige ältere Spiele wie »The Elder Scrolls: Oblivion«, das ursprünglich 2006 für die Xbox 360 erschien.

»Ori and the Will of the Wisps«: Ein optisch und spielerisch überzeugendes Werk

»Ori and the Will of the Wisps«: Ein optisch und spielerisch überzeugendes Werk

Foto: Moon Studios

All diese Spiele sind keine klassischen Mobilspiele – für Gelegenheitsspieler können sie daher sehr herausfordernd sein, erst recht auf einem kleinen Handybildschirm. Auf Spiele speziell für Kinder legt der Game Pass Ultimate keinen großen Wert.

Wie steuere ich die Spiele?

Microsoft empfiehlt für das Cloud-Gaming einen Xbox-Controller, wahlweise von Microsoft selbst oder von einem Dritthersteller, der auf dieser Website genannt wird . Halbwegs aktuelle Xbox-Controller lassen sich unkompliziert mit Android-Geräten verbinden.

Rund 50 der gestreamten Spiele  lassen sich alternativ auch per Touchscreen steuern. Das führt zwar dazu, dass gewisse Teile des Bildschirms mit den Bedienelementen überdeckt sind. Dafür können Spieler, die keinen Controller mehr brauchen, ihr Handy beim Spielen einfach in die Hand nehmen.

Gibt es einen Haken? Oder besondere Vorteile?

Viele der gestreamten Games lassen sich im Multiplayer-Modus auch gemeinsam mit Xbox- und PC-Spielern spielen. Ein dezidiertes Familienangebot im Stil von Apple oder Google gibt es beim Game Pass Ultimate indes noch nicht .

Ob das Xbox-Angebot einen Handyspieler glücklich macht, steht und fällt letztlich mit zwei Dingen: der Frage, ob man überhaupt klassische Videospiele auf dem Mobilgerät spielen möchte, und der Frage, ob der Internetzugang dafür schnell genug ist. Den Ein-Euro-Monat soll man so gesehen als Testmonat nutzen: Denn sobald beispielsweise die Netzverbindung nicht stabil genug ist, endet der Spaß in Spielen, in denen es auf schnelle Reaktionen ankommt, abrupt.

Klappt alles Technische, ist der Game Pass Ultimate ein guter Einstieg in die Welt der großen Videospiele, wenngleich sich die Flatrate natürlich ungleich mehr lohnt, wenn man noch eine Xbox und einen PC daheim hat, im besten Fall beides.

Alle Spiele, die im Game Pass Ultimate stecken, lassen sich bei Gefallen übrigens auch einzeln kaufen – allerdings meist nur zum Spielen auf der Konsole oder auf dem PC. Wer also ein Spiel wie »Mass Effect: Andromeda« samt Nebenmissionen gezwungenermaßen auf dem Handy durchspielen will, was schon mal gut 60 Stunden dauern kann, braucht sein Abo vielleicht gleich einige Monate lang.

Und noch etwas sollte man wissen: Zu manchen Game-Pass-Games wie »Forza Horizon 4« existieren kostenpflichtige Zusatzinhalte , die in den Flatrate-Versionen der Spiele noch nicht enthalten sind.

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