Gamesbranche Der Deutsche Computerspielpreis stellt sich neu auf

Auch 2020 wird der Computerspielpreis wieder verliehen werden - jedoch mit einigen Neuerungen. Aus der Politik bekommt die Gamesbranche in den nächsten Jahren auch jenseits der Gala finanziellen Rückenwind.

Geldpreise für die Gewinner: Szene vom Deutschen Computerspielpreis 2019 in Berlin
Future Image/ imago images

Geldpreise für die Gewinner: Szene vom Deutschen Computerspielpreis 2019 in Berlin


Der Deutsche Computerspielpreis (DCP) wird für das kommende Jahr reformiert. Das geht aus einer Ankündigung des Branchenverbands game hervor. Der game richtet den Preis gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Bundesregierung aus, die durch die Beauftragte für Digitalisierung vertreten wird.

Verliehen werden soll der nächste DCP demnach am 27. April 2020 in München. Dabei soll es mehrere neue Preiskategorien geben, darunter "Bestes Studio", "Bestes Expertenspiel" sowie "Spielerin/Spieler des Jahres" - eine Kategorie, in der zum Beispiel Let's-Player oder E-Sportler ausgezeichnet werden könnten. Andere Kategorien würden derweil umbenannt oder erweitert, heißt es.

Auch die Preisverleihung selbst werde weiterentwickelt, verspricht der game, "sodass die Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Spiele besser gewürdigt werden können". Letztere Ankündigung darf man als Reaktion auf die missglückte Gala 2019 mit der Moderatorin Ina Müller verstehen. Bei dieser Veranstaltung glich die Annahme von Preisen mitunter einem Spießrutenlauf.

Artikel zur misslungenen Gala 2019

Über insgesamt zehn dotierte und fünf undotierte Kategorien hinweg sollen beim kommenden DCP nun Preisgelder in Höhe von 590.000 Euro vergeben werden. Diesmal soll das Geld auch komplett vom Bund kommen. In den Vorjahren hatte sich auch die Gamesbranche an den Preisgeldern beteiligt.

Für deutsche Spieleentwickler ist das eine gute Nachricht. Eine noch bessere Nachricht bekamen sie aber bereits Mitte November. Da hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossen, dass bis 2023 jährlich 50 Millionen Euro in die Förderung der deutschen Gamesbranche fließen sollen.

Bis dahin war über Monate hinweg unklar gewesen, ob die Förderung des Bundes nach dem ersten Jahr überhaupt weiterläuft. "Die Absicherung ist ein starkes Signal für den Games-Standort Deutschland", hatte game-Geschäftsführer Felix Falk die Entscheidung des Haushaltsausschusses kommentiert.

Parallel zur großvolumigen Förderung, für die noch eine EU-Notifizierung aussteht, soll dem Bundesverkehrsministerium zufolge auch die im April 2019 gestartete sogenannte Pilotförderung vorangebracht werden. Mit rund 380 Projektvorschlägen sei diese "auf eine überwältigende Resonanz" gestoßen, hieß es Mitte November. Erste Videospiele, deren Entwicklung direkt mit Geld des Bundes unterstützt wird, sind bereits in Arbeit.

mbö

Mehr zum Thema


zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.