Größte Videospielmesse der Welt Das sind die Highlights der Gamescom

Auf der Kölner Gamescom werden Hunderte neuer Videospiele vorgestellt, vom Strategiespiel "Die Siedler" bis zum blutigen Hai-Simulator. Unsere Reporter zeigen die besten Neuheiten und Trends.

Wundertüten auf der Gamescom
Markus Böhm/ SPIEGEL ONLINE

Wundertüten auf der Gamescom

Aus Köln berichten , und


210.000 Quadratmeter Fläche, 1150 Aussteller aus mehr als 50 Ländern, mehrere Hunderttausend Besucher: Das ist die Kölner Gamescom. Zwischen Cosplayer-Treffen, YouTuber-Autogrammstunden und E-Sport-Turnieren werden auf der größten Videospielmesse der Welt auch in diesem Jahr Hunderte Spieleneuheiten präsentiert. Die Bandbreite reicht vom Hai-Actionspiel "Maneater" bis zur Virtual-Reality-Fortsetzung von "Und täglich grüßt das Murmeltier".

Für SPIEGEL ONLINE sind seit Dienstag drei Reporter vor Ort. Hier erzählen sie, welche Neuheiten ihnen Entwickler gezeigt und was sie selbst ausprobiert haben.

"Planet Zoo"

Frontier

Löwen und ein Warzenschwein? Das gibt es nicht nur im gerade im Kino laufenden "König der Löwen"-Remake zu sehen, sondern auch in Frontiers für den 5. November angekündigter Zoo-Wirtschaftssimulation "Planet Zoo".

Auf der Gamescom habe ich das Einführungslevel ausprobiert und war vor allem von der Optik angetan. Besonders die Tiere sehen faszinierend aus, ich hätte viel Zeit damit verbringen können, per Zoom ihr Verhalten im Gehege zu beobachten. "Planet Zoo" erlaubt das auch: Das Spiel wird Missionen, aber auch einen Endlosmodus bieten, in dem man ohne Druck von außen seinen Traum-Zoo errichten darf.

Was die Steuerung angeht, wirkt alles genretypisch. Das heißt: Ein wenig Lust aufs Klicken durch Menüs und etwas Frusttoleranz etwa beim Zaunbau in der 3D-Welt muss man wohl mitbringen. Das Spiel dürfte aber ordentlich werden, die Macher haben Erfahrung: Frontier hat mit "RollerCoaster Tycoon 3", "Planet Coaster" und dem Dino-Zoo-Spiel "Jurassic World Evolution" bereits Ähnliches entwickelt.
(Markus Böhm)

"Final Fantasy 7 Remake"

Square Enix

Als ich zum ersten Mal das Kampfsystem des viel erwarteten Remakes von "Final Fantasy 7" sah, hatte ich vor allem eine Frage: Kann das funktionieren? Jetzt habe ich das Spiel eine gute halbe Stunde lang ausprobiert und meine: durchaus.

Sicherlich, zunächst wirkt alles überladen. ATB-Balken, Limit-Balken, Magie, Heil-Gegenstände, Echtzeit-Angriffe. Und das alles auch noch in einem hektischen Kampf koordinieren? Nach etwas Eingewöhnung hatte ich die meisten Mechaniken aber im Griff und wechselte zwischen den Charakteren durch, nutzte ihre speziellen Attacken. Mit einem Knopfdruck bringe ich Ruhe ins Spiel, pausiere das Geschehen, wähle meine Aktionen.

Und dann war der große Endgegner auch schon besiegt und die Demo zu Ende. Die Neuauflage dieses Klassikers kommt bombastisch daher - ich kann den 3. März 2020 kaum erwarten.
(Matthias Kreienbrink)

"Death Stranding"

Gamescom Opening Night Live

Pinkeln als Spielmechanik. Die Präsidentin der "Vereinigten Städte Amerikas" ist ein Hologramm. Babys sind "Ausrüstung", die in Containern vor dem Bauch geschnallt werden. Bitte?

Das Wirre trifft das Opulente - und irgendwo in stundenlangen Videosequenzen ist ein Spiel versteckt. So wurde Hideo Kojima mit der "Metal Gear"-Reihe zum Star-Designer. Offenbar läuft das bei seinem aktuellen Projekt ähnlich. "Death Stranding", geplant für den 8. November, soll ein Open-World-Action-Titel sein. "Es geht darum, die Welt zu verbinden", sagt Kojima.

Seine Präsentation ließ mich ratlos zurück. Womit der Spielcharakter mit dem Aussehen von Schauspieler Norman Reedus beschäftigt sein wird? Gezeigt wurde eine Art Sammelmission. Zudem muss die Hauptfigur das Bauch-Baby beruhigen, wenn sie in der Spielwelt hinfällt. Wenigstens sieht alles ganz hübsch aus.
(Christian Neeb)

Raytracing in "Control" und "Call of Duty: Modern Warfare"

Nvidia

Der Hardware-Hersteller Nvidia macht gerade viel Wirbel um seine GeForce-RTX-Grafikprozessoren. Betont wird dabei vor allem, dass sie Spiele, die dies unterstützen, mit Echtzeit-Raytracing darbieten können - ein Feature, dass Konsolenspieler erst in der nächsten Geräte-Generation erwartet. Gemeint sind Grafikeffekte, die zu realistischer wirkenden Reflexionen und Schattenwürfen führen.

Welchen Unterschied Nvidias Grafik-Bonus macht, wurde auf der Gamescom anhand des bald erscheinenden Titels "Control" gezeigt. Beim Probespielen ließen sich die Extra-Effekte auf Knopfdruck aktivieren. Ich fand, dass vor allem die Reflexionen auf dem Boden und in den Fenstern die Spielwelt um Einiges aufwertet.

Hier können Sie den Unterschied sehen:

"Control" mit und ohne Raytracing

Weniger Eindruck hinterließ das Raytracing bei einer Partie "Call of Duty: Modern Warfare": Bei einem Zwei-gegen-Zwei-Duell in dem Shooter war kaum Zeit, wirklich auf die Umgebung zu achten. Ob da jetzt ein Schatten so oder so fällt, ist mir relativ egal, solange gerade Konkurrenten Jagd auf meine Figur machen.

Selbst das oben gezeigte (hier interaktive) Nvidia-Werbebild zu "Call of Duty" wirkt auf mich nicht so, als würden Spieler, die bereits einen Gaming-PC haben, durch Raytracing optisch wahnsinnig profitieren. Aber urteilen Sie selbst.
(Markus Böhm)

"Die Siedler"

Ubisoft

Es wuselt überall im neuen "Siedler" - und dieses Rumgewusel ist wichtig. Das wird mir wieder klar, als ich das für 2020 geplante Serien-Reboot eine Stunde lang anspiele. Denn wenn ich etwa sehen möchte, ob meine Holzfäller Hunger haben, zeigt mir das keine Spielanzeige - es zeigen mir die Figuren selbst. Sie halten sich die Bäuche, stellen die Arbeit ein. Also heißt es zwischendurch mal ranzoomen und schauen, was die Menschen so machen.

Die neue Version des Aufbau-Strategiespiels hat einige frische Features. Etwa ein Tier-System, das nahelegt, nicht zu viele Tiere einer Spezies zu jagen, da diese sonst aussterben könnten. Oder ein sogenanntes Glory-System, in dessen Rahmen man Helden trainieren und gegen andere Helden antreten lassen kann, wobei Siege dem Spieler Ruhm bescheren. Das alles klingt vielversprechend. Ich hoffe "Die Siedler" wird ähnlich gut wie zuletzt "Anno 1800".
(Matthias Kreienbrink)

Google Stadia

Markus Böhm/ SPIEGEL ONLINE

Spiele-Streaming ist der große Technik-Trend der Messe. Unter anderem die Telekom startet dieser Tage ein Angebot namens Magenta Gaming. Im Herbst kommt dann Googles viel beachteter Vorstoß, mit einem Dienst namens Stadia. Er verspricht, dass man damit Titel wie "Cyberpunk 2077" auch ohne High-End-Gaming-PC in hoher Qualität spielen kann, am PC und auf dem Fernseher, aber auch auf manchen Google-Handys. Der Trick: Die Spiele laufen nicht lokal auf dem Gerät, sondern werden aus Rechenzentren gestreamt.

Mir wurden am Google-Stand die Spiele "Doom Eternal" und "Mortal Kombat 11" gezeigt, angeblich auf Basis einer Internetleitung mit 25 Megabit pro Sekunde. Die Spiele sahen gut aus und wirkten zumindest offline gegen Computergegner vernünftig spielbar. Ein fundiertes Urteil über den Dienst lässt sich aber erst in einigen Wochen fällen - dann unter Real- statt Messe-Bedingungen.

Sagen kann ich: Der Stadia-Controller, der in meinem Test nicht übers WLAN lief, sondern direkt verkabelt war, wirkt unspektakulär, aber brauchbar. Er lässt sich übrigens auch einem zweiten Spieler in den Hand drücken, wenn man die Stadia-Games selbst lieber mit einem Xbox-One- oder Playstation-4-Controller spielen will.
(Markus Böhm)

Project xCloud

Ina Fassbender/AFP

Auf einem Tisch liegen ein paar Smartphones, die an Xbox-Controller geflanscht wurden. Darauf sind aktuelle Xbox-Titel zu sehen - und zu spielen.

In Köln konnte ich Cloud-Gaming von Microsoft ausprobieren. Der Hersteller verspricht, dass in Zukunft Xbox-Games auf Mobilgeräte gestreamt werden können. Beim Anspielen unter Messebedingungen funktionierte das bei "Ori and the Blind Forest" ganz gut - auf einem Handy mit kabelgebundener Netzverbindung.

Ein Sprecher teilte mir später mit: "Project xCloud wird Mobilfunkverbindungen genauso unterstützen, wie WLAN und kabelgebundene Verbindungen." Ob eine Partie "Halo" allerdings wirklich mit dem deutschen Mobilfunknetz in Bus oder Bahn flüssig spielbar sein wird? Mal abwarten. (Christian Neeb)

"Borderlands 3"

Gearbox Software

"Wir entwickeln unsere Charaktere mit echten Gefühlen", sagt mir Creative Designer Paul Sage. Mit seinem Team arbeitet er am dritten Teil der "Borderlands"-Reihe, die das Shoot-and-Loot-Genre mitbegründet hat. Ballern und den Charakter aufleveln, das kann man mittlerweile auch in anderen Titeln wie "Destiny". Aber die persönliche Bindung an das bunte Figuren-Inventar der Reihe sei eben etwas Besonderes.

Mir haben es die größenwahnsinnigen Roboter, lässigen Heldinnen und die Instagram-Bösewichte auch gleich wieder angetan. Auch das Waffenarsenal hat Charakter. Ein Gewehr heizt sich beim Schießen so lange auf, bis es von der Spielfigur mit einer Wasserpistole abgekühlt wird. Schön, wenn sich Spiele mal nicht so ernst nehmen. "Borderlands 3" erscheint am 13. September.
(Christian Neeb)

"Shenmue 3"

Deep Silver

Der Startbildschirm von "Shenmue 3" machte mich nostalgisch, schon der Name reicht. Denn das erste "Shenmue", mittlerweile fast 20 Jahre alt, war ein besonderes Spiel. Ein ruhiges, nachdenkliches, unaufgeregtes Spiel.

Teil drei, der am 19. November erscheint, knüpft an diese Stärken an. Das Spiel lebt vor allem von den Gesprächen der Hauptfigur Ryo mit Dorfbewohnern, Gaunern oder ihrer Familie. Vom Herauslesen der für ihn wichtigen Informationen, die manchmal nur zwischen den Zeilen stehen.

Doch nach einer Stunde Anspielen merkte ich auch: Die Spielmechanik wirkt veraltet. Dialoge können nicht unterbrochen werden, die Steuerung ist klobig, Framerate und Pop-ups stören immer wieder. Neue Spieler wird so etwas ärgern. Doch wer auf der Suche nach dem "Shenmue"-Gefühl ist, wer es von früher kennt, der wird es hier wohl wieder finden.
(Matthias Kreienbrink)

"Maneater"

Tripwire Interactive

Erinnern Sie sich an das verrückte Ziegenspiel "Goat Simulator"? So etwas, aufgepeppt mit Elementen aus Open-World-Games wie "Grand Theft Auto" soll 2020 "Maneater" werden - ein Spiel, in dem man einen Hai steuert. Man frisst Fische oder, wie es der Spielname andeutet, eben Menschen. Wenn es sein muss, springt man auch mal kurz an Land und verbreitet am Strand Angst und Schrecken.

Sieben Gewässer werde es geben, wurde mit bemerkenswertem Ernst erzählt, während ich das Spiel vorgespielt bekam, ebenso eine Art Fahndungssystem, das dazu führt, dass allzu wilde Haie irgendwann von Tauchern gejagt werden. Wie in einem Rollenspiel soll auch die Hai-Entwicklung beeinflusst werden können.

Ich muss sagen: Ich hätte "Maneater" gern selbst ausprobiert, es sieht blutig, aber unterhaltsam aus. Gut finde ich vor allem, dass Handlungen des Spielers wie in einer Natur-Doku aus dem Off kommentiert werden. Denn alles, was passiert, ist Teil einer virtuellen Fernsehshow. So hat der Quatsch noch eine Metaebene.
(Markus Böhm)

"Cyberpunk 2077"

CD Projekt Red

In Night City, dem Schauplatz von "Cyberpunk 2077", werden viele verschiedene Sprachen gesprochen, erzählte mir der Producer des Spiels. Mittels einer Körpererweiterung für seine Figur sei es dem Spieler jedoch möglich, sich diese Sprachen live als Untertitel übersetzen zu lassen. Das sei eine neue Art der Immersion, so das Versprechen.

Eine Präsentation zeigte dann vor allem verschiedene Kampfsituationen und wie unterschiedliche Charakter-Klassen in diesen vorgehen können.

Die Welt von "Cyberpunk 2077", das am 16. April 2020 erscheint, sieht komplex aus. Ob das Gameplay da mithalten kann, weiß ich auch nach der Präsentation auf der Gamescom noch nicht. Dafür müsste ich schon etwas mehr als ein paar Kämpfe sehen.
(Matthias Kreienbrink)

"Groundhog Day: Like Father Like Son"

Tequila Works

Aus dem Virtual-Reality-Spiel "Groundhog Day", das am 17. September erscheint, wurden mir drei Minispiele präsentiert - unspektakuläre Minispiele. Nach dem Anspielen aber bestand Entwickler Raúl Rubio darauf, dass ich das eigentlich Spannende am Spiel bald unbedingt selbst erleben müsse: die Story, die Interaktion mit den Comicfiguren. Das sei zu komplex für eine 15-Minuten-Demo.

Das Spiel ist die offizielle Fortsetzung des Bill-Murray-Films "Und täglich grüßt das Murmeltier". Es gilt - diesmal in der Rolle des Sohns der Hauptfigur - aus einer Zeitschleife zu entfliehen. Man erwarte, dass die Spieler sich in der Spielwelt "wie Arschlöcher verhalten", sagte mir Raúl Rubio - das Spiel sei darauf vorbereitet und reagiere entsprechend. Was man tut, habe auch Konsequenzen.

So vorgestellt, klang "Groundhog Day" wieder interessanter - zumal es mit acht Stunden Spielzeit für VR-Verhältnisse recht lang werden soll. Ich rate aber dazu, die Testberichte abzuwarten.
(Markus Böhm)

"Erica"

Sony

Interaktive Filme waren ja mal angesagt - in den Neunzigerjahren. Okay, es hat auch zuletzt mehr oder weniger erfolgreiche Experimente in dem Genre gegeben. Die Spiele von Telltale und Quantic Dream etwa liebt oder hasst man. Reale Filmszenen gab es bei ihnen aber nicht mehr zu sehen. Das bot nur "Black Mirror: Bandersnatch".

Jetzt hat Sony mit "Erica" zur Gamescom ein Live-Action-Game veröffentlicht. Schauspielerin Holly Earl verkörpert darin Erica, die ein Verbrechen aufklären soll. Der Spieler muss dabei an verschiedenen Stellen immer wieder vorgeben, wie sich Erica entscheiden soll - und löst zwischendurch Mini-Puzzles.

"Wir wollten die perfekte Balance zwischen Film und Spiel", sagte Earl mir im Interview. Mit 90 Minuten Laufzeit solle "Erica" zudem schnell erleb- und mit Freunden teilbar sein. Ob das reicht, um das Genre neu zu beleben?
(Christian Neeb)

"Need for Speed Heat"

Electronic Arts

Ich habe überhaupt keinen Autofetisch. Als mir im Ladebildschirm des neuen "Need for Speed"-Teils "Heat" also mein Wagen aus allerlei Perspektiven präsentiert wurde, ließ mich das kalt, genau wie all die Individualisierungs-Optionen in der Garage. Vielmehr ärgerte ich mich, als ich meinen Wagen später mit Vollgas gegen eine Wand donnerte und er danach immer noch aussah, als hätte ich ihn gerade neu gekauft.

In "Heat" aber durchs fiktive Palm City zu rasen, machte Laune. Das Geschwindigkeitsgefühl des Spiels beeindruckte mich sofort, genau wie seine Optik. Ob im Regen, ob in der Nacht - die Spielwelt, die sich an Miami orientiert, macht einiges her. Als dann auch noch drei Polizeiwagen an meiner Stoßstange hingen, strömte das Adrenalin.

So freue ich mich tatsächlich auf "Heat", das am 8. November erscheint, obwohl das Spiel kaum Überraschendes zu bieten scheint. Was die Story angeht, die rund um die Rennen erzählt wird, erwarte ich angesichts der Vorgänger auch nicht unbedingt Gutes.
(Markus Böhm)

"Children of Morta"

11 bit Studios

Den Klassiker "Secret of Mana" habe ich gefühlt 23.214-mal durchgespielt. Daher war es klar, dass ich mir "Children of Morta" anschauen musste, das am 3. September erscheint. Es ist ein Mix aus "Mana" und "Diablo", mit Rogue-like-Elementen. Schon der Grafikstil zog mich zum Spiel hin.

Besonders spannend an "Children of Morta" finde ich, dass - anders als in solchen Spielen üblich - die Geschichte im Mittelpunkt steht. Es geht um eine Familie, die den Fluch des Berges Morta aufdecken will. Dabei spielt die Dynamik innerhalb der Gruppe eine große Rolle.

"Children of Morta" kann sowohl alleine als auch im lokalen Koop-Modus gespielt werden. Einige Wochen nach dem Release am 3. September soll ein Online-Modus folgen. Aber ich werde es sicher mit Freunden auf dem Sofa zocken. Wie damals "Secret of Mana".
(Matthias Kreienbrink)

Indie Arena Booth

Backwoods Entertainment

Jedes Jahr auf der Gamescom habe ich vom Bombast der Blockbuster-Spiele irgendwann genug. Dann treibt es mich zum "Indie Arena Booth", einem Areal voller Indie-Entwickler, die kleine, aber oft originelle Spiele vorstellen.

Gezeigt wird dort diesmal zum Beispiel "Resort" vom deutschen Entwickler Backwoods Entertainment, in dem die Schriftstellerin Laura ein schrulliges Städtchen erkundet und Mysteriöses findet. Oder "Through the Darkest of Times", ebenfalls in Deutschland entwickelt, das den Widerstand während der Nazizeit spielbar macht.

Und dann gibt es noch abgedrehte Spiele wie "Boyfriend Dungeon". Hier werden die Waffen des Spielers in einem gefährlichen Dungeon zu gutaussehenden Single-Männern, die gedatet werden wollen. Wieso auch nicht?
(Matthias Kreienbrink)

Offline-Lootboxen und Spiele-Schallplatten

Markus Böhm/ SPIEGEL ONLINE

Lootboxen in Spielen sind umstritten- erst recht, wenn sich diese mit virtuellen Gegenständen gefüllten Belohnungskisten nicht nur erspielen, sondern alternativ mit echtem Geld kaufen lassen. Offline, in den Gamescom-Merchandising-Hallen 5.1 und 5.2, sind analoge Lootboxen trotzdem das gefühlt häufigste Angebot.

Unter Namen wie "Epische Lootbox", "Mega Box" oder "Lucky Bag" werden hier Wundertüten mit bestenfalls erahnbarem Inhalt verkauft, zu Preisen von bis zu 100 Euro. Ich mag zwar Tombolas, aber im Ernst: Für irgendein Fanartikel-Paket, in dem Cooles, aber auch Unbrauchbares sein könnte, würde ich niemals 100 Euro ausgeben.

Mein Nerd-Geld - ich gestehe: es waren letztlich auch 80 Euro -, ließ ich lieber am Stand von Black Screen Records, einer Kölner Plattenfirma, die auf der Messe Vinyl-Soundtracks zu Videospielen verkauft. Dort wusste ich zumindest vor dem Kauf, was genau ich bekomme: In meinem Fall die Musik zu "What Remains of Edith Finch", "Pony Island" und "Journey", mit einem schicken, Wohnzimmerregal-tauglichen Cover.
(Markus Böhm)

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Fait Accompli 21.08.2019
1. Die wichtigste Ankündigung...
... war wohl Kerbal Space Program 2. Wenngleich es nur einen Cinematic Trailer zu sehen gab...
Melissa85 21.08.2019
2. Spieleneuheiten?
Ehrlich gesagt wird die GamesCon seid Jahren dominiert von Fortsetzungen und Remakes, wirkliche Neuheiten ob neues Genre oder wirklich neue Mechaniken sind nur noch selten zu finden. Das große Motto ist seid langem das gleiche ?Den einen Hit den man mal hatte erbarmungslos ausquetschen!? Ja die Siedler, Sims, Call of Duty waren echte Hits aber es ist Zeit für neues nicht nur für Teil Nummer xy des Jahrzehnte alten einmal Hit.
kuestenvogel 22.08.2019
3. Kommt auf die persönlichen Vorlieben an
Zitat von Fait Accompli... war wohl Kerbal Space Program 2. Wenngleich es nur einen Cinematic Trailer zu sehen gab...
Bei der Gamescom gibt es bekanntlich kaum Ankündigungen bzgl. AA/AAA-Games. Persönlich finde ich das nicht schlimm, da ich diese Messe mittlerweile wegen des Indie-Bereiches schätze. Da gibt es wirkliche Perlen, wobei Kerbal Space natürlich nicht zu verachten ist ;). Infos zu Planet Zoo und Cyperpunk sind zwar nicht zu verachten, aber die Infos dazu plätschern sowieso seit geraumer Zeit, so dass die Messe diesbezüglich nur eine minimale Werbeaktion für diese Games ist.
lave_2009 24.08.2019
4. Ksp 2
War die Überraschung des Jahres auf der GC. Ansonsten verkommt die GC zur Restverwertungsmesse der E3 :)
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