Gamescom Sony senkt Preis für PS3 um 25 Prozent

Im Trio der Spielekonsolen ist die wohl fortschrittlichste zugleich die erfolgloseste: Sonys Playstation 3 war einst angetreten, Microsoft und Nintendo auf die Plätze zu verweisen. Statt dessen hinkt Sony der Konkurrenz hinterher - und will jetzt aufholen. Was technische Features nicht schafften, soll nun der Preis möglich machen.


Köln - Sony senkt den Preis für die Spielkonsole Playstation 3. Eine überarbeitete Version des Gerätes mit der Bezeichnung "Slim" werde von September an für 300 Euro auf den Markt kommen, kündigte das japanische Unternehmen am Dienstag vor Beginn der Computerspielemesse Gamescom in Köln an.

Die neue Version der Konsole sei kleiner, leichter und verbrauche weniger Strom, sagte Sony- Manager Andrew House. Das reguläre Modell koste künftig ebenfalls 300 Euro. Bislang empfahl Sony einen Preis von rund 400 Euro.

Der Hersteller kündigte zudem an, seine Konsolen um mehrere Multimedia-Funktionen zu erweitern. Wer mit der Playstation online geht, kann etwa über die virtuelle Umgebung Playstation Network bald verschiedene Fernsehkanäle empfangen. Der bereits angekündigte Video- Laden ist laut Sony in Deutschland ab November online.

Die Branche wollte die Preissenkung

Solche Argumente für das Hightech-Spielzeug Playstation 3 hatte Sony vom ersten Tag an: Die Konsole zielte auf ein erwachsenes Publikum, das sich - so glaubten die Entwickler bei Sony - nicht nur ein Spielgerät ins Wohnzimmer stellen wollte, sondern gleich ein Entertainment-Center inklusive Blu-ray. Doch das Argument zog nicht: Nintendos weit billigere Wii setzte auf puren Spielspaß - und eroberte mit Bewegungsintensiven, Familienfreundlichen Spielen völlig neue Zielgruppen bis hin zu Fitness-suchenden Hausfrauen, Rentnern und Rekonvaleszenten in der Bewegungstherapie. HD-Grafik, die auch Microsofts Xbox deutlich überlegen ist, war wider Erwarten kein Argument, den hohen Verkaufspreis zu rechtfertigen.

Schon seit längerem scharrten darum manche der führenden Spieleentwickler mit den Füßen: Die kostspieligen Entwicklungen refinanzierten sich angesichts der niedrigen Verkaufszahlen nicht. Im Juni drohte der Entwickler Activision mit einem Boykott der PS3. "Ich fange an, mir um Sony Sorgen zu machen", sagte damals Bobby Kotick, Chef von Activision, der Londoner "Times". Es sei teuer, für die Konsole zu entwickeln, "und Wii und Xbox (360) verkaufen sich einfach besser." Es lohne sich deshalb schlicht mehr, Spiele für die Konsolen von Sonys Konkurrenten zu vermarkten. Der Hersteller müsse den Preis für die Playstation 3 senken, forderte der Chef der inzwischen größten Spielefirma der Welt.

Die anderen sind noch immer billiger

Laut der "Times" hat Sonys Spielesparte im vergangenen Jahr 597 Millionen Dollar Verlust eingefahren.

In Deutschland kostet Nintendos Wii mitsamt einem Spiel etwa 235 Euro und Microsofts Xbox 360 in einer Variante mit 60-GB-Festplatte knapp 240 Euro. Mit einem Verkaufspreis von 300 Euro liegt Sony immer noch über diesem Niveau, setzt aber darauf, dass dies über die multimedialen Features der Spielekonsole zu rechtfertigen sein wird.

pat/AP



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