Angespielt "Gears of War - Judgement"

Die "Gears of War"-Reihe hat eine eingeschworene Fangemeinde, auch hierzulande - obwohl zwei Titel der Serie wegen Brutalität in Deutschland gar nicht auf den Markt kamen. Nun erscheint Teil vier, eine Art Prequel. Wieder reingehen, Monster töten, weitergehen - macht das noch Spaß?

Microsoft

Vier Menschen, ein Raum, viele Monster, die erledigt werden müssen, bevor man den nächsten Raum betreten kann: Das ist die Formel auf die sich "Gears of War - Judgement" herunterbrechen lässt. Manchmal sind es auch mehrere kleine Räume, das ist die einzige Variation. Das ist langweilig. Schon nach einer halben Stunde. Erst recht nach einer Stunde und auch nach zwei Stunden wird es nicht besser. Im Gegenteil, es ist zum Gähnen.

Die "Gears of War"-Serie ist von Beginn an nicht unbedingt für ihre Subtilität bekannt: Breitschultrige Soldaten ziehen in den Krieg gegen Monster. Diese leben unter der Oberfläche eines Planeten und haben irgendwann beschlossen, nach oben zu kommen und alles zu töten, was sich dort bewegt. Irgendwer muss sie aufhalten, mit Gewehren, Granaten und Kettensägen. Aus dieser mageren Geschichte sind inzwischen drei Spiele entstanden, die von der internationalen Fachpresse sämtlich mit hohen Wertungen gefeiert wurden. Technisch sind alle Titel der Reihe herausragend.

Teil eins bekam in Deutschland keine Jugendfreigabe, vielleicht wegen der Kettensägen-Bayonette. Teil zwei wurde dann gar nicht bei der USK eingereicht, mittlerweile ist es in Deutschland indiziert, es gilt als jugendgefährdend. Teil drei kam dann auch in Deutschland heraus. "Judgement" ist der vierte Teil und erzählt die Vorgeschichte. Die unterscheidet sich nicht wesentlich von den Vorgängern. Es geht darum, die Monster aufzuhalten.

Etwas Hoffnung auf Neuerungen kam im Vorfeld auf. "Judgement" wurde nicht von den "Gears of War"-Erfindern Epic Games produziert, sondern von dem polnischen People Can-Fly-Studio. Und die haben vor zwei Jahren mit "Bulletstorm" einen stumpf überdrehten und trotzdem sehr amüsanten Shooter gemacht, der vor allem durch seine Vielseitigkeit im Gameplay Spaß gemacht hat. Beste Voraussetzungen eigentlich. Leider ist daraus nichts geworden. Die Ehrfurcht vor der großen Marke scheint die Entwickler gelähmt zu haben, schließlich ist "Gears of War" neben "Halo" das zweite Action-Aushängeschild von Microsofts Xbox 360.

"Verteidige den Raum", "Bereite dich auf die nächste Angriffswelle vor" und so weiter. Immer wieder das Gleiche. Das ist nicht spannend. Die Geschichte, die dabei erzählt wird, noch viel weniger. Vielleicht ist der Multiplayer-Teil für Fans spannend, die Solo-Kampagne ist es nicht.

Das sagen die anderen: Die Kritiken sind überwiegend positiv. Gelobt wird vor allem der Multiplayer-Teil, der lange motivieren soll. Die Kampagne für Einzelspieler hingegen wird meist als überflüssig und wenig aufregend bezeichnet. Die Spitzenwertungen der Vorgängertitel erreicht "Judgement" in der Regel nicht.


"Gears of War - Judgement" von Microsoft für Xbox 360, circa 50 Euro; USK: Ab 18 Jahren

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insgesamt 4 Beiträge
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darl_kall 22.03.2013
1. Noch nicht gespielt ...
... weil ich von Teil 3 nach kurzem Spielen bereits erheblich enttäuscht war. Teil 3 bringt die Story zwar zu einem epischen Ende und ist auch entsprechend umgesetzt. Aber auch wurde der übliche Weg gegangen: Immer mehr, immer größer, immer spektakulärer - aber auch immer beliebiger. Teil 2 war der Höhepunkt der Reihe, während Teil 1 ein netter Einstieg war (lediglich die vielen Bugs auf dem höchsten Spielgrad waren nervtötend). Daher werde ich mir wohl "Teil 4" (oder "Teil 0") nicht mehr antun. Aber das ist auch egal, denn es gibt so viele andere gute Spiele. Bei GoW zeigt sich, wie bei so ziemlich jeder anderen Spielreihe, dass irgendwann ein toter Punkt erreicht ist. Ich bin gespannt, wie dagegn das "neue" Bioshock wird.
mnemo70 22.03.2013
2. .
Der Titel des Spiels ist immerhin konsequent jedes Mal wieder falsch geschrieben worden. Im Übrigen waren People Can Fly schon für die PC-Version des ersten Gears of War zuständig (die EINIGE technische Probleme hatte).
cthullhu 22.03.2013
3. Schlechter Review
Frage: Wenn ich von etwas nicht allzu viel Ahnung habe, schreibe ich dann trotzdem ein Review? Der Autor dieses Artikels kann die Frage mit einem kurzen "Ja" beantworten, aber wieso? "Aus dieser mageren Geschichte sind inzwischen drei Spiele entstanden" Fragen Sie sich nicht, woher diese "guten Bewertungen" dieser "langweiligen" Spiele kommen? Haben Sie sich mal mit der Materie auseinander gesetzt oder das Spiel eingelegt und schnell, schnell A,A,A gedrückt, bis man irgendwann endlich im Spiel ist? Gears of War ist seit dem ersten Teil, welcher anfangs in Deutschland erschienen ist, später aber indiziert wurde, auf den Multiplayer-Part ausgelegt (zur Info: Multiplayer bedeutet: ich spiele online/lokal mit anderen menschlichen Spielern). Das Gameplay anhand Matches mit Bots - gegen Bots zu verurteilen, zeugt von Desinteresse und massenhaft Unwissen. Des weiteren gab es das "Kettensägen-Bayonette" in allen drei Teilen, was die USK-Einstufung so banal erscheinen lässt, wie sie im Endeffekt auch ist. Wie dem auch sei, möchte ich zum Schluss noch den Autor dazu appellieren, sich demnächst auch mit den Hintergründen auseinander zu setzen - vielleicht sogar Fans aus der Community befragt, anstatt selbst ein Urteil über Dinge zu fällen, von denen man keine Ahnung hat. Ich bin übrigens kein GoW-Fanboy, habe ehrlich gesagt nur den ersten Teil ausgiebig gespielt. Trotzdem sind mir diese Dinge aufgefallen - eigentlich als "Laie"... Wie kommt das?
larsberg 22.03.2013
4. ...
Wenn ich Gear of war kaufe möchte ich auch Gears of war haben. Wieso sollte es sich von seiner Erfolgs Formel entfernen? Wenn ich Veränderung will gibt es, gerade im Action Segment, genug andere Spiele. Und wie im letzten Absatz des Berichts richtig gesagt wird Gears spielt man eigentlich nur für den Multiplayer.
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