Playstation-Spiel "Ghost of Tsushima" Frischer Wind im Land der Samurai

"Ghost of Tsushima" ist das letzte große Exklusivspiel für die Playstation 4. Es zelebriert noch einmal alles, was Open-World-Games ausmacht - und fügt noch eine eigene Idee hinzu.
Screenshot aus "Ghost of Tsushima"

Screenshot aus "Ghost of Tsushima"

Foto: Sony Interactive Entertainment

Mit dem Wehen des Windes werden die Spieler und Spielerinnen zum nächsten Ziel getrieben. Es ist, als wollte die Spielwelt selbst ihnen den Weg deuten: Voran, folgt eurem Schicksal, zur nächsten Schlacht, zum nächsten Menschen in Not, zum nächsten niedergebrannten Dorf. Der Wind ist es, der die Spieler in dieser Welt antreibt - und man folgt ihm nur zu gern.

"Ghost of Tsushima" ist das letzte Blockbuster-Spiel, das exklusiv für die Playstation 4 erscheint. Zwar werden mit "Cyberpunk 2077" oder "Assassin's Creed: Valhalla" noch weitere große Spiele für die Konsole veröffentlicht, doch ist "Ghost of Tsushima" der Abschluss einer Reihe: Spiele, die von Sonys eigenen Studios entwickelt wurden und der Grund sein sollten, sich eine Playstation 4 zu kaufen. "Ghost of Tsushima" fasst zusammen, was in den vergangenen sieben Jahren passiert. Es ist ein nostalgisches Spiel.

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"Ghost of Tsushima"

Foto: Sony Interactive Entertainment

Kampf mit Eleganz

Die Mongolen haben die vor Japans Küste gelegene Insel Tsushima erreicht. Sie plündern die Dörfer, nehmen diejenigen gefangen, die sich ergeben, töten jene, die Widerstand leisten. Der Samurai Jin Sakai stellt sich ihnen entgegen und seine Rolle nehmen die Spieler ein - der Held, der seine eigene Heimat nicht wiedererkennt und versucht, die alte Ordnung wiederherzustellen. "Ghost of Tsushima" spielt vor historischem Hintergrund, im Jahr 1274, in dem die erste Mongoleninvasion stattgefunden hat.

Es ist ein Open-World-Spiel und kommt mit allem daher, was in diesen offenen Welten in den vorigen Jahren etabliert und zelebriert wurde. Die Spieler folgen einer Geschichte, die sich in Windungen durch die Spielwelt zieht. Der Onkel von Jin Sakai wurde gefangen genommen, ihn gilt es zu retten. Dafür rekrutieren die Spieler Mitstreiter, finden Hilfe in einstigen Feinden - und müssen ebenso mit Verrat umgehen.

Und natürlich kämpfen sie viel und machen das mit einem durchaus komplexen Kampfsystem, das sich, möchte man Vergleiche heranziehen, wie eine Legierung aus "Assassin's Creed" und "Sekiro: Shadows Die Twice" spielt. Freilich lassen sich die meisten Gegner - gerade im einfachen Schwierigkeitsgrad - mit dem immer gleichen Tastendrücken besiegen. Doch darunter liegen Block-, Parier- und Kombinationsmöglichkeiten, die dem Ganzen eine große Eleganz geben können. Je mehr Erfahrung die Spieler sammeln, desto komplexere Bewegungen könnten sie mit dem Katana ausführen - ganz wie ein Samurai.

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07.02.2023 03.58 Uhr

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Wohin der Wind weht

Mit dem Ende der Playstation 4 verschwinden endlich die Symbole: "Ghost of Tsushima" verzichtet weitestgehend auf Marker, die in so vielen offenen Spielwelten die Spieler führen sollen. Gemeint sind die vielen Icons, die Hauptquests, Nebenquests, wichtige Personen, Schätze oder feindliche Lager anzeigen, und die den Eindruck vermitteln können, man hätte es eigentlich mit Arbeit zu tun - mit dem Abhaken einzelner Aufgaben, bevor man endlich Feierabend machen kann. In "Tsushima" müssen die Spieler stattdessen auf den Wind achten, denn der führt sie zum nächsten Ziel. Wehende Blätter oder sich wiegende Bäume sind ein wichtiger Teil des Spiels. Ebenso fliegen Vögel durch die Luft, die, folgt man ihnen, Geheimnisse offenbaren. Oder eine Rauchsäule am Himmel zeigt an, dass hier gerade ein Opfer dargebracht wird.

Kaum ein Spiel dieser Konsolengeneration konnte eine so atmosphärisch dichte und in sich geschlossene Welt kreieren. Eine, in der die Mythologie fasziniert, die Geschichten erlebenswert sind und in der jede Farbe, jeder Ton den Charakter der Welt bestimmt.

Doch es ist auch eine Tradition der vergangenen Spieljahre, dass zwar unglaublich detailreiche Welten gebaut wurden - die Spieler darin aber immer nur das Gleiche machen konnten. Auch "Ghost of Tsushima" kann damit nicht brechen. Denn in seinen Systemen und seinem Rhythmus bedient es sich bei allem, was schon da war, baut vielleicht darauf auf, fügt aber nicht viel Neues hinzu.

Es mag Nostalgie aufkommen, wenn das Spiel in vielen Momenten an andere Titel erinnert, die ihm zuvorkamen. Die Rituale der Open-World-Spiele, die Aufgaben, die sie an die Spieler stellen; das Sammeln von Gegenständen, das Erledigen von Sidequests, das Erkunden der immer expansiver werdenden Landschaft, die historischen Details - all dem gibt "Ghost of Tsushima" eine weitere Heimat. Und es zeigt sich: Das kann noch immer faszinieren und Spaß machen. Manchmal braucht es eben nur den Wind, der dem Alten ein wenig Frisches bringt.

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