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"Halo 5": Der Master Chief kommt auf die Xbox One

Foto: Bungie

Actionspiel "Halo 5" Wie der Master Chief die Xbox One retten soll

Über 60 Millionen "Halo"-Spiele hat Microsoft verkauft. Nun muss der Master Chief wieder ran: Mit "Halo 5" will der Konzern die Verkäufe seiner Xbox One ankurbeln. Jetzt gibt es erste Informationen.

Wenn 600 Menschen an einem Videospiel arbeiten, muss es ein wichtiges sein. So eines wie der nächste Teil von "Halo", den das Studio 343 Industries bis Oktober fertigstellen will. Microsoft, das Mutterunternehmen von 343 Industries, investiert aus gutem Grund massiv in "Halo 5: Guardians". Mit dem exklusiven Ego-Shooter, der zu den wichtigsten Titeln der in der kommenden Woche stattfindenden Spielemesse E3 zählen wird, will die Firma die Xbox One im Duell mit der Playstation 4 stärken.

Bislang bleibt Microsofts jüngste Konsole beim Absatz hinter Sonys Hardware zurück: Seit der Veröffentlichung beider Geräte Ende 2013 festigt die Playstation 4 Monat für Monat ihre Dominanz im Heimkonsolenmarkt. Laut dem jüngsten Finanzbericht der Japaner von Ende März hat Sony bislang 22,3 Millionen Exemplare ausgeliefert, die Xbox One wird auf rund 13 Millionen Einheiten geschätzt. Exakte Vergleichszahlen sind nicht verfügbar, da Microsoft in seinen Quartalsmeldungen nur Xbox-Gesamtzahlen nennt, das Vorgängermodell Xbox 360 also mitrechnet.

Die Vorgänger verkauften sich millionenfach

"Halo 5" hat durchaus das Potenzial, den Abstand zwischen den Konsolen zu verringern: Der Master Chief genannte Serienprotagonist, ein schwer gepanzerter und genetisch modifizierter Supersoldat, der im 26. Jahrhundert die Menschen gegen die Alien-Allianz "Covenant" verteidigt, hat schon mehrfach das Image und die Umsätze von Microsofts Konsolensparte aufgebessert.

Sein erster Auftritt, "Halo: Combat Evolved", verhalf Ende 2001 der ersten Xbox zu einem ansehnlichen Start in die Branche; drei Jahre später sprengte "Halo 2" in den USA den Rekord als "schnellstverkauftes Medienprodukt". Exklusive Fortsetzungen, Spin-offs und Remakes reüssierten auf der Nachfolgekonsole Xbox 360. Bis Ende letzten Jahres summierten sich die verkauften "Halo"-Spiele auf über 60 Millionen.

Mit "Halo 5: Guardians" kommt nun das erste wirklich neue Abenteuer des Master Chief auf die Xbox One. Die Serie selbst debütierte bereits Ende 2014 auf Microsofts jüngster Konsole: Um die Wartezeit bis zur Fortsetzung zu verkürzen, hatte man mit der "Halo - The Master Chief Collection" eine Sammlung von vier technisch überarbeiteten "Halo"-Teilen veröffentlicht. Eine Masse an Spielstoff, inhaltlich allerdings wohlbekannt und somit kein zwingender Grund, zu Weihnachten eine neue Xbox zu kaufen.

Zumindest aber erhielten die Fans per exklusivem Zugang zu einer dreiwöchigen Multiplayer-Beta-Phase einen Vorgeschmack auf "Halo 5". Und 343 Industries bekam dank des anfänglichen Online-Totalausfalls der "Master Chief Collection" eine Ahnung vom Interesse und auch dem Frustrationspotenzial der Fans. Man habe "viel aus den Erfahrungen der Kollegen beim Start der 'Master Chief Collection' gelernt", sagt "Halo 5"-Chefentwickler Josh Holmes.

Wundertüte "Halo 5"

Trotz der vielen Mitarbeiter und einer Entwicklungszeit von knapp drei Jahren wird es nicht einfach sein, die Marketingversprechen zu erfüllen. Denn mit "Halo 5" wollen 343 Industries und Microsoft gleich in dreierlei Hinsicht überzeugen.

  • Die Action soll in durchgehend 60 Bildern pro Sekunde auf den Fernseher gebracht werden.
  • Die vielen Fans des üppigen "Halo"-Universums will man befriedigen, indem man eine bedeutsame, zum Kanon passende Story erzählt und etliche beliebte Charaktere zurück ins Geschehen bringt.
  • Durch höheres Tempo, mehr Modi und zusätzliche Kampfarenen, die in den Monaten nach Spielstart gratis bereitgestellt werden, will man die Mehrspieler-Erfahrung verbessern. "Halo 5" soll eine dauerhafte Rolle in der Multiplayer- und E-Sports-Szene bekommen.

Der Master Chief ist diesmal nicht der alleinige Hauptcharakter, der an der Seite von drei Kameraden durch die Geschichte stiefelt. Immer wieder wechselt der Spieler in die Rolle eines zweiten Supersoldaten, Jameson Locke, der mit seinem Team auf besondere technische Gimmicks zurückgreifen kann, was für ein leicht verändertes Spielgefühl sorgen soll.

"Wir lieben den Chief"

"Wir lieben den Chief, er wird immer mit dabei sein. Aber wollen neue Hauptcharaktere einführen und das Universum breiter machen", so Creative Director Tim Longo. Das sei "eins unserer Hauptziele für 'Halo 5'".

Zudem wollen die "Halo"-Macher einen größeren Fokus auf kooperatives Spiel legen: Dass man den Story-Modus nicht zwingend allein durchlebt, ist zwar nichts Neues für Kenner der Serie. Die Kampagne von Teil 5 wird aber rundum aufs kooperative Spiel ausgelegt. Vier Spieler schlüpfen in charakterlich unterschiedliche Rollen, erkunden weitläufige Szenerien. Außerdem können sie nach Belieben und nahtlos ins Spiel ein- oder daraus aussteigen - zur Not übernimmt eine unauffällig agierende künstliche Intelligenz die Steuerung der Kollegen.

Trotz zusätzlicher Protagonisten, imposanterer Kulissen und einigen neuen Aktionsmöglichkeiten der Spielfiguren: Mit Feuergefechten gegen agile Aliens, einer düsteren Science-Fiction-Atmosphäre und treibender Tonspur vermitteln die ersten spielbaren Sequenzen von "Halo 5" ein überraschend bekanntes Gefühl.

343 Industries geht auf Nummer Sicher und will nicht allzu viele Experimente wagen. Ein folgerichtiger Ansatz - schließlich hat erst der Plan Microsofts, mit der Xbox One alles anders zu machen, zu der misslichen Lage geführt, aus der der Master Chief die Konsole nun retten soll.

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