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Neues Playstation-Spiel: So sieht "Horizon Zero Dawn" aus

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"Horizon Zero Dawn" im Test Déjà-vu im Land der Robodinos

Eine Steinzeit in der Zukunft, Roboterdinosaurier und eine Frau als Heldin: Auf den ersten Blick wirkt "Horizon Zero Dawn" wie ein atemberaubend anderer Blockbuster. Leider spielt es sich nicht so.

Spoiler-Hinweis: Dieser Artikel verrät nur sehr grundsätzlich, worum es im Spiel geht.

Die Berge! Der Himmel! Das Mondlicht! Der Schnee! Die Wüste! Die Canyons! Beim Anschauen von "Horizon Zero Dawn" möchte man hinter jeden Anblick ein Ausrufezeichen setzen, so gut sieht es aus. Leider bietet das Spiel außer atemberaubender Grafik und einem originellen Szenario wenig Neues.

"Horizon Zero Dawn" ist so etwas wie das Vorzeigespiel für Sonys Playstation 4 Pro, es soll zeigen, was in der aufgebohrten Variante der Konsole steckt. Verantwortlich dafür ist das zu Sony gehörende Studio Guerrilla Games aus Amsterdam. Guerrilla Games ist vor allem für die Shooter-Reihe "Killzone" bekannt, die auf der Playstation 2 und 3 grafisch Meilensteine setzte, während die zugehörigen Geschichten eher durchwachsen waren. Mit "Horizon Zero Dawn" wechselt Guerilla nun das Genre, setzt aber beide Traditionen fort.

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Neues Playstation-Spiel: So sieht "Horizon Zero Dawn" aus

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Angesiedelt ist das Spiel in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit sich selbst in die Steinzeit zurückversetzt hat und der Planet - beziehungsweise der Landstrich, in dem das Spiel angesiedelt ist - von Roboterdinosauriern bevölkert wird. Wie und weshalb das geschehen ist, wird im Verlauf des Spiels klarer, weshalb hier nicht allzu viel verraten werden soll. Die Protagonistin Aloy erkundet so nicht nur ihre Herkunft, sondern auch das Schicksal der früheren Menschheit.

Dann öffnet sich die Welt

Doch zuerst hilft man Aloy beim Aufwachsen. Man lernt erste Fähigkeiten beim Spiel mit Ziehvater Rost, wird eingeführt in eine Welt, in der mechanische Tierwesen den Feind darstellen. Man lernt die Jagd und das Herstellen von Waffen und Tränken. Bis dann - natürlich - eine Katastrophe geschieht und Aloy allein auf sich gestellt überleben muss, während sich die große Welt von "Horizon Zero Dawn" öffnet.

Bis dahin geht das Spiel liebevoll mit seiner Protagonistin um, erzählt von ihrem Aufwachsen und von Glück und Trauer. Später dagegen verliert sich die Geschichte in einer Welt, die zu groß für Aloys Schicksal ist und die erst gegen Schluss, wenn die Nebenaufgaben ausgeblendet werden, wieder Fahrt aufnimmt.

Zugleich stellt man bald fest, dass "Horizon Zero Dawn" eigentlich nur wohlbekannte Spielideen wunderhübsch neu verpackt. Vor allem die Ubisoft-Studios dürfen sich von der eifrigen Benutzung ihrer Ideen geehrt fühlen: Jagdsystem, Herstellung, Aufdeckung neuer Gebiete, die Lagerfeuer als Ruhepunkte, das ist alles nicht weit von den letzten "Far Cry"-Spielen entfernt.

Noch weitere Vorbilder

"Tomb Raider" dagegen steht nicht nur für die weibliche Protagonistin und ihre Fähigkeiten Pate, sondern auch für diverse Kletterpartien und das Erkunden von Höhlen. Die im Laufe des Spiels immer elaborierter werdenden Roboter-Dinosaurier und -Säbelzahntiger deuten darauf hin, dass auch "Metal Gear Solid" mal in den Konsolen der Entwickler war.

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Das alles würde wenig ausmachen, wenn es nicht so offensichtlich wäre und Guerrilla Games wenigstens den Versuch unternommen hätte, all diese Elemente zu etwas Eigenem zu formen. Doch wenn die Händler so aussehen, als ob sie direkt nach ihrem Auftritt in "Far Cry" in die Zukunft gewandert sind, wenn Kletterwege in dem aus "Uncharted" bekannten Farbton ausgewiesen sind, wenn ganze Bosskämpfe aus "Metal Gear Solid" stammen könnten, wird es schwierig, das Spiel wirklich zu mögen. Zumindest dann, wenn man all diese Spiele kennt.

Das Gameplay ist altbekannt, aber gut

Was "Horizon Zero Dawn" rettet, ist aber nicht nur die Grafik. Es ist auch das flüssige Gameplay, das immer gut funktioniert, es sind die Waffen, die so vielseitig sind, dass es immer wieder Spaß macht, mit ihnen zu experimentieren.

Und es sind vor allem die Gegner: nicht die Menschen, sondern die Roboterwesen, die Dinosauriern, Säbelzahntigern oder auch Giraffen nachempfunden sind. Allein ihr Anblick in der weiten Landschaft ist atemberaubend und furchteinflößend zugleich.

Und wenn man sich dann anschleicht, sie mit dem aus der Vergangenheit importierten futuristischen Scanner untersucht und sich einen Schlachtplan zurechtlegt, dann entwickelt das Spiel tatsächlich etwas, was ihm sonst fehlt: eine ganz eigene Note.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

"Horizon Zero Dawn" von Sony für Playstation 4, ca. 70 Euro; USK: Ab 12 Jahren, gespielt auf PS4 Pro

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