Indie-Game-Bündel Spitzenspiele für kleines Geld

Fünf Indie-Spiele kaufen, darunter Toptitel wie "Braid", "Machinarium" und "Osmos", für Windows, Mac und Linux - und den Preis selbst bestimmen: Eine Gruppe von Spieleentwicklern geht mit dem "Humble Bundle" einen ungewöhnlichen Weg und schafft ein echtes Vorweihnachtsschnäppchen.
"Machinarium": Eins von fünf Indie-Spielen im "Humble Bundle"

"Machinarium": Eins von fünf Indie-Spielen im "Humble Bundle"

Man kann diverse Spiele, die sich in diesem "Bescheidenen Bündel" (" Humble Bundle ") befinden, uneingeschränkt und vorbehaltlos empfehlen. Das Zeitmanipulations-Kunststückchen "Braid" steckt zum Beispiel im Bündel. Ursprünglich war es nur via Xbox Live zu haben, jetzt auch für Windows, Mac und Linux, genau wie die übrigen Bündel-Spiele. "Machinarium" ist auch dabei, für viele eins der schönsten Spiele des Jahres 2009, ein poetisches Grafik-Adventure von den Machern des Klassikers "Samorost". Wie gut ihm "Osmos" gefallen hat, hat Konrad Lischka hier schon einmal aufgeschrieben. Über "Cortex Command" können wir kein Urteil abgeben, aber die Gameplay-Beschreibung "You are a brain in a bunker" ist an sich schon preiswürdig. Und über das Strategiespiel "Revenge of the Titans" lässt sich mindestens sagen, dass es mit dem unsäglichen 3-D-Film "Kampf der Titanen" rein gar nichts zu tun hat.

Gut sind aber nicht nur die Spiele, die im Bündel stecken, gut ist auch der Preis: Den kann der Käufer nämlich selbst bestimmen, und zusätzlich noch festlegen, welchen Anteil er an die Bürgerrechtsorganisation "Electronic Frontier Foundation" und die Wohltätigkeitsorganisation "Child's Play", die kranken Kinder Spielzeug schenkt, spenden möchte.

Die größten Spenden kommen bislang von Markus "notch" Persson, dem Entwickler des Klötzchen-Baukastenspiels "Minecraft" - Indie-Entwickler halten eben zusammen - und von Anonymous, der dezentralen Netzgruppierung, die derzeit mit den Attacken auf Unternehmen und Behörden von sich reden macht, die als WikiLeaks-Feinde wahrgenommen werden. Die Anonymous-Spende betrug der "Humble Bundle"-Seite zufolge 1337 US-Dollar - diese Zahlenfolge steht für "Leet", sprich "Elite", die selbstgewählte Ehrenbezeichnung von Menschen, die sich als tolle Hacker betrachten. Es ist ein fröhlicher kleiner Nerd-Zirkel, der sich da um die Indie-Games versammelt hat. Und bis Donnerstagnachmittag immerhin über 700.000 Dollar aufgebracht hatte. Über 96.000-mal hatte sich das Bündel bis dahin verkauft - noch bis Dienstag vor Weihnachten läuft der Sonderverkauf.

Interessant ist die dokumentierte Zahlungsbereitschaft der Nutzer unterschiedlicher Betriebssysteme: Der Seite zufolge zahlten Windows-Nutzer im Schnitt knapp über sechs, Mac-Besitzer im Schnitt gut acht und Linux-Nutzer über dreizehn Dollar für das Päckchen. Open-Source-Mannschaftsgeist scheint sich also bis in den Geldbeutel fortzupflanzen. Oder ein paar spendable Ausreißer verzerren das Gesamtbild.

cis
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.