Indie-Spiele auf dem XOXO-Festival Das Drei-Sekunden-Schach mit 16 Spielern

Mehrspieler-Schnellschach oder virtuelle Bienen auf der Jagd nach Nektar: Auf dem XOXO-Festival wurden Indie-Spiele gefeiert. Wir zeigen die Highlights.

Bennett Foddy

Aus Portland berichtet


Vor einer großen Leinwand stehen 16 Spieler mit Controllern in der Hand, ein Countdown zählt runter, dann rücken die Bauern vor, ein Pferd überholt - nach drei Sekunden ist der König geschlagen und das Schachspiel schon vorbei. Bei "Bennett Foddy's Speed Chess" wird nicht auf Züge gewartet, es wird gleichzeitig gespielt.

Auf dem XOXO-Festival in Portland können die Besucher eine ganze Reihe verrückter Spiele ausprobieren. In einer alten Wäscherei im Südosten Portlands haben die Veranstalter eine temporäre Spielhalle eingerichtet. Das Mehrspieler-Schnellschach ist eine der Attraktionen. Bennett Foddy hat das Spiel für das Game Center der New York University entwickelt, bald soll es veröffentlicht werden.

Aber warum nur 16 Spieler, wo es doch 32 Schachfiguren gibt? "Ein Windows-Rechner kann theoretisch 128 USB-Geräte verwalten, also wären mehr Spieler möglich", sagt Foddy. Die 16 Spieler seien ein Kompromiss. "Ich glaube, es ist sehr schwierig, 32 Spieler um einen Bildschirm zu versammeln." Aus einer anderen Ecke des historischen Gebäudes tönt lauter Jubel.

Weltraum-Hund und Killer Queen

Auf dem Weg dorthin nur nicht über den einsamen Spieler stolpern, der mit einer Oculus-Rift-Brille und großen Kopfhörern in eine andere Realität abgetaucht ist. Auf einem Stuhl sitzend vollführt er wilde Bewegungen und dreht an einem Kasten mit mehreren Knöpfen und Tasten. "Please Don't, Spacedog!" heißt das psychedelische Abenteuer, in dem man ein Raumschiff steuert und dabei Hindernissen ausweichen muss.

Der laute Jubel kommt von zehn Spielern, die aufgeteilt auf zwei Teams an zwei Arcade-Automaten stehen und gleichzeitig "Killer Queen" spielen. Die 2-D-Pixelwelt erinnert an "Super Mario": Jeweils vier Arbeiter-Bienen und eine Königin treten gegeneinander an, sammeln Nektar, um stärker zu werden, oder gehen zum Angriff über.

Ausgedacht haben sich das die Indie-Spieleentwickler Nik Mikros und Josh DeBonis. So erfolgreich ist ihr Spiel, dass sie mittlerweile acht der Automaten-Paare hergestellt haben. Den Prototypen haben sie noch selbst zusammengezimmert, mittlerweile hilft ein Unternehmen in Wisconsin. 11.000 Dollar kostet ein "Killer Queen", bisher haben vor allem Tech-Unternehmen die Geräte gekauft, als nächstes wollen Mikros und Deponie ihre Automaten auch an Spielhallen verkaufen.

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XOXO-Festival in Portland: So feiert sich das Indie-Web

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