Nintendo gewinnt vor Gericht Schluss mit "Mario Kart" auf Tokios Straßen

Im Kart als Mario oder Yoshi durch Tokios Innenstadt fahren - dieses riskante Angebot fasziniert viele Touristen. Für die dürfte es mit dem vollen Spaß bald vorbei sein.

Touristen beim Kartfahren durch Tokio
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Touristen beim Kartfahren durch Tokio


In Tokio können Reisende ihr Geld in allerlei Nerd-Aktivitäten investieren, vom Besuch einer abgedrehten Robotershow bis zu einer Virtual-Reality-Version von "Mario Kart". Zu den gefährlicheren Optionen gehört es indes, in der Gruppe mit kleinen Karts mitten durch die japanische Metropole zu düsen - auf Wunsch verkleidet als Nintendo-Figur, etwa als Mario, Luigi oder Yoshi.

Denn anders als im Konsolen-Klassiker "Mario Kart", in dem von der Strecke gefallene Fahrer immer wieder neu auf die Fahrbahn gesetzt werden, droht in Tokio unter Umständen sofort das "Game over", wenn man eine Kurve mal nicht richtig nimmt. Noch kam es zwar fast ausschließlich zu Sachschäden, binnen knapp eines Jahres gab es in Tokio bis zum Februar 2018 aber gleich 50 Verkehrs-Vorfälle mit Karts.

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Fest steht, dass sich die prinzipiell riskante Raserei nun verändern wird - wegen eines Gerichtsurteils. Das Tokyo District Court hat nach Angaben von Nintendo nämlich entschieden, dass der berühmt-berüchtigte Kartfahrten-Anbieter Mari Mobility Development aufhören muss, Nintendofiguren-Kostüme zu verleihen. Er muss auch noch eine Strafzahlung an den Spielekonzern leisten, Mari Mobility Development hatte sich keine Erlaubnis geholt, die Figuren für Werbezwecke einzusetzen.

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Mari Mobility Development, bis vor Kurzem noch als MariCar bekannt, bestätigte das Urteil und teilte mit, eine Berufung in Betracht zu ziehen. Die Website des Unternehmens ist nach wie vor online und wirbt weiter um mutige Touristen. Auf den derzeitigen Werbefotos sind unter anderem "Minions"-Kostüme zu sehen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Artikel hieß es zunächst, die 50 Vorfälle im Verkehr von Tokio seien in nur einem Monat passiert. Der Zeitraum, um den es ging, umfasste tatsächlich aber fast ein komplettes Jahr.

mbö/Reuters

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