Metamorphose Games Convention ohne Publikum

Die Games Convention in Leipzig war eine der erfolgreichsten Messe-Neugründungen der vergangenen Jahrzehnte, nur einigen Markt-Schwergewichten passte sie nicht: Als die in Köln die Gamescom gründeten, blieb der Convention"GC" nur der Rückzug in die Nische. Die wird nun noch einmal verkleinert.
Games Convention: Nach Halbierung der Ausstellerzahl nun Verzicht aufs Publikum

Games Convention: Nach Halbierung der Ausstellerzahl nun Verzicht aufs Publikum

Foto: AP

Leipzig - Die kurze Geschichte der Games Convention in Leipzig kann man in zwei Phasen beschreiben: als überraschenden Boom - und danach als Tod auf Raten. Zumindest in der Form, in der die Fans sie liebten: als ungewöhnlich lebendige Publikumsmesse, auf der die Spielefans mehr im Mittelpunkt standen als die Entwickler, Vertriebe und Händler. Auch darum war die seit 2002 jährlich veranstaltete Messe einigen der Branchenschwergewichte im Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ein Dorn im Auge. Der von wenigen Großherstellern und -vertrieben dominierte Verband entzog der Messe in Leipzig die Unterstützung, setzte ab 2009 auf die Konkurrenzveranstaltung Gamescom in Köln und zwang die "GC" so in die Nische.

Und die hier "Online": Als Games Convention Online (GCO) konnte die deutlich verkleinerte und auf den Themenschwerpunkt Onlinespiele eingedampfte Messe im vergangenen Jahr beim Publikum durchaus noch einmal punkten. Doch als nachhaltig tragfähiges Konzept reichte das offenbar nicht. Jetzt gab die Leipziger Messe bekannt, dass die GCO sich schon ab diesem Jahr weiter in die Nische zurückzieht: Aus der noch vor zwei Jahren von den Fans zelebrierten Community-nahen Publikumsmesse wird ein reines Business-Event, eine Fachmesse. Die zunächst parallel geplante Publikumsausstellung werde nicht stattfinden.

"Das ist eine bedauerliche, aber notwendige Entscheidung", sagte Silvana Kürschner aus dem GCO-Management am Mittwoch in Leipzig. Die Zahl der angemeldeten Aussteller und die geplanten Präsentationen hätten nicht ausgereicht, das hohe Niveau der Games-Convention-Messen zu halten. Zur Fachmesse erwarten die Veranstalter vom 8. bis 10. Juli jetzt noch knapp über 30 Firmen im Congress Center Leipzig.

Leipzig hatte von 2002 bis 2008 die Games Convention ausgerichtet, die innerhalb kürzester Zeit zur weltweit erfolgreichsten Messe für herkömmliche Videospiele wurde. Der Liebesentzug der Branchengrößten führte zum umgehenden Einbruch der Ausstellerzahlen: 2009 präsentierten sich noch 74 Aussteller in zwei Publikumshallen.

pat/ddp