Skandalumwitterter Games-Konzern Microsoft will Activision Blizzard für 68 Milliarden Dollar kaufen

Microsoft möchte die Firma hinter Spielen wie »Call of Duty« und »Overwatch« übernehmen. Der Xbox-Hersteller holt sich aber auch Probleme ins Haus: Mehreren Managern von Activision wurde sexuelle Belästigung vorgeworfen.
Ankündigung von Microsoft: Activision Blizzard gehören viele bekannte Spielereihen

Ankündigung von Microsoft: Activision Blizzard gehören viele bekannte Spielereihen

Foto: Microsoft

In einem fast 70 Milliarden Dollar schweren Deal übernimmt Microsoft demnächst wohl den großen Videospieleanbieter Activision Blizzard. Der Xbox-Hersteller sichert sich damit populäre Spielereihen wie »Call of Duty«, »Overwatch« und »Candy Crush«.

Microsoft bietet 95 Dollar je Aktie von Activision Blizzard – ein kräftiger Aufpreis auf den Schlusskurs von 65,39 Dollar am vorherigen US-Handelstag am Freitag. Die Spielefirma werde damit insgesamt mit 68,7 Milliarden Dollar (60,4 Mrd. Euro) bewertet, wie Microsoft am Dienstag mitteilte.

Der bisherige Chef von Activision Blizzard, Bobby Kotick, solle an der Spitze der Spielefirma bleiben, hieß es. Kotick war in den vergangenen Monaten nach Vorwürfen von sexueller Belästigung und Diskriminierung gegen Manager des Unternehmens in die Kritik geraten.

Im Juli hatte die kalifornische Arbeitsschutzbehörde eine Klage gegen Activision Blizzard eingereicht. Die Kultur innerhalb der Firma, die es selbst als ihren Auftrag sieht , »die Welt durch epische Unterhaltung zu verbinden«, sei eine »Brutstätte für Belästigungen und Diskriminierungen von Frauen«, hieß es in der Klageschrift.

Dem »Wall Street Journal« zufolge  hat Activision Blizzard seit Juli 2021 mehr als drei Dutzend Mitarbeiter gefeuert oder zum Gehen gedrängt und etwa 40 weitere mit Disziplinarmaßnahmen belegt, um die Probleme mit Belästigung zu beheben.

Xbox-Chef Phil Spencer hatte vergangene Woche in einem Interview  noch gesagt: »Ich bin angewidert und traurig, wenn ich von Arbeitsumgebungen höre, die Teams und Individuen so viel Kummer und Zerstörung bereiten«.

Im November hatte Spencer seinen eigenen Leuten geschrieben: »Diese Art von Verhalten hat in unserer Branche keinen Platz.« Man selbst werde »alle Aspekte unserer Beziehung zu Activision Blizzard evaluieren und infolgedessen proaktive Anpassungen vornehmen«, hieß es damals.

pbe/dpa

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