Gefährdete Accountdaten Sicherheitsproblem bei Nintendo betrifft offenbar Zehntausende Kunden

Hacker konnten möglicherweise mit fremden Kreditkarten in Nintendos Online-Shop einkaufen und persönliche Daten einsehen. Der Hersteller empfiehlt Kunden eine zusätzliche Sicherheitsfunktion zu aktivieren.
Nintendos Konsole Switch: Fürs Einkaufen im Online-Store wird ein Nintendo-Account benötigt

Nintendos Konsole Switch: Fürs Einkaufen im Online-Store wird ein Nintendo-Account benötigt

Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Schon seit einigen Tagen kursierten Beschwerden von Nintendo-Kunden, die online von Zugriffen auf ihre Nintendo-Accounts berichteten. Nintendo riet daraufhin zunächst  dazu, die Zwei-Faktor-Authentifizierung des eigenen Accounts zu aktivieren, um ein Eindringen Unbefugter schwieriger zu machen.

Für den Fall, dass ein Account bereits kompromittiert wurde, wurde außerdem empfohlen , dass Passwort zu ändern und die eventuell hinterlegten Zahlungsinformationen zu löschen. Ebenso sollten Nutzer bei mit dem Nintendo-Account verbundenen Social-Media-Accounts das Passwort ändern.

Am Freitagnachmittag zeichnet sich nun ab, dass es sich offenbar nicht nur um Probleme einzelner Nutzer handelte. In einem Hinweis auf der deutschen Unternehmens-Website  heißt es, Nintendo wolle "in Kürze Nutzer kontaktieren, bei denen Grund zur Annahme besteht, dass ihre Nintendo-Network-IDs und/oder Nintendo-Accounts unerlaubterweise von Dritten verwendet wurden". Nintendo hat auch die Möglichkeit, sich mittels der Nintendo-Network-ID  in Nintendo-Accounts anzumelden, abgestellt. Diese IDs stammten noch aus Wii-U- und 3DS-Zeiten.

Mehr Informationen auf der japanischen Website

Wie viele Nutzer betroffen sind, bleibt in der aktuellen Mitteilung von Nintendo unklar - auf der japanischen Nintendo-Seite ist aber von bis zu 160.000 Konten die Rede . Dritte könnten zum Beispiel Namen, Geburtsdaten und E-Mail-Adressen eingesehen haben, heißt es dort um einiges konkreter. Es sei unter Umständen auch möglich gewesen, die Daten hinterlegter Kreditkarten oder Paypal-Daten im Nintendo Store oder Nintendo Online-Shop zu benutzen. Nintendo rät betroffenen Kunden dazu, ihre Kaufhistorie zu überprüfen.

Was überhaupt genau geschehen ist und welche Methode die Angreifer genutzt haben könnten, ist allerdings auch nach der deutschen Nintendo-Stellungnahme weiter unklar. "Um weitere unerlaubte Anmeldeversuche zu vermeiden, werden wir im Zuge unserer Untersuchungen keine weiteren Informationen zu den Methoden kommentieren, die verwendet wurden, um unerlaubten Zugriff zu erhalten", heißt es darin.

Zugleich beteuert Nintendo: "Die Untersuchungen sind noch im Gange. Derzeit gibt es jedoch keine Hinweise auf einen unerlaubten Zugriff auf die Datenbanken, Server oder Services von Nintendo."

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich bei Nintendo-Accounts aktivieren, indem man sich in den Account einloggt und dann im Menü auf "Anmelde- und Sicherheitseinstellungen" sowie "Zweistufen-Bestätigung" klickt. Eine genauere Erklärung liefert Nintendo hier .

mbö
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