ZeniMax vs. Oculus Warum die Oculus Rift jetzt vor Gericht landet

Hat ein Star-Entwickler unerlaubt Know-how seines Ex-Arbeitgebers an Oculus weitergegeben? Diese Frage soll bald ein Gerichtsprozess klären - vielleicht sogar mit Mark Zuckerberg als Zeuge.

Oculus-Rift-Träger
REUTERS

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Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift beschäftigt nicht nur Gaming-Enthusiasten, sondern bald auch ein Bezirksgericht in Texas. Die Firma ZeniMax streitet sich mit Oculus um die Frage, wie groß ihr Beitrag bei der Entwicklung der Technologie hinter der Brille war. Am Montag wurden in Dallas die Geschworenen für den Prozess ausgewählt.

Die Klage von ZeniMax beruft sich im Kern auf eine Personalie: John Carmack arbeitete zunächst bei ZeniMax, einer Muttergesellschaft des US-Spiele-Publishers Bethesda. Dann wechselte er die Firmen und wurde Oculus-Technologiechef. Er ist als Designer von Spielen wie "Doom" und "Quake" eine Ikone der Spielebranche geworden.

Nur dank Carmacks Hilfe sowie der Unterstützung durch weitere Mitarbeiter, Hardware und Wissen von ZeniMax sei Oculus in der Lage gewesen sei, eine hochwertige Brille für VR-Erlebnisse auf den Markt zu bringen, argumentiert ZeniMax. Während des Prozesses will die Firma unter anderem Facebook-Chef Mark Zuckerberg in den Zeugenstand bringen. Oculus war im Frühjahr 2014 für rund zwei Milliarden Dollar von Facebook gekauft worden.

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Zukunftstechnik: Was ist Virtual Reality?

Das erste Gerät von Oculus-Firmengründer Palmer Luckey sei nur ein primitives Headset gewesen, heißt es von ZeniMax. Obwohl Luckey und später seine Firma Oculus also stark von ZeniMax-Vorarbeit und -hilfen profitiert haben sollen, soll Oculus ZeniMax dafür nie eine Gegenleistung erbracht haben.

Oculus findet die Klage "einseitig"

John Carmack entgegnet, dass ZeniMax ihm erlaubt habe, die Ergebnisse seiner Forschungen zu veröffentlichen. Außerdem habe er bei Oculus einsteigen dürfen, weil es keine Spielefirma in direkter Konkurrenz gewesen sei. Er habe zudem schon bei ZeniMax die Produktion einer VR-Brille vorgeschlagen, diese Idee sei aber von Firmenchef Robert Altman abgelehnt worden.

Auf eine Nachfrage von "Forbes" aus dem Sommer 2016 hieß es von Oculus, die Klage von Zenimax sei "einseitig" und gebe nur ZeniMax' Interpretation der Geschichte wieder. Zuletzt hatte Oculus unter anderem mit der Veröffentlichung seiner Handcontroller namens Oculus Touch Schlagzeilen gemacht, die bei den meisten Spielern und Kritikern auf ein positives Echo stießen.

Oculus' VR-Brille Rift war 2016 nach jahrelanger Entwicklung in den Handel gekommen. Die Klage von ZeniMax ist 2014 eingereicht worden, Carmack war ein Jahr zuvor zu Oculus gewechselt.

Update, 11. Januar: In einer aktuelleren Stellungnahme von Oculus heißt es jetzt: "Wir sind gespannt darauf, unseren Fall vor Gericht darzustellen. Oculus und seine Gründer haben jede Menge Zeit und Geld in Virtual Reality investiert, weil wir glauben, dass sie die Art, wie wir Menschen interagieren und kommunizieren, fundamental verändern kann." Man sei enttäuscht, dass eine andere Firma einen "sinnlosen Rechtsstreit" nutzt, um Ruhm für eine Technologie einzuheimsen, für deren Entwicklung sie "nicht die Vision, die Expertise und die Geduld" hatte.

mbö/dpa



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3daniel 11.01.2017
1. Pinball FX2 VR
Mich erstaunt immer wieder, dass dieses Spiel nirgendwo erwähnt wird. Ich finde die Flipper Simulation genial. Das Beste neben einem echtem Flipper, und dem in einigen Bereichen sogar überlegen (wenn Haie in 3D um einen herumschwimmen oder Meteoriten oder Drachen um einen kreisen). Aber die Killer App ist zur Zeit sowieso Google Earth auch wenn es da einem schon sehr mulmig werden kann wenn man sich zuviel bewegt. Das so etwas heute möglich ist, ist UNGLAUBLICH. Google Earth gibt es kostenlos bei Steam, man muss eine kleine DLL in den Programm Ordner kopieren damit es läuft (ist eigentlich für die Vive hehe).
Bürger Icks 11.01.2017
2. Allerdings
Zitat von 3danielMich erstaunt immer wieder, dass dieses Spiel nirgendwo erwähnt wird. Ich finde die Flipper Simulation genial. Das Beste neben einem echtem Flipper, und dem in einigen Bereichen sogar überlegen (wenn Haie in 3D um einen herumschwimmen oder Meteoriten oder Drachen um einen kreisen). Aber die Killer App ist zur Zeit sowieso Google Earth auch wenn es da einem schon sehr mulmig werden kann wenn man sich zuviel bewegt. Das so etwas heute möglich ist, ist UNGLAUBLICH. Google Earth gibt es kostenlos bei Steam, man muss eine kleine DLL in den Programm Ordner kopieren damit es läuft (ist eigentlich für die Vive hehe).
Seit dem letzten Steam-Sale besitze ich alle Tische. Es gab und gibt keine bessere Flippersimulation. All die StarWars , die Marvel, SouthPark usw. Tische, grandios! Spiele allerdings "normal", nicht mit VR. Da warte ich lieber noch ein wenig, VR ist mir persönlich für ein wenig Spielerei noch viel zu teuer und zu wenig weit entwickelt. Aber ich freue mich auf die VR-Games in 5-10 Jahren!
gaminggirl 11.01.2017
3. Resident Evil VII...
...war der Grund, warum ich mir ein VR Headset kaufen wollte. Bin aber auch von der Technik noch nicht überzeugt. Minimales tracking lag reicht bei mir schon aus, um mir die Immersion zu zerstören. Deswegen warte ich mit VR noch und freue mich schon riesig auf den 21.01. :D
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